Die Menschheit wird gegenwärtig zu der Erkenntnis aufgerüttelt, daß sie ihre Umwelt auf vielfältige Art und Weise gefährdet. Der Planet Erde, der einst ungeheuer groß, ja sogar unbezwingbar erschien, kann nicht länger als unempfindlich gegen menschliche Sorglosigkeit und falsche Nutzung betrachtet werden.
Verschwendete Naturschätze, Abfall, die Dezimierung der Pflanzen- und Tierwelt, rapide wachsende Städte und verkommene Stadtzentren — das alles bedroht die Qualität des menschlichen Lebens. Andere Faktoren wie radioaktiver Niederschlag, die Verschmutzung von Flüssen, Seen, Ozeanen und der Atmosphäre sowie Giftstoffe in den Nahrungsmitteln lassen die Frage laut werden, ob das menschliche Leben in der Zukunft tatsächlich fortbestehen könne.
Die Erkenntnis dieser Bedrohungen hat eine heilsame Wirkung. Herstellungsverfahren und Methoden der Abfallbeseitigung werden in zunehmendem Maße genaueren Kontrollen unterworfen. Die herkömmliche Einstellung, die Dinge einfach laufen zu lassen, wird in Frage gestellt. Der wachsame Christliche Wissenschafter wird alles tun, was er nur kann, um diese Bemühungen zu fördern. Er weiß, daß die umwandelnde Macht des Christus, der Wahrheit, im menschlichen Bewußtsein und in der Welt am Wirken ist; und er wird erzieherische und gesetzliche Schritte zur Erhaltung und zum Schutz der Umwelt aktiv unterstützen.
Wenn er auch diese richtigen menschlichen Schritte fördert, wird er jedoch erkennen, daß er etwas weitaus Wichtigeres und Wirksameres tun kann. Er kann in wissenschaftlicher Weise beten. Er kann erkennen, daß das furchterregende Gespenst einer verwüsteten, vergifteten und möglicherweise unbewohnbaren Umwelt tatsächlich ganz und gar trügerisch ist. Es ist nur das Neueste in einer Kette falscher Bilder, die das sterbliche Gemüt heraufbeschworen hat, jenes teuflische Gemüt, das Christus Jesus unverblümt als einen „Lügner“ und den „Vater der Lüge“ Joh. 8:44; beschrieb.
Der Glaube an diese falschen Bilder, an den von den physischen Sinnen dargebotenen Augenschein, hält die Menschheit an jede Form des Bösen gefesselt, an Furcht, Mangel, Begrenzung, Sünde, Krankheit und Tod. Der Meister lehrte, daß wir von dieser Knechtschaft nur dadurch frei werden können, daß wir sie gründlich als auf einer Lüge beruhend zurückweisen und die Wahrheit über den geistigen Status des Menschen und seine Herrschaft als Gottes geliebtes Kind erkennen.
Die Macht dieser christlich-wissenschaftlichen Erkenntnis muß auf die Probleme einer im Verfall begriffenen Umwelt angewandt werden. Der geistige Mensch, der wirkliche und einzige Mensch, lebt in einem geistigen, unzerstörbaren und nicht kleiner werdenden Reich. Er lebt in Gott, in dem Gemüt, das ihn bildet und ihn liebt. Mary Baker Eddy, die Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft, schreibt: „Gott ist das unsterbliche Gemüt, das unsterbliche Gute, in dem wir, wie die Heilige Schrift sagt, ,leben, weben und sind'. Dies Gemüt nun ist dem Wachstum, Wandel oder Schwund nicht unterworfen, sondern es ist die göttliche Intelligenz oder das Prinzip allen wirklichen Seins, das den Menschen immerdar im rhythmischen Kreislauf sich entfaltender Seligkeit hält, als einen lebendigen Zeugen und als ewige Idee des unerschöpflichen Guten.“ Vermischte Schriften, S. 82;
Eine bessere Anschauung von der Welt um uns her und von dem wahren Wesen Gottes und des Menschen wird die nötigen Änderungen herbeiführen. Hinter dem weitverbreiteten Raubbau an der Umwelt stehen irrige Eigenschaften des Denkens. Haß, Habgier, Verantwortungslosigkeit und dergleichen führen zum Streit zwischen den Völkern und zu rücksichtsloser Ausbeutung der Naturschätze und der menschlichen Arbeitskraft. Die Ansicht ist weitverbreitet, daß die Menschen um das Gute, da es begrenzt sei, wetteifern müßten. Man ist nicht bereit, die Früchte nützlicher Unternehmungen zu teilen und damit Ungleichheit und Armut zu verringern. Man zögert in der Industrie, Maßnahmen zum Umweltschutz in die Betriebskosten mit einzubeziehen. Luft, Wasser und Land, die das Erbe aller sind, werden ohne Rücksicht auf ihre Erneuerung genutzt.
Diese abträgliche Einstellung, die schon so lange vorherrscht, muß durch die Wahrheit überwunden werden; sie ist nicht kennzeichnend für Gott, die göttliche Liebe, und kann deshalb nicht von dem wirklichen Menschen, Seinem geistigen Bild und Gleichnis, ausgedrückt werden. Habsüchtige und zerstörerische Gedankeneigenschaften sind ein ausgeprägtes Merkmal des tierischen Magnetismus oder des sterblichen Gemüts, das an die Wirklichkeit und Macht der Materie glaubt. Aber das sterbliche Gemüt ist eine Fälschung, da Gott, das göttliche Prinzip, das einzige Gemüt ist.
Die wissenschaftlichen Gebete derer, die wissen, daß der Mensch und sein Universum vollkommen geistig sind, werden zerstörerische Gedankeneigenschaften auslöschen und so schließlich die zeitliche Umwelt heilen und normalisieren. In der Zwischenzeit tun wir gut daran, unser Augenmerk darauf zu richten, daß wir uns vor dem Glauben der Jetztzeit an die Gefahren einer überall auftretenden Vergiftung schützen.
In unkomplizierteren Zeiten stellten sich viele Menschen vor, daß die Luft, die zur Nachtzeit den Sumpfgebieten entweicht, verunreinigt und gesundheitsschädlich sei. Mrs. Eddy bemerkt dazu: „Die menschliche Furcht vor Miasmen möchte die Luft Edens mit Krankheit durchschwängern und die Menschheit durch auferlegte und mutmaßliche Übel zu Boden drücken.“ Wissenschaft und Gesundheit, S. 176;
In dem gegenwärtigen Klima der Furcht, was die Umwelt anbelangt, herrscht ein weitverbreiteter Schicksalsglaube, der die Gefahren als unvermeidbar ansieht. Die Abgase bleihaltiger Kraftstoffe fallen unterschiedslos auf jede Bodenkultur, giftige Schädlingsbekämpfungsmittel dringen in den ganzen Zyklus der Herstellung und des Konsums von Nahrungsmitteln ein, und der Großstädter atmet rauchgeschwängerte Luft. Dieser entmutigende Aspekt des Problems sollte die Menschheit für die Lösung, die die Christliche Wissenschaft bietet, bereitmachen. In einer immer kleiner werdenden Welt ist es unmöglich, von den Stoffen physisch unberührt zu bleiben, die für schädlich und oft für in zunehmendem Maße giftig gehalten werden. Es ist jedoch durchaus möglich, daß wir uns über die Gefahren erheben, indem wir ihren im Grunde fiktiven Charakter erkennen und das unberührte und unberührbare Wesen des geistigen Menschen verstehen.
Der Schutz liegt im wesentlichen in dem Verständnis, daß dieser wirkliche Mensch damit beschäftigt ist widerzuspiegeln, anstatt zu absorbieren oder aufzuhäufen. Seine wahre Tätigkeit, seine einzige Tätigkeit, besteht darin, beständig das Gute auszudrücken, das ihm immer von seinem Vater-Mutter Gott zufließt.
Wenn der einzelne danach strebt, diese Wahrheiten in seinen täglichen Angelegenheiten zu betätigen, wird er lernen, seinen Nächsten jeden Tag mehr zu lieben. Er wird sein Bewußtsein von jedem Glauben an eine materielle Welt reinigen. Er kann dann darauf vertrauen, daß eine solche bewußte Widerspiegelung Gottes die gefährlichen Suggestionen abwehrt, die diese neueste große Lüge des sterblichen Gemüts begleiten. In seinen von Wahrheit erfüllten Gedanken wird es nichts geben, an das sich das Böse heften oder klammern könnte.
Er wird sich freuen in dem Bewußtsein, daß er sich um Schutz vor einer vergifteten Umwelt an Gott wenden und durch seine wissenschaftlichen Gebete zur schließlichen Erneuerung und Heilung der Umwelt beitragen kann. Er wird erkennen, daß die folgende Verheißung des Psalmisten in der neuen Situation durchaus sinnvoll und wirksam ist: „Der Herr ist deine Zuversicht, der Höchste ist deine Zuflucht. Es wird die kein Übel begegnen, und keine Plage wird sich deinem Hause nahen. Denn er hat seinen Engeln befohlen, daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen.“ Ps. 91:9–11.
