„,Neurologen beginnen zu vermuten, daß alles, was den Menschen menschlich macht, weiter nichts ist als chemische und elektrische Wechselwirkungen in den labyrinthartigen Falten des Gehirns‘, schrieb die Zeitschrift Newsweek am 7. Februar 1983.
Dieses Zitat faßt die allgemein vorherrschende wissenschaftliche Einstellung in bezug auf Leben und Bewußtsein ziemlich gut zusammen. Wir können jeden Augenblick mit der Nachricht rechnen, das Geheimnis des Lebens sei entschlüsselt und man habe Leben in einem Reagenzglas künstlich erzeugt. Noch hat die Wissenschaft dieses Kunststück nicht vollbracht, doch haben wir allen Grund zur Annahme, daß es ihr bald gelingen wird. Gentechnisch hergestellte Medikamente und Organtransplantationen gehören inzwischen schon zu den Alltäglichkeiten. Nachdem wir die DNS verstehen, ist unsere vollständige Beherrschung der Lebensprozesse nur noch eine Frage der Zeit.
Das mag sich für manche wie der Inbegriff des Fortschritts anhören, doch ich sehe darin einen tragischen Schritt in Richtung auf unsere Dehumanisierung. Es weist nicht nur auf eine mechanische oder chemische Sorte Mensch hin, es beschleunigt auch unseren geistigen Niedergang, indem es das bestärkt, was ich wissenschaftliche Götzenanbetung nenne.
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