Vor Etwa Zehn Jahren lebte ich mit meiner Familie in Asien. In unserer Stadt gab es eine Gruppe Christlicher Wissenschafter, n der ich damals Erste Leserin war. Ich hatte kurze Zeit zuvor meinen beiden besten Freundinnen das Buch Wissenschaft und Gesundheit von Mary Baker Eddy geschenkt. Sie gehörten beide zum Lehrerkollegium der internationalen Schule, an der ich unterrichtete, und ich hatte sie eingeladen, mit mr an einem Sonntag den Gottesdienst zu besuchen.
An dem Tag, an dem meine Freundinnen mit mir zum Gottesdienst gehen wollten, wurde ich sehr früh am Morgen krank. Ich mußte mich mehrmals übergeben, und es schien, als würde ich im Gottesdienst nicht lesen können.
Die Bibellektion jener Woche (aus dem Vierteljahrsheft der Christlichen Wissenschaft), die ich jeden Tag gebeterfüllt studiert hatte, enthielt in den Stellen aus Wissenschaft und Gesundheit Auszüge aus einer „Gerichtsverhandlung“, einer Allegorie, die zwei gegensätzliche Heilmethoden veranschaulichen soll.
In dieser Stunde der Not kamen mir ebendiese Ausschnitte aus der Allegorie in den Sinn. Ich fragte mich: „Wo möchtest du, daß die Verhandlung stattfindet — im ,Gerichtshof des Irrtums' oder vor dam, Gericht des Geistes'?“ Ich entschied mich sofort für das Gericht des Geistes und erkannte mit großer Freude und Dankbarkeit, daß die Christliche Wissenschaft mein Anwalt war. Ich war kein hilfloser Sterblicher, der suchte, sich aus einer verzweifelten Situation zu befreien. Die göttliche Wissenschaft, das Gesetz Gottes, wirkte hier und jetzt und verteidigte mich.
In den folgenden paar Stunden hielt ich immer wieder an diesem heilenden Gedanken fest. Mir wurde klar, daß ich nicht persönlich dafür verantwortlich war, mich zu heilen oder im Gottesdienst zu lesen. Die Macht Gottes würde mir die Kraft geben, das zu tun, was ich tun mußte. Mein Anwalt, die Christliche Wissenschaft, vertrat meinen Fall, und ich wußte, daß alles gut war.
Obwohl ich das Frühstück ausfallen ließ und mich noch nicht ganz gesund fühlte, begann ich den Tag wie geplant. Im auf dem Weg zum Gottesdienst bemerkte eine meiner Freundinnen meine ungewohnte und fragte, was denn mit mir sei. Ich sagte ihr, daß ich mich nicht wohl gefühlt hatte, daß es mir aber jetzt besser ging und ich ganz gewiß bald völlig wiederhergestellt sein würde.
Ich war noch etwas schwach auf den Beinen, als ich das Kirchengebäude betrat, aber als ich im Gottesdienst las, hatte ich ein Gefühl von Freiheit und Herrschaft Am Ende des Gottesdienstes ging ich, wie der Gefangene in der Allegorie, strahlend und gesund hinaus. Ich ging mit meinen Freundinnen zum Mittagessen und nahm am Abend an einem Dinner teil. Es erübrigt sich zu erwähnen, daß mein Anwalt, die Christliche Wissenschaft, den Prozeß gewonnen hatte; und meine Freundinnen hatten eine Heilung durch die Christliche Wissenschaft aus erster Hand miterlebt.
Noch nicht so lange zurück liegt eine Heilung von starken Blutungen während meiner Menstruation, die meiner Wochen angedauert hatten. Die Situation wurde sehr ernst, als sich mein Mann und ich auf einer Schiffsreise befanden. Nicht nur waren die Symptome beängstigend und verursachten eine große Schwäche — sie waren auch entsetzlich unangenehm. Obwohl ich wegen des Problems betete, ließen die Blutungen nicht nach, und ich wurde sehr schwach.
Gleich nach unserer mich mein Mann eindringlich, eine Ausüberin der Christlichen Wissenschaft anzurufen, um mich durch Gebet behandeln zu lassen. Aber ich sagte mir immer wieder: „Ich habe doch Klassenunterricht in der Christlichen Wissenschaft gehabt. Ich weiß, was ich zu tun habe.“ Nach ein paar Tagen war die Situation immer noch unverändert. Schließlich erinnerte ich mich voll Demut an folgende Worte aus Wissenschaft und Gesundheit: „Wenn Schüler sich nicht selbst schnell heilen, dann sollten sie beizeiten einen erfahrenen Christlichen Wissenschafter zu Hilfe rufen. Wenn sie nicht willens sind, dies für sich zu tun, brauchen sie nur zu wissen, daß der Irrtum einen solchen unnatürlichen Widerstand nicht hervorbringen kann.“
Als ich die Ausüberin anrief und um Behandlung im Sinne der Christlichen Wissenschaft bat, war die Hilfe, die ich empfing, so unmittelbar und so wirkungsvoll, daß ich wie die Frau mit dem Blutfluß, die Christus Jesus heilte, sofort zu spüren begann „am Leibe, daß [ich] von [meiner] Plage geheilt war“ (Markus).
Die Ausüberin gab mir Gedanken, mit ich mich beschäftigte — neue Gesichtspunkte, die mein Denken wachrüttelten. Sie machte mich auf eine Stelle auf Seite 282 in Wissenschaft und Gesundheit aufmerksam, wo das wirkliche Leben, Gemüt, als bildlich Kugel und das materielle Dasein als gerade Linie dargestellt wird. Sie bemerkte dazu, daß Gottes Mensch geistig und ewig ist. Er ist niemals ein zeitgebundener Sterblicher, der sich auf der geraden Linie des materiellen Daseins befindet, das mit der Geburt beginnt, verschiedene Phasen durchmacht und mit dem Tod endet. Sie legte mir nahe, mein wahres Wesen als geistige Idee in der unendlichen Kugel von Gottes Jetztheit zu erkennen. Diese einfache geometrische Metapher war mir eine große Hilfe.
Ich hatte der Ausüberin erzählt, daß ich in der letzten Zeit von jedem unserer sechs Kinder so sehr in Anspruch genommen worden war, daß ich meine Liebe nach allen Seiten hatte strömen lassen. Sie erinnerte mich sofort an eine Stelle in Nein und Ja, wo Mrs. Eddy über Christi Jesu spricht. Unsere Führerin schreibt: „Das Vergießen menschlichen Blutes war unzureichend, um das Blut Christi darzustellen — die ausströmende Liebe, die des Menschen Einssein mit Gott aufrechterhält ...“
Das war genau die Antwort, die ich brauchte. Ich erkannte, daß das Ausströmen selbstloser Liebe uns niemals schwächen kann, sondern uns stärkt und erhält.
Innerhalb weniger Tage hörten die Blutungen ganz auf. Es dauerte etwas länger, bis die Schwäche geheilt war, aber ich konnte meinen vielen Verpflichtungen in der Familie, in der Kirche und auf meinem Arbeitsplatz nachkommen, und niemand außer meinem Mann wußte, daß ich ein Problem gehabt hatte. Die Beschwerden traten nie wieder auf.
Natürlich war ich sehr dankbar für die körperliche Heilung. Aber ebenso dankbar war ich dafür, daß ich von dem Widerstand, um Hilfe zu bitten, geheilt worden war. Gottes Allheit und Güte sind allumfassende Tatsachen. Die die geistigen Wahrheiten zu erkennen und zu demonstrieren, ist keine persönliche Gabe, die mir oder einem anderen gehört; sie ist vielmehr ein Beispiel für Gottes unendlich reiche Gnade, die für alle ausströmt.
Gloucester, Massachusetts, USA
