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Das fehlerfreie, vollständige und intakte Universum

Aus der Dezember 2007-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Reflektionen über eine Wochenlektion „Geist“:

Durch die physischen Sinne, z. B. das Auge, wird im menschlichen Bewusstsein ein bestimmtes Bild der Welt und des Menschen projiziert — nämlich dass die Welt und der Mensch oftmals fehlerhaft (z. B. Ozonloch, genetische Defekte), unvollständig (z. B. begrenzte Rohstoffe, Einsamkeit) und verletzbar (z. B. Umweltkatastrophen, Unfälle) sind. Dieses Bild wird uns dann beständig „vor Augen“ gehalten. Die durch diese Wahrnehmung im menschlichen Bewusstsein erzeugte Vorstellung über die Welt und den Menschen bewirkt, dass sie tatsächlich als fehlerhaft, unvollständig und verletzbar angesehen werden.

Dieser Prozess ist in sich selbst bereits ein fehlerhafter, sich im Kreis drehender Vorgang. Er stützt sich ausschließlich auf das mit den menschlichen Sinnen Wahrgenommene und akzeptiert das menschliche Bewusstsein, als zuverlässigen Ratgeber. Je öfter und deutlicher dem menschlichen Gemüt durch die materiellen Sinne die Welt und der Mensch als fehlerhaft, unvollständig und verletzbar präsentiert werden, je nachhaltiger prägt sich die daraus vom menschlichen Gemüt abgeleitete Vorstellung in eben jenes Gemüt ein. Die Katze beißt sich sozusagen in ihren eigenen Schwanz.

Durch unkritisches Wahrnehmen (über die Sinne) und insbesondere durch unkritisches Reflektieren des Wahrgenommenen (durch das menschliche Bewusstsein) trägt das menschliche Gemüt zu einer kollektiven Zustimmung über den Zustand der Welt und des Menschen bei. Diese kollektive Zustimmung ist eine Form des materiellen, tierischen Magnetismus oder auch Hypnotismus. Über diesen tierischen Magnetismus jedoch sagt Mary Baker Eddy: „Da die Grundlage des tierischen Magnetismus ein Glaube ... ist, ist in der Wissenschaft der tierische Magnetismus ... eine bloße Verneinung, die weder Intelligenz, Kraft noch Wirklichkeit besitzt, und für die Sinne ist er ein unwirkliches Konzept des so genannten sterblichen Gemüts.“ (Wissenschaft und Gesundheit (WuG), S. 102).

Trotz dieser Tatsache — nämlich, dass der tierische Magnetismus also nur ein unwirkliches, weil menschengemachtes Konzept ist — soll durch ihn die Vorstellung, dass die Welt, das Universum und der Mensch fehlerhaft, unvollständig und verletzbar sind, legitimiert werden. Es soll also von Beginn an unterbunden werden, dass das mit den materiellen Sinnen Wahrgenommene von einem höheren, geistigen Standpunkt aus beurteilt wird.

Aber: Ist diese Sichtweise, also die rein materielle Beobachtung und das rein materielle Schlussfolgern, die einzig gültige Sichtweise? Benötigen wir in unserer Vorstellungswelt tatsächlich „harte“ Fakten, „harte“ Gegenstände, „harte“ Erfahrungen („hart“ im Sinne von materiell greifbar oder erfahrbar) um zu glauben, zu wissen, um uns zu überzeugen? Oder sind wir nur zu bequem, um zu neuen Horizonten aufzubrechen? Fürchten wir uns vor einer neuen Sichtweise der Dinge?

Mary Baker Eddy kommentiert den tierischen Magnetismus u. a. wie folgt: „Dertierische Magnetismus hat keine wissenschaftliche Grundlage, denn Gott regiert alles Wirkliche, Harmonische und Ewige und Seine Kraft ist weder tierisch noch menschlich.“ (WuG, S. 102). Das einzig wirksame Gegenmittel gegen tierischen Magnetismus und daraus entstehende falsche Vorstellungen ist eine komplett neue Sichtweise der Welt und des Menschen. Eine geistige Sichtweise basierend auf der wissenschaftlichen Grundlage, dass Gott oder die göttliche Kraft, der göttliche Geist alles ist und alles regiert! Mary Baker Eddy erklärt eindeutig: „Geist und seine Formationen sind die einzigen Wirklichkeiten des Seins.“ (ebd. S. 264).

Ein einfaches Beispiel für eine durch den trügerischen menschlichen Sinn entstandene falsche Vorstellung ist das geozentrische Weltbild nach Aristoteles und Ptolemäus. Dieses Weltbild, das die Erde als Zentrum des Universums suggeriert, entsprach der damaligen allgemeinen Weltanschauung (kollektives Bewusstsein) und wurde z. B. auch durch die damalige Kirche unterstützt. Und wieso ist uns allen heute das kopernikanische Weltbild, nach dem die Erde und Planeten um die Sonne kreisen, ein Begriff?

Weil das mutige und klare, man könnte sagen, geistige Verständnis, einiger weniger geistiger Denker die vorherrschenden Meinungen und Ansichten über eine vermeintliche „Wirklichkeit“ (verbreitet durch einige wenige Gelehrte und getragen vom tierischen Magnetismus) korrigiert, oder besser noch, vollständig ersetzt hat. Diese Denker haben sich der Suggestion durch die physischen Sinne nicht ergeben. Im Gegenteil: Sie haben sich in der Beurteilung der Welt und des Universums nicht allein auf die physikalischen Sinne und auf das menschliche Bewusstsein mit seiner materiellen Erfahrung, seinem menschlichen Denkvermögen verlassen, sondern auf ein höheres wissenschaftliches Verständnis. Jedoch auch dieses neue, heliozentrische Weltbild ist letztendlich nur eine Evolution menschlicher Erklärungsversuche des wirklichen Universums, welches morgen schon durch eine neue Version abgelöst werden kann.

Ein Verstehen des von Gott geschaffenen Universums und des geistigen Menschen darin muss tatsächlich auf einem radikal neuen, vollkommen geistigen Prinzip beruhen. Einem Prinzip nachdem beides, also Universum als auch Mensch, eine Schöpfung des einen Geistes, der einen Intelligenz, der einen Kraft, des einen Gottes sind. Mary Baker Eddy drückt dies so aus: „Lasst uns die göttliche Energie des Geistes fühlen, die uns zu neuem Leben führt und weder einer sterblichen noch einer materiellen Kraft die Fähigkeit zu zerstören zuerkennt.“ (ebd. S. 249).

Es geht hierbei also nicht darum, zu versuchen, das menschliche Verständnis Schritt für Schritt auf ein höheres Niveau zu heben, mit dem Ziel irgendwann einmal die rein geistige Ebene zu erreichen. Es geht darum, ein radikal neues Verständniszunächst erst einmal zuzulassen (also alte Sichtweisen und Gewohnheiten fallen zu lassen) und auf dieser neuen Basis das Universum und den Menschen geistig verstehen zu lernen. Mary Baker Eddy gibt hierzu eine praktische Anleitung: „Die Ziele, die wir verfolgen, und der Geist, den wir bekunden, offenbaren unseren Standpunkt und zeigen, was wir gewinnen.“ (ebd. S. 239).

Und das von Gott Geschenkte ist ein fehlerfreies, vollständiges und intaktes Universum einschließlich des Menschen.

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