Es war ein ganz normaler Samstag mit Hausarbeit und Erledigungen und alles lief ziemlich nach Plan — bis zum späten Nachmittag.
Als ich bei der Autowäsche war, bekam ich ungewöhnliche Schmerzen in der Brust. Das beunruhigte mich, aber ich dachte, sie würden verschwinden, wenn ich mich ein paar Minuten ins Auto setzen würde. Für kurze Zeit wurde es besser, aber als ich nach dem Bezahlen zum Auto zurückkehrte, war der Schmerz plötzlich sehr heftig und raubte mir den Atem. Mir war klar, dass ich ernsthafte Schwierigkeiten hatte.
Falls Sie sich wundern, warum ich nicht die Notrufnummer 112 wählte, möchte ich Ihnen dazu zwei Dinge sagen. Erstens kam mir dieser Gedanke ganz einfach nicht in den Sinn. Ich hatte mich, wenn es um Heilung ging, schon seit vielen Jahren auf Gebet verlassen, dass ich selbst in einem so schwierigen Moment wie diesem wusste, dass Gebet mich mit dem versorgen würde, was ich brauchte. Und zweitens, selbst wenn ich dort hätte anrufen wollen — in diesem Moment konnte ich mich überhaupt kaum mehr bewegen und selbst Beten fiel mir sehr schwer.
Mein erster zusammenhängender Gedanke war, dass Mary Baker Eddy vom Gebet des Herrn als dem Gebet spricht, „das sich auf alle menschlichen Bedürfnisse erstreckt.“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 16) und ich wandte mich an dieses Gebet als helfenden Lebensretter. Ich ging jeden Satz des Gebets des Herrn durch und klammerte mich an die Botschaft der immer gegenwärtigen göttlichen Liebe und ihrer Fähigkeit, für jedes ihrer Kinder zu sorgen, mich eingeschlossen.
Meine Mitbewohnerin hatte mir an diesem Tag ihr Handy geliehen und obwohl ich nicht viel Erfahrung auf diesem Gebiet hatte, schaffte ich es, eine Praktikerin der Christlichen Wissenschaft Christian Science anzurufen und sie um Mithilfe im Gebet zu bitten. Sie war sofort dazu bereit.
Ich betete weiter mit allem, was mir bekannt war — den liebevollen Zusicherungen des 23. Psalms, den kraftvollen Worten des 91. Psalms und anderen Gedanken, die mir einfielen. Gegen Abend spürte ich den Impuls nach Hause zu fahren und wusste, dass mir das mit Gottes Hilfe auch gelingen würde. Ich verbrachte einen Großteil der Nacht mit dem ruhigen Studium der Bibel und Mrs. Eddys Schriften, um das zu tun, wovon ich wusste, das es mir helfen würde — die Überzeugung von Frieden und Sicherheit durch Gottes Fürsorge zu gewinnen. Mein Herzschlag war unregelmäßig und mein physischer Zustand schien zwar besser, aber immer noch sehr instabil zu sein.
Am nächsten Tag betete ich weiter, obwohl es mir immerhin besser ging. Gegen Abend ging ich in mein Zimmer, um etwas zu holen, als das ganze Problem plötzlich wieder anfing, nur diesmal viel schlimmer als zuvor. Ich rief nach meiner Mitbewohnerin, aber meine Stimme war schwach und sie war unten im hinteren Teil des Hauses, wo sie mich nicht hören konnte. Also rief ich die Praktikerin wieder an. Während wir sprachen, war es offensichtlich, dass ich sehr ernste Probleme hatte. Die Praktikerin sagte, sie würde bei mir zu Hause anrufen und meiner Mitbewohnerin sagen, dass sie in mein Zimmer kommen soll.
Ich bekräftigte, dass ich immer die Idee des Gemüts war und bin und deshalb außerhalb jeglicher körperlichen Bedingungen existierte. Es erinnerte mich daran, dass Geist die Quelle meines Lebens war.
Während dieser kurzen Zeitspanne schien nichts mehr in meinem Organismus stabil zu sein. Mir fiel ein Satz aus Mrs. Eddys Buch Rückblick und Einblick ein: „Gemüt demonstriert Allgegenwart und Allmacht, aber Gemüt kreist um eine geistige Achse, und seine Macht wird offenbar und seine Gegenwart fühlbar in ewiger Stille und unwandelbarer Liebe.“ (S. 88-89)
Dieses Konzept von Gemüt — als Gott, der selbst göttliches Leben ist —, das sich um eine geistige Achse dreht und nicht etwa um eine materielle, war für mich ein riesiges Leuchtfeuer in dieser stürmischen Zeit. Weil ich dieses Zitat schon immer mochte und oft darüber nachgedacht hatte, identifizierte ich mich sofort mit seiner Bedeutung. Ich bekräftigte, dass ich immer die Idee des Gemüts war und bin und deshalb außerhalb jeglicher körperlichen Bedingungen existierte. Es erinnerte mich daran, dass Geist, nicht das Herz oder ein anderes anatomisches Element, die Quelle meines Lebens war. Inmitten dieses scheinbaren mentalen und physischen Chaos' erklärte ich die Gegenwart von „ewiger Stille und unwandelbarer Liebe“ und dass diese Macht mich regierte, nicht der körperliche Zustand, der so aggressiv auftrat.
Als meine Mitbewohnerin die Treppe zu mir hochkam, fühlte ich, dass ich über den Berg war, obwohl ich mich sehr freute, sie zu sehen. In relativ kurzer Zeit hatte sich mein Herzschlag stabilisiert und der Schmerz war verschwunden. Ich war sehr müde, aber sonst traten keine negativen Wirkungen auf. Der nächste Tag war ein Sonntag und ich konnte wie immer in die Kirche gehen. Am Montag ging ich wieder zur Arbeit, war aber sehr auf der Hut, weiterhin ganz spezifisch zu bekräftigen, dass mein Leben sich um eine geistige Achse drehte.
Seit dieser Erfahrung sind mindestens 15 Jahre vergangen, ohne dass diese Krankheit wieder aufgetreten ist.
Ein wichtiger Punkt, den mir diese Heilung gezeigt hat, ist, dass mein geistiges Dasein, mein wahres Sein, nicht das Opfer materieller Bedingungen oder Überzeugungen werden kann, einschließlich des Glaubens, dass Herzprobleme erblich sind. Dies ist von Bedeutung, weil materielle Bedingungen wie die Familiengeschichte, Verletzungen, Stress, Diäten und dergleichen so oft dazu herangezogen werden, um uns zu beschreiben. Manchmal wird es als positives Zeichen gesehen, wenn wir uns mit diesen Gegebenheiten identifizieren, als Zeichen dafür, dass wir unsere Gesundheit ernst nehmen.
Wahre Gesundheit ist nicht ein Zustand der Materie, sondern des Geistes. Mehr und mehr Studien zeigen die Kraft der Gedanken über den Körper. Wie und womit wir uns identifizieren, bewirkt einen Unterschied.
Nichtsdestotrotz ist wahre Gesundheit nicht ein Zustand der Materie, sondern des Geistes. Mehr und mehr Studien zeigen die Kraft der Gedanken über den Körper. Wie und womit wir uns identifizieren, bewirkt einen Unterschied. Während unsere vollkommene Identität in Gott immer intakt ist, erleben wir materielle Zustände in dem Grad, wie wir uns damit identifizieren. Sie können unser Denken vernebeln, bis wir sogar irrtümlicherweise fest daran glauben, dass sie unseren Lebenslauf bestimmen. Wir könnten dazu verleitet werden zu glauben, dass Gebet zwar Trost während einer Krankheit verspricht, aber den aktuellen physischen Zustand nicht wirklich ändern kann.
Ich kann mich mit solchen Ansichten nur schwer anfreunden, nicht nur mit Blick auf meine eigenen Erfahrungen, sondern auch, wenn ich an Jesu heilende Mission denke und seinen Aufruf an seine Nachfolger, ebenso zu heilen wie er. Wir reden hier nicht nur von den zwölf Aposteln, sondern von Paulus und anderen, die nach den Zwölfen kamen. Warum konnten sie ebenfalls heilen? Warum war das Sich-Verlassen auf Gott, um wirklich körperlich geheilt zu werden, etwas, was die ersten Christen praktizierten? Am Beispiel des Buches Jakobus wird dies klar: „Ist jemand unter euch krank, der rufe zu sich die Ältesten der Gemeinde, dass sie über ihm beten ... Und das Gebet des Glaubens wird dem Kranken helfen, und der Herr wird ihn aufrichten ... Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.“ (Kapitel 5)
In Gesellschaften, in denen medizinische Behandlungsmethoden Vorrang haben, erhebt sich die Frage: „Welchen Nutzen hat Gebet? Warum sich darum Gedanken machen? Wie kann ich Gebet vertrauen, wenn es mit etwas so Ätherischem zu tun hat?“ Für mich ist Gebet der ideale Heiler, weil es nicht nur enthüllt, dass Gott „... eine Hilfe in den großen Nöten ...“ ist (Psalm 46), sondern auch, dass die wahre Natur des Universums, einschließlich unserer individuellen Existenz, geistig ist. Der materielle Körper und das materielle Leben scheinen im Allgemeinen fest und verlässlich zu sein, aber je mehr man über den Geist weiß, desto formbarer und unbeständiger werden materielle Zustände.
Mary Baker Eddy, die die Christliche Wissenschaft entdeckte, war überzeugt davon, dass es möglich ist, hier und jetzt so zu heilen, wie Jesus es auch getan hat.
Wenn Sie an einen Freund denken, denken Sie vielleicht an seine physische Erscheinung. Aber das Wichtigste dieses Individuums, der Teil, den Sie am meisten schätzen, ist die einmalige Liebe, die Intelligenz, das Gute und die Ehrlichkeit, die er zum Ausdruck bringt. Diese wunderbare Kombination geistiger Qualitäten ist es, die den Freund ausmachen, den Sie mögen. Und Gebet versetzt uns in die Lage, die Dauerhaftigkeit dieser geistigen Natur besser wahrzunehmen, etwas, was für uns genauso gilt wie für andere. Diese Änderung in der mentalen Wahrnehmung hat die Kraft, den Zustand des Körpers zu verbessern, und macht ihn besser, gesünder.
Mary Baker Eddy, die die Christliche Wissenschaft entdeckte, war überzeugt davon, dass es möglich ist, hier und jetzt so zu heilen, wie Jesus es auch getan hat, weil sie begriff, dass Materie im wahrsten Sinne des Wortes unwirklich ist. Hier ein inspirierter Gedanke von ihr: „Geist ist Gott und der Mensch ist Sein Bild und Gleichnis. Folglich ist der Mensch nicht materiell; er ist geistig.“ (WuG, S. 468) Was sie vollbracht hat, ist weit mehr, als nur ein Buch mit „netten Gedanken“ über Gott und die Menschheit geschrieben zu haben. Vielmehr war ihre Entdeckung tatsächlich eine Wissenschaft, eine, die praktiziert werden und auf die man sich verlassen kann. Und sie und ihre ersten Schüler setzten sie wirklich in die Praxis um. Ihre späteren Revisionen von Wissenschaft und Gesundheit waren letztlich auch teilweise dazu gedacht, die Botschaft zu verfeinern, damit diese Wissenschaft noch effektiver praktiziert werden kann.
Seit ihrer Entdeckung wurden Millionen von Menschen durch das Vertrauen auf das geheilt, womit sie ihr Leben verbrachte: die wahre und unverfälschte Wissenschaft des Christus zu beweisen und zu formulieren. Ist sie wirksam, ist sie verlässlich? Als einer der Menschen, und besonders als jemand, deren Leben in dieser einen Nacht wieder ins Gleichgewicht gekommen ist, kann ich dankbar antworten: „Ja, unbedingt.“
