Vor 31 Jahren kappte Marjorie Scherer ihre Wurzeln in Idaho, USA, und schlug mit ihrer Familie neue Wurzeln in Afrika. Seitdem lebt sie dort. „In Afrika bin ich daheim“, sagt Mrs. Scherer, Lehrerin, Praktikerin und Vortragende der Christlichen Wissenschaft, die zurzeit in Nairobi, Kenia, Ostafrika lebt. Für sie passt in der Tat die Beschreibung des Wortes Heim, die uns Mary Baker Eddy in Wissenschaft und Gesundheit gibt: „Das Heim ist der liebste Fleck auf Erden und es sollte der Mittelpunkt, wenn auch nicht die Grenze der Neigungen sein.“ (S. 58) Und aus Mrs. Scherers weitreichender geistiger Vorstellung von Zuhause entspringt ihr Verlangen, ihr Engagement und ihre Fähigkeit, den Menschen zu helfen, die heilende und erneuernde Kraft der göttlichen Liebe zu erleben.
Mrs. Scherer, lassen Sie uns als erstes darüber reden, wann und warum Sie Lehrerin und Praktikerin der Christlichen Wissenschaft geworden sind.
In der Familie, in der ich aufwuchs, haben wir immer andere Menschen mit einbezogen. Ich war eins von sechs Kindern und in unserem Haus waren auch immer viele Kinder aus anderen Familien. Wir haben immer gegeben.
Nachdem ich einige Jahre verheiratet war und mit meinem Mann und meinen Kindern in Idaho lebte, hatte ich viel Zeit, um die Bibel und Wissenschaft und Gesundheit (WuG) zu studieren.
Eines Tages war ich so von Gedanken aus meinem Gebet erfüllt, dass ich nur dachte: „Oh, Mann, ich wünschte, ich hätte jemanden, um mit ihm meine Gedanken zu teilen.“ Und sage und schreibe, am Nachmittag rief jemand an und bat mich um metaphysische Hilfe. Ich konnte genau die Ideen, die ich studiert hatte, weitergeben, um demjenigen Heilung zu bringen. Von da an riefen mich andere an und baten mich um Hilfe. 1969 inserierte ich meinen Namen im Journal als Praktikerin der Christlichen Wissenschaft.
Damals hatten wir vier Söhne. Und 1972 bekamen wir unseren fünften Sohn. Im Herbst 1972 hörte ich auf im Journal zu inserieren. Ich hatte ein kleines Baby und vier Teenager. Es war nur wegen der Familie und es war richtig.
Dann wurde meinem Mann im Jahr 1975 eine Stelle als Ingenieur für Boden- und Wasserschutz in Lesotho angeboten, ein unabhängiges Land, das mitten in Südafrika lag, und so kamen wir nach Afrika. Im Jahr 1976 begann ich wieder als Vollzeitpraktikerin im Journal zu inserieren.
Ich wollte immer Menschen unterrichten, aber nicht unbedingt die Christliche Wissenschaft. Ich hatte nur das Bedürfnis zu unterrichten. Als ich im Jahr 1988 begann, Vorträge über die Christliche Wissenschaft zu halten und durch Westafrika reiste, stellte ich fest, dass viele Menschen — nicht nur Menschen aus der Öffentlichkeit, sondern auch Christliche Wissenschaftler — falsche Vorstellungen von der Christlichen Wissenschaft hatten.
In meinem ersten Vortrag sprach ich über die sieben Synonyme Gottes — „Prinzip, Gemüt, Seele, Geist, Leben, Wahrheit, Liebe“ (WuG, S. 587) — und diskutierte sie. In einem der westafrikanischen Länder kam jemand zu mir und sagte: „Ich wusste gar nicht, dass Mary Baker Eddy die sieben Synonyme aus der Bibel ableitete. Ich dachte, sie hätte sie sich ausgedacht.“ Sehen Sie, das war ein Christlicher Wissenschaftler, vor dem ich sehr viel Respekt hatte, und nun war ich doch überrascht. Ich glaube, mir wurde bewusst, dass es einen Bedarf an starken Lehrern gab. Und ich dachte, ich könnte diesem Amt gerecht werden.
Zu dieser Zeit war Apartheid ein großes Problem in Südafrika, so dass viele Christliche Wissenschaftler nicht nach Südafrika reisen konnten, um dort am Klassenunterricht der Christlichen Wissenschaft teilzunehmen. Und ein anderer Lehrer der Christlichen Wissenschaft, der an einem anderen Ort auf dem Kontinent wohnte, konnte nicht mehr unterrichten, so dass es tatsächlich keinen anderen Lehrer hier in Schwarzafrika gab. Also wurde ich 1992 Lehrerin. Aber es war der Wunsch, die Missverständnisse zu heilen — die Missverständnisse darüber, worum es in der Christlichen Wissenschaft geht, über Mrs. Eddy, über Wissenschaft und Gesundheit und darüber, wie man die Christliche Wissenschaft anwendet — der mich dazu führte, zu lehren. Mein Verlangen war es die Bewegung zu stärken, und ich habe sehr viel Stärkung in Afrika in all den Jahren erlebt. Aber das war natürlich nicht nur ich allein. Andere Menschen, die einen Weitblick dafür haben, was die Christliche Wissenschaft alles umfasst, haben zur Stärkung und zum Wachstum des christlich-wissenschaftlichen Heilens in Afrika beigetragen.
Wann sind Sie nach Kenia gezogen?
Mein Mann nahm eine Arbeit als Ingenieur für Boden- und Wasserschutz in einer halbtrockenen Gegend in Kenia an. Also zogen wir 1982 nach Kenia. 1988 wurde er in Lusaka, Sambia, angestellt, in Südzentralafrika. Dort lebten wir von 1988 bis April 2004, dann kehrten wir nach Kenia zurück. Während wir in Sambia waren, wurde ich Mitglied des Vortragsrates der Christlichen Wissenschaft und ich wurde Lehrerin der Christlichen Wissenschaft.
Nachdem ich nach Kenia gekommen war, brauchte ich nicht lange, um zu erkennen, dass ich mich bei jeder Behandlung, die ich einem Patienten gab, mit Zauberei befassen musste. Es scheint einfach ein Teil der geistigen Atmosphäre zu sein.
Und jetzt ist Afrika Ihr Zuhause?
Ja! Und jetzt ist unsere Familie zu acht. Wir haben noch einen Sohn adoptiert, einen Jungen aus Tansania, der mit neun Jahren zu uns kam. Jetzt ist er sechzehn. Als seine Mutter weiterging, kam er zu uns. Irgendwann ging auch sein Vater weiter. Aber wir sind alle eine erweiterte Familie. Er hat drei Schwestern und noch einen Bruder, und ich habe viel von ihnen gelernt.
Unsere Verwandten in den USA können nicht verstehen, warum wir in Afrika bleiben. Aber hier ist wirklich unser Zuhause, denn hier sind unsere Freunde. Alle unsere Söhne leben jetzt in den USA. Einige lebten mit uns in Afrika und kehrten dann in die USA zurück. Gestern sagte jemand zu mir: „Hier ist Ihre Familie. Wir lieben Sie alle so sehr.“ Ich will damit sagen, Sie können sich nicht vorstellen, wie viel liebevolle Fürsorge uns hier geschenkt wird, wann immer wir sie brauchen — es ist unvorstellbar. In manchen Fällen mehr als unsere eigenen Kinder uns geben könnten, einfach deshalb, weil Kinder in den USA anders erzogen werden als in Afrika. In Afrika lernen die Kinder, sich um ihre Eltern zu kümmern, wenn Eltern nicht länger für sich selber sorgen können. Ich will damit nicht sagen, dass unsere Kinder uns nicht lieben, es ist einfach ein kultureller Unterschied. Und ich bin sicher, dass Sie und Ihre Tochter auch diese Liebe gespürt heben, als Sie letzten Sommer hier waren.
Unbedingt! Was haben Sie noch über die afrikanische Kultur gelernt und was hat noch Ihre christlich- wissenschaftliche Praxis beeinflusst?
Nachdem ich nach Kenia gekommen war, brauchte ich nicht lange, um zu erkennen, dass ich mich bei jeder Behandlung, die ich einem Patienten gab, mit Zauberei befassen musste. Es scheint einfach ein Teil der geistigen Atmosphäre zu sein. Und um den Patienten zu schützen und eine erfolgreiche Behandlung zu geben, befasse ich mich bei jedem Fall mit Zauberei, um ihr Nichts zu verstehen.
Manchmal, wenn mich jemand um Hilfe bittet, frage ich ihn: „Glauben Sie an Zauberei?“ Er antwortet in etwa: „Nein, ich nicht; aber ich weiß, dass es Menschen gibt, die daran glauben.“ Aber man lauscht sehr genau darauf, wie sie antworten, denn wenn auch nur ein bisschen Angst durchklingt, weiß man, dass sie Zauberei fürchten und doch daran glauben. Dann weiß man besser, wie man für diesen Menschen beten kann und wie man ihm aus dem Mesmerismus heraushelfen kann. Ich wende mich oft an Mrs. Eddys Artikel „Wege die vergeblich sind“ (Die Erste Kirche Christi Wissenschaftler und Verschiedenes, S. 210-213), denn er hilft mir zu erkennen, dass tierischer Magnetismus, der Glaube an das Böse, keine Macht hat. Wie könnte er Macht haben, wenn Gott Allmacht ist? Also arbeite ich mit dem Artikel „Wege die vergeblich sind“ und mit dem Kapitel „Tierischer Magnetismus demaskiert“ in Wissenschaft und Gesundheit (S. 100-106), weil sie zusammenwirken. Dann erkenne ich das Nichts des Bösen und das Alles Gottes. So arbeite ich mit meinen Patienten. Und natürlich ist jeder Fall einzigartig.
Als ich 1989 das erste Mal in Kinshasa (Demokratische Republik Kongo) war, um Vorträge zu halten, lernte ich, dass es wichtig ist, einem Patienten den geistigen Schöpfungsbericht aus dem ersten Kapitel der Bibel zu erklären. Ich musste den Patienten zeigen, dass sie die Herrschaft haben, dass sie Autorität haben und dass sie als Bild und Gleichnis Gottes geschaffen worden sind. Ich lernte das, weil ein Zauberdoktor jemandem etwas zu riechen oder zu trinken gibt und ihm dann sagt: Jetzt ist alles in Ordnung. Und wenn Sie in einer Situation in der christlich-wissenschaftlichen Praxis jemandem sagen, was er lesen soll, dann könnte er es mit Zauberei vergleichen. Der Praktiker der Christlichen Wissenschaft wird dann in die gleiche Kategorie wie der Zauberdoktor eingeordnet, weil der Zauberdoktor ihnen etwas gibt, was sie auf die eine oder andere Art benutzen können, damit es ihnen besser geht.
Wenn Sie also als Praktiker zu einem Patient, der die Christliche Wissenschaft noch nicht kennt, sagen: „Lesen Sie dies, studieren Sie dies und denken Sie darüber nach“, dann könnte der Patient diese Anweisung mit der Behandlung verwechseln, die er von einem Zauberdoktor bekommen würde. Deshalb ist es so wichtig, die Allheit Gottes zu bekräftigen — die Allmacht der Christus-Tätigkeit Gottes zu vergrößern und das Nichts des Bösen zu erkennen. Das Böse hat keine Macht! Natürlich sagt Mrs. Eddy uns, dass das Böse nur die Macht hat, die wir ihm geben. Das Böse kommt zu uns, um Macht zu haben, und wir geben ihm die Macht, die es zu haben scheint. Und so lausche ich einfach auf Gott, damit Er mir zeigt, wie ich jedem Patienten helfen kann, diese Zeilen in der für ihn richtigen Weise zu verstehen.
Bildlich gesehen ist Zauberei ein Gewürm, das kriecht. Es kann in Ihnen hoch kriechen, wenn Sie nicht wachsam sind, und versuchen, Herrschaft über Sie zu gelangen. Aber eigentlich ist das Gegenteil davon wahr: Der Mensch, als Gottes Gleichnis, hat Herrschaft über Zauberei.
Wenn es ironischerweise so ist, dass Menschen christlich-wissenschaftliche Behandlung mit Zauberei in Zusammenhang bringen, wenn man ihnen Abschnitte aus der Bibel und aus Wissenschaft und Gesundheit zu lesen gibt, wie machen Sie das dann? Ermutigen Sie sie trotzdem, Texte zu lesen?
O, ja! Und sogar wenn ich sie bitte, Wissenschaft und Gesundheit zu lesen, obwohl sie es vorher noch nie in der Hand hatten, sage ich ihnen, sie sollen es lesen und sie werden Heilungen erleben. Aber ich erkläre ihnen, dass es keine Magie ist, denn Magie hat etwas mit Zauberei zu tun. Ich erkläre ihnen, dass dieses Buch die Wahrheit enthält, die Jesus Christus lehrte und mit der er heilte. Dadurch können sie Heilung erwarten und nicht irgendeinen Zauber, der sie, sozusagen, anspringt.
Und wenn ich empfehle, was sie lesen können, erkläre ich, dass diese Stellen uns helfen zu verstehen, wer wir sind. Ich sage dem Patienten: „Ich möchte, dass Sie mit diesen Gedanken beten und feststellen, wie Sie sie auf Ihr Problem anwenden können.“ Wir arbeiten zusammen, um ihr Denken zu erheben, um zu sehen, wer sie — als Bild Gottes — wirklich sind, um zu erkennen, dass sie dadurch Herrschaft haben über das „Gewürm, das auf Erden kriecht“. Ich zeige ihnen das Erste Buch Mose, in dem steht: „Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über ... alles Gewürm, das auf Erden kriecht.“ (Kapitel 1)
Bildlich gesehen ist Zauberei ein Gewürm, das kriecht. Es kann in Ihnen hoch kriechen, wenn Sie nicht wachsam sind, und versuchen, Herrschaft über Sie zu erlangen. Aber eigentlich ist das Gegenteil davon wahr: Der Mensch, als Gottes Gleichnis, hat Herrschaft über Zauberei. Wir sprechen darüber und über anderes kriechendes Gewürm, das wir beherrschen. Zum Beispiel der Glaube an Armut — wie ist er in ihr Denken gekrochen? Vielleicht haben sie einen faulen Zahn — wie ist der Glaube der Fäulnis in ihr Denken gekrochen? Und vielleicht ist bei jemandem, der schon etwas älter ist, der Gedanke an Altern hineingekrochen — Altern beginnt wie eine sich anschleichende Schlange und kann, wenn es nicht geistig betrachtet wird, zu einem Drachen werden. So versuche ich, mit meinen Patienten zu arbeiten.
In allen meinen Vorträgen versuche ich AIDS anzusprechen. Ich nutze das Gleichnis des Barmherzigen Samariters (Lukas 10), denn es ist eine Möglichkeit, den Menschen Hoffnung zu geben, und es hilft, das soziale Stigma aufzuheben, das mit AIDS verbunden ist.
Was gibt es noch für andere aggressive Ansprüche, mit denen Sie in Afrika zu tun haben?
Das AIDS-Problem ist sehr verbreitet. Ich habe festgestellt, wenn es um AIDS geht, müssen Sie mit dem Patienten arbeiten, indem Sie ihm helfen, seine Würde wieder zu erlangen. Sie müssen ihm helfen zu erkennen, wie sehr Gott ihn liebt. Denn, wie ich schon in einem Artikel im Christian Science Sentinel vor einigen Jahren schrieb („Africa — starving for the Mother-love of God,“ Sentinel, 22. Juli 2002, S. 11), suchen Menschen nach Liebe, aber sie suchen am falschen Ort. Sie suchen sie im Körper anderer Menschen. Aber was sie fühlen müssen, ist die Mutter-Liebe Gottes. Sie müssen den Tröster fühlen. Sie müssen den Christus und die immergegenwärtige, allmächtige Liebe Gottes fühlen, die sie umgibt.
In allen meinen Vorträgen versuche ich AIDS anzusprechen. Ich nutze das Gleichnis des Barmherzigen Samariters (Lukas 10), denn es ist eine Möglichkeit, den Menschen Hoffnung zu geben, und es hilft, das soziale Stigma aufzuheben, das mit AIDS verbunden ist.
Während des Vortrags frage ich die Zuhörer: „Wenn jemand zu Ihnen käme und erzählte, dass bei ihm gerade AIDS diagnostiziert wurde, wie würden Sie reagieren? Denken Sie sofort:, O, er wechselt häufig den Partner!’ Werden Sie über ihn tratschen?“ Und dann frage ich: „Oder werden Sie diesen Mensch als das heilige Kind Gottes sehen? Werden Sie ihm oder ihr in dieser Situation helfen? Er hat sich Ihnen anvertraut. Sie sind die erste Person, mit der er gesprochen hat. Werden Sie Stillschweigen bewahren? Werden Sie mit ihm beten? Werden Sie alles tun, womit Sie ihm helfen können?“ Ich bringe solche Punkte in allen meinen Vorträgen, denn das soziale Stigma von AIDS schafft genauso viel Leiden wie die Krankheit selbst.
Also kommt es darauf an zu lieben.
So ist es. Auf mitfühlende Liebe kommt es an. Ich gehe in meinen Vorträgen sehr viel darauf ein, wie wichtig es ist, unseren Nächsten zu lieben wie uns selbst. In meinem Vortrag vor dem Volksentscheid hier im November sprach ich sehr viel über Einheit: „Dies ist eine Nation. Dies ist ein Land. Es gibt hier viele Stämme, aber wir sind ein Volk. Und wir müssen einander lieben.“
Ich helfe den Menschen in Kenia, ihre Liebe zu den Kindern zu bekräftigen, denn das ist grundlegend wichtig für jeden Stamm des Landes. Sie können ihnen helfen, sich in dieser Liebe für die Kinder zu vereinen.
Wissen Sie, Kenia ist eine ausgeprägte Stammesgesellschaft. Es ist so wichtig, weiterhin an der Vereinigung zu arbeiten, sie zu fördern und die Stämme zu fragen: „Was habt Ihr gemeinsam? Wie könnt Ihr zusammenarbeiten?“ Das ist meine Arbeit für das Land. Und ich helfe den Menschen in Kenia, ihre Liebe zu den Kindern zu bekräftigen, denn das ist grundlegend wichtig für jeden Stamm des Landes. Sie können ihnen helfen, sich in dieser Liebe für die Kinder zu vereinen. Und dann helfen Sie ihnen zu erkennen, was die Kinder ausdrücken — Spontaneität, Reinheit und Unschuld, und nicht Gewalt, nicht den Versuch, sich gegenseitig zu zerstören oder zu unterwandern. Und so geht es eigentlich darum, die Menschen zu lehren, wie sie sich umeinander kümmern können.
Wissen Sie, wenn Sie in den USA eine neue Idee haben, z. B. an ihrem Arbeitsplatz, sagen die Menschen meistens: „Großartig! Dies ist eine gute Idee! Lasst es uns probieren!“ Sie spornen sich gegenseitig an. Aber in Afrika läuft das oft nicht so. Sie haben eine neue Idee und irgendjemand wartet nur darauf, auf Ihnen herumzutrampeln und Sie zu unterdrücken. Und dabei kommt es nicht auf die Gesellschaftsschicht an, es kommt nicht darauf an, in welchem Land Sie wohnen, es passiert überall. In Westafrika erzählen Sie es nicht einmal Ihrem besten Freund, wenn Sie am nächsten Morgen ein Geschäft abschließen wollen. Denn Ihr Freund könnte dort sein und das Geschäft abgeschlossen haben, bevor Sie überhaupt dort sind. So läuft das hier. Und deshalb arbeite ich jetzt bei meinen Vorträgen mit den Vorstellungen darüber, wie wir uns gegenseitig fördern, uns anspornen und das Gute in unserem Leben vermehren können.
Ich weise auch alle auf den Abschnitt in der Bibel hin, in dem steht: „Haben wir nicht alle einen Vater? Hat uns nicht ein Gott geschaffen? Warum verachten wir denn einer den anderen ...?“ (Maleachi 2) Und das hilft uns allen, die einfache geistige Grundlage zu verstehen, den anderen als gleichberechtigt zu sehen.
Das ist sehr schön, Mrs. Scherer. Sie helfen den Menschen durch Ihre Gebete und Ihre metaphysische Arbeit, Gottes — des Lebens — allumfassende Liebe zu fühlen und zu verstehen, dass wir alle zusammen Brüder und Schwestern sind, gleichermaßen und vorurteilsfrei und reichlich geliebt. Die Gestaltung unseres Lebens durch das göttliche Gemüt, Seele, enthält keine Rivalität.
Es gibt keinen Wettbewerb. Gott schuf jeden von uns zu unserem eigenen Zweck und dieser Zweck ist Sein Zweck. Warum wurden wir geschaffen? Wir sind nicht das Ergebnis einer sexuellen Beziehung. Wir sind das Ergebnis dessen, dass Gott uns jetzt braucht, um Ihn zu verherrlichen. Und das ist unser ganzer Zweck. Den Zweck finden wir niemals in irgendeiner Form von Wettbewerb oder Rivalität, im Gegenteil, wir bekämpfen unseren Zweck, wenn wir ihn dort suchen.
Ich stelle auch in meinen Vorträgen dar, dass wir, wenn wir an Korruption in der Politik glauben, auch an Korruption in unserem Körper glauben. Wir sprechen darüber, wie eine Krankheit versuchen könnte, unsere Identität zu bestechen, und wie sie versuchen würde, ihn zu zerteilen und ihn verfallen zu lassen.
Gibt es noch eine Herausforderung?
Korruption! Ich habe dieses Thema letztes Jahr bei einem Vorbereitungstreffen für einen Vortrag in Nigeria angesprochen. Ein Mann war dabei, der nur dasaß und mich ansah und lächelte. Ich schaute ihn an und sagte: „Sie glauben nicht, dass Korruption geheilt werden kann?” Und er sagte: „Nein.“ Danach hatten wir eine gute Diskussion darüber, wie Korruption geheilt werden kann, denn jemand anderes sagte: „O.k., zeigen Sie uns, wie man sie heilt!“ Also besprach ich mit ihnen eine Behandlung, durch die man Korruption heilen kann. Wissen Sie, noch bevor ich Nigeria wieder verlassen hatte, wurde so viel Korruption des Finanzministers aufgedeckt. Und ich sagte zu mir: „Ob das jemand erkennt oder nicht, dies ist ein Ergebnis dessen, dass wir in unseren Treffen das Thema Korruption angesprochen haben, denn dadurch haben die Menschen gedacht, Es kann geheilt werden' und dann haben sie dafür gebetet.“
Ich stelle auch in meinen Vorträgen dar, dass wir, wenn wir an Korruption in der Politik glauben, auch an Korruption in unserem Körper glauben. Wir sprechen darüber, wie eine Krankheit versuchen könnte, unsere Identität zu bestechen, unser geistiges Konzept unseres Körpers, und wie sie versuchen würde, ihn zu zerteilen und ihn verfallen zu lassen. Wenn Sie also an die Macht von Korruption glauben, lassen Sie sie auch in ihren Körper eindringen.
Was machen Sie als Erstes, wenn jemand Sie um Hilfe bittet?
Wissen Sie, wenn ein Patient anruft und beginnt, sein Problem auszubreiten, umgebe ich ihn mit ganz viel Liebe. So beginne ich, ihnen damit zu helfen, zu wissen, wie sehr Gott sie liebt. Und natürlich rede ich mit ihnen. Und ja, ich gebe ihnen etwas zu lesen oder zum Studieren oder etwas, womit sie beten können. Aber meine Arbeit ist es, sie mit der Christus-Liebe, der Kraft, der Gegenwart Gottes zu umgeben — zu wissen, dass sie davon umgeben sind — damit sie dies fühlen, bevor das Gespräch zu Ende ist. Und ich helfe ihnen zu erkennen, dass diese Christus-Liebe, dieses Wirken Gottes, die Kraft ist, die sie heilen wird. Und dass sie diese Kraft in diesem Augenblick erhält und in diesem Augenblick stärkt und in diesem Augenblick beschützt. Und dass diese Aktivität des Christus immer da ist.
Und dann helfe ich ihnen dankbar zu sein. Manchmal bitte ich sie, still dazusitzen und über alles nachzudenken, wofür sie dankbar sein können, denn Dankbarkeit ist ein Schlüssel zur Heilung. Aber es ist erstrebenswert ihnen zu helfen zu erkennen, wie sehr Gott sie genau in diesem Augenblick als Sein vollkommenes, geliebtes Kind — Seinen vollkommenen, geliebten Sohn oder Seine vollkommene, geliebte Tochter — liebt. Und dass es nichts gibt, was diese Liebe Gottes, die sie in diesem Augenblick umgibt, stören kann.
Mit den Patienten zu arbeiten und ihre Gedanken zu erheben, damit sie ihre wahre Identität und ihre Würde erkennen, hilft mir danach, zu einer argumentativen Behandlung überzugehen — bei der ich geistig auf der Seite der Wahrheit argumentiere und gegen den Irrtum — wenn dies notwendig erscheint. Aber oft bringt es schon Heilung, an der Immergegenwart und Allmacht der Liebe festzuhalten.
Haben Sie noch ein paar abschließende Gedanken?
Hier in Afrika gibt es wirklich viele Herausforderungen. Aber Herausforderungen helfen uns zu wachsen. Und genau wie damals, als ich gerade in Afrika ankam, lerne ich immer noch ständig etwas Neues dazu. Ansonsten könnte ich keine gute Lehrerin sein. Ich muss wissen, aus welcher geistigen Richtung meine Schüler kommen. Ich muss mir so vieler Dinge bewusst sein. Aber ich glaube nicht, dass ich als Lehrerin so motiviert wäre, wenn ich noch in den USA wäre. Ich weiß nicht, ob ich dort dieses Verlangen zu unterrichten entwickelt hätte, das ich hier entwickelt habe. Mein Verlangen war einfach, der Menschheit zu helfen, die Kirche zu unterstützen, jedem zu helfen, seine geistige Identität zu erkennen und Heilung zu bringen.
Wissen Sie, ich bin viel gereist und habe in 15 verschiedenen afrikanischen Ländern Vorträge gehalten, und manche davon mehrmals. Und ich lerne immer noch dazu. Aber ich muss auch immer wieder neue Dinge lernen, um eine erfolgreiche Vortragende zu sein, eine erfolgreiche Praktikerin, eine erfolgreiche Lehrerin.
Ich kann mich nicht auf dem Vergangenen ausruhen, ich versuche immer, es noch besser zu machen.
