Skip to main content Skip to search Skip to header Skip to footer

Wo ist das Problem?

Aus der November 2008-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Immer wieder muss ich regelrecht aufpassen, dass es mich nicht entmutigt, dass die Welt voller Probleme zu sein scheint. Die täglichen Nachrichten sind voll davon. Es stürzen Dächer ein, Seuchen brechen aus, die Erde bebt oder ein Fluss sorgt irgendwo für verheerende Überschwemmungen, es werden Kriege geführt mit ihren Folgen oder Terroristen reißen Unschuldige in den Tod.

Ich versuchte, mich von diesem Druck zu befreien und einen hilfreichen Gedanken zu finden. Also nahm ich die Bibel zur Hand und schlug sie ganz am Anfang auf. Im ersten Kapitel des Ersten Buches Mose wird für jeden Schöpfungstag eine Lösung aufgezeigt:

1. Das Licht wird von der Finsternis geschieden.

2. Die Feste (Himmel) wird vom Wasser getrennt.

3. Entfaltung überwindet Begrenzung.

4. Der Tag (Liebe) löscht die Nacht (Furcht) aus.

5. Bewegung und Vielfalt erfüllen die Leere.

6. Der Mensch als Mann und Frau spiegelt die göttlichen Gesetze wider; es gibt keinen Mangel.

7. Gott ruht im Wirken; Gott ist Leben.

Beim Weiterlesen im zweiten Kapitel werden nun plötzlich eine Fülle von Problemen aus einer umgekehrten Sichtweise dargestellt. Alles, was schon gelöst war, wird nun ins Gegenteil verdreht: Es entstehen Lüge, Versuchung, Leidenschaft, Böses, Furcht, Schuld, Feindschaft, Strafe, Tod. Dieses – zweite – Bild kann doch nicht die Wahrheit über den Menschen sein! Das Entscheidende für mich bei dieser Gegenüberstellung ist die Tatsache, dass die Lösung immer schon besteht, bevor das so genannte Problem auftritt. Das, was sich als Problem darstellt, scheint eine Folge von Unvernunft, Unverständnis und Irrtum zu sein. Es ist mir aber sehr wichtig zu erkennen, dass der Mensch in seiner vollkommenen Widerspiegelung des Seins – wie im ersten Schöpfungsbericht beschrieben – nicht diesen Fehlern unterliegt, sondern Intelligenz, Nächstenliebe und Wahrheit zum Ausdruck bringt.

Mit diesen Gedanken sehe ich viel klarer, wie viel Gutes dauernd um mich herum geschieht, ja wie viele Probleme gar nicht entstehen, weil sie durch liebevolles Handeln vermieden oder schon im Ansatz wirkungslos gemacht werden. Ich versuche, diese Denkweise täglich aufrechtzuerhalten, um Lösungen zu sehen, die schon vorhanden sind.

Als Jesus predigte und heilte und sich etwa fünftausend Menschen versammelt hatten, die ihm gefolgt waren, war es für seine Jünger ein Problem, alle diese Menschen zu ernähren. Sie sahen nur das wenige verfügbare Geld und das Kind mit den wenigen, nämlich nur fünf Broten und den zwei Fischen. Aber Jesus „wusste wohl, was er tun würde“ (Johannes 6), d. h., für ihn gab es nur die Lösung, nämlich die volle Versorgung durch das Gesetz der göttlichen Liebe. Daher dankte er für das, was für ihn bereits geschehen war, was seine Jünger aber noch nicht erkannten. Die Leute wurden nicht nur gesättigt, sondern es blieben zwölf Körbe voll übrig. Auch bei vielen anderen Begebenheiten und Heilungen in der Bibel war die Lösung schon da, ohne dass die Umstehenden es wahrnehmen konnten. Das, was die Menschen noch als Problem sahen, war für Mose, Elia, Elisa oder Jesus schon gelöst. Diese Beispiele sind auch heute noch gültig und anwendbar.

Es ist so entscheidend, mit welchen Gedanken man sich beschäftigt. Liebevolles Denken und Handeln ist ein sicheres Fundament und Schutz für sich und andere. Es ist die Grundlage für das, was man erlebt. Schon der Prediger sagte: „Wer auf den Wind (Zorn) achtet, der sät nicht, und wer auf die Wolken (Irrtum) sieht, der erntet nicht“ (Prediger 11).

Ich erinnere mich an eine Autofahrt letztes jahr, als auf der dicht befahrenen Autobahn das übernächste Auto vor mir plötzlich ins Schleudern geriet. An scharfes Bremsen war bei den vielen Fahrzeugen hinter mir nicht zu denken. So eine Situation läuft blitzschnell ab. Mein erster Gedanke war: Es gibt eine Lösung und keiner kommt zu Schaden. Das defekte Auto schleuderte gegen die rechte Leitplanke und der vor mir Fahrende steuerte links vorbei. Dann prallte das Auto zurück zur Mitte der Fahrbahn und ich fuhr rechts vorbei. Im Rückspiegel sah ich, dass alle nachfolgenden Autos links und rechts vorbeifahren konnten, ohne Schaden zu nehmen. Der Verkehr ordnete sich wieder und der Betroffene konnte unbeschadet aussteigen. Es hatte sich eine Lösung gezeigt, die menschlich nicht vorhersehbar, aber göttlich geführt war.

Es ist so entscheidend, mit welchen Gedanken man sich beschäftigt. Liebevolles Denken und Handeln ist ein sicheres Fundament und Schutz für sich und andere. Es ist die Grundlage für das, was man erlebt.

Im Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, in dem ich oft lese, schreibt die Autorin sehr einleuchtend auf Seite 3: „Wer würde sich vor eine Wandtafel stellen und das Prinzip der Mathematik bitten, das Problem zu lösen? Die Regel ist bereits aufgestellt und es ist unsere Aufgabe, die Lösung auszuarbeiten.“ Ja, in jedem Prinzip ist die Lösung bereits enthalten. Es erfordert unser Gebet, die richtige Lösung zu erkennen und dadurch im Alltag zu erfahren.

Wenn Sie mehr Inhalte wie diese erforschen möchten, können Sie sich für wöchentliche Herold-Nachrichten anmelden. Sie erhalten Artikel, Audioaufnahmen und Ankündigungen direkt per WhatsApp oder E-Mail. 

Anmelden

Mehr aus dieser Ausgabe / November 2008

  

Die Mission des Herolds

„... die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden ...“

                                                                                                                            Mary Baker Eddy

Nähere Informationen über den Herold und seine Mission.