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Original im Internet

Schlüsselmomente beim geistigen Wachstum

Keine aggressiven Zweifel mehr

Aus der November 2018-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 17. September 2018 im Internet.


Ich wuchs in einer engagierten Familie Christlicher Wissenschaftler auf. Meine Mutter gab ihren Friseursalon auf, um Praktikerin der Christlichen Wissenschaft zu werden, als ich klein war, und mein Vater wurde kurz nach der Heirat Christlicher Wissenschaftler. Das bedeutete, dass in unserer Familie das Thema Christliche Wissenschaft völlig zum Alltag gehörte. Als meine Schwester und ich im Gymnasium waren, nahm die ganze Familie außerdem an den Mittwochabend-Versammlungen teil.

Rückblickend bin ich dankbar, dass meine Eltern darauf geachtet haben, die Christliche Wissenschaft zum Teil unseres Lebens zu machen. Doch als Teenager war ich darüber nicht so glücklich! In der Oberstufe hatte ich Philosophie belegt. Mein Tischnachbar war Christ, doch alle anderen in der Klasse waren entweder Agnostiker oder Atheisten. Der Lehrer neigte ebenfalls zum Atheismus. Ich weiß noch, dass es einige Monate lang um „die Vorstellung von Gott“ ging. Mein christlicher Freund und ich fühlten uns mit Fragen und Kritik überhäuft, als der Rest der Klasse die Argumente für und gegen eine Existenz Gottes prüften und auseinandernahmen.

Nach dem Unterricht fühlte ich mich immer belastet und uninspiriert, und es war, als ob ich allmählich unterworfen wurde. Ein Freund sagte mir sogar, dass an Gott zu glauben eine Verschwendung meiner Intelligenz sei! Ich fühlte mich unglücklicher als sonst, stellte mein Verständnis von der Christlichen Wissenschaft infrage und lehnte mich gegen meine Eltern auf. Ich bombardierte sie mit Fragen darüber, wie die Christliche Wissenschaft all die Argumente beantworten würde, die ich im Philosophieunterricht durchnahm. Obwohl sie anfangs sicher versuchten, meine Fragen zu beantworten, hatten sie bald genug davon.

Eines Tages fühlte ich mich an der Grenze meiner Möglichkeiten. Es war ein Sonntagmorgen und wir wollten gerade zur Sonntagsschule aufbrechen. Ich war schlecht gelaunt und wollte nicht mitgehen. Sonst ging ich ganz gern zur Sonntagsschule – im Gegensatz zum Philosophieunterricht war sie wenigstens ein Ort, wo ich mich geliebt, unterstützt und anerkannt fühlte. An jenem Morgen wurde mir klar, dass ich die Wahl hatte: Ich konnte entweder mit diesen aggressiven Argumenten weitermachen – ohne den Antworten zuzuhören – und mich immer schlechter fühlen, oder ich konnte zur Sonntagsschule gehen und dem zuhören, was mir beigebracht wurde. Ich entschied mich für die zweite Möglichkeit. Es war eine Art „Herr, wenn es Dich gibt, zeig‘s mir“-Entscheidung.

An dem Sonntag hatten wir eine Vertretungslehrerin, und sie begann den Unterricht mit den Worten: „Bevor wir heute anfangen, bitte ich euch um einen Vertrauensvorschuss.“ Das bedeutete, dass wir Fragen erst später stellen und stattdessen bereit sein sollten, das zu akzeptieren, was sie uns vorlegte – nicht durch blinden Glauben, sondern durch Glauben, der sich auf geistiges Verständnis und Folgern stützt. Ich beschloss mit Überzeugung, offen für die geistigen Ideen und die Inspiration zu sein, die an jenem Tag im Unterricht besprochen wurden, und die alles anzweifelnde Stimme in meinem Kopf so lange zu ignorieren.

Das führte zu sofortigem Umdenken. Als ich mich demütig für das öffnete, was die Lehrerin aus der Bibel und dem Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy, unterrichtete, wurden alle meine Fragen beantwortet. Ich fing an, die Christliche Wissenschaft so zu sehen, wie sie wirklich ist: eine jeder menschlichen Philosophie weit überlegene göttliche Idee. Wissenschaft und Gesundheit enthält diesen Satz: „Die Christliche Wissenschaft lehrt nur, was geistig und göttlich, und nicht, was menschlich ist. Die Christliche Wissenschaft ist unfehlbar und göttlich; die menschliche Auffassung von den Dingen irrt, weil sie menschlich ist“ (S. 99). Mir wurde klar, dass meine Fragen vorher nicht beantwortet wurden, weil ich sie in einem philosophischen Rahmen betrachtete, statt die göttliche Wahrheit verstehen zu wollen.

Beispielsweise war im Philosophieunterricht immer wieder die Frage nach der Definition von Gott als eine Art Übermensch aufgekommen, nicht als rein geistiges Wesen. Von diesem Standpunkt aus war es einfach, die Idee von Gott als imaginäre Schöpfung des menschlichen Egos zu sehen, statt als den allmächtigen Gott, der den Menschen erschaffen hat. Doch wie ich in der Sonntagsschule der Christlichen Wissenschaft lernte, ist Gott kein Mann in den Wolken, der auf uns herabschaut und sich zum Guten oder Bösen in unser Leben einmischt. Gott ist Liebe, eine unsichtbare, aber allgegenwärtige Macht, die wir alle spüren und erleben können.

Liebe ist unendlich – sie versiegt niemals. Wie kann Gott, der unendliche Liebe ist, in eine begrenzte Figur gezwängt werden, einem sterblichen Menschen gleich, der in den Himmel gezwängt wird? Wie die Christliche Wissenschaft erklärt, besteht Gott nicht aus sterblichen Eigenschaften, und wir sind der Ausdruck von gottähnlichen Eigenschaften. Jesus sagte: „Das Reich Gottes ist inwendig in euch“ (Lukas 17:21), und in Wissenschaft und Gesundheit lesen wir: „Die menschliche Philosophie hat Gott dem Menschen ähnlich gemacht. Die Christliche Wissenschaft macht den Menschen Gottähnlich. Ersteres ist Irrtum; Letzteres ist Wahrheit“ (S. 269).

Von dem Tag an gab es kein Zurück. Ich bin dankbar für diesen Philosophieunterricht, denn er half mir zu verstehen, wie man die normalen Eindrücke infrage stellt. Doch ich bin erheblich dankbarer für die Christliche Wissenschaft und wie mächtig und wirksam sie in meinem Leben wurde, als ich anfing, auf Gott zu hören, statt nur menschlich ständig darüber zu diskutieren. Natürlich hatte ich seitdem Augenblicke des Zweifels, doch der Vertrauensvorschuss, den ich in der Sonntagsschule gab, ist eine ständige Ermahnung daran, wie wirksam es sein kann, aggressiven Zweifeln nicht nachzugeben, sondern Davids Anweisung im 46. Psalm zu erfüllen: „Seid still und erkennt, dass ich Gott bin“ (Vers 11).

Die Freude und Heilung, die von diesem stillen Lauschen gekommen ist, gestattet mir, Mary Baker Eddys Erklärung ganz und gar zuzustimmen: „Wenn jede Form und Erscheinungsweise des Bösen dem menschlichen Denken entschwindet und Weichtiere und Strahltiere geistige Begriffe sind, die für den einen Schöpfer zeugen, dann ist die Erde voll von Seiner Herrlichkeit, und die Christliche Wissenschaft hat alle menschliche Philosophie in den Schatten gestellt, und das Sein wird in überraschendem Gegensatz zu menschlichen Hypothesen verstanden; und Sokrates, Platon, Kant, Locke, Berkeley, Tyndall, Darwin und Spencer sitzen zu Jesu Füßen“ (Vermischte Schriften 1883–1896, S. 361).

Robert Witney

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