Ich wurde durch eine indische Freundin auf die Christliche Wissenschaft aufmerksam. Sie hatte von einer Praktikerin der Christlichen Wissenschaft – einer Heilerin – gehört, und obwohl sie fast nichts über die Christliche Wissenschaft wusste, gab sie mir die Telefonnummer der Frau, weil mein Baby krank war.
Ich rief die Praktikerin gleich am selben Tag an. Ich weiß noch, dass sie mich fragte, ob ich an Heilung durch Gebet interessiert sei. „Natürlich!“, antwortete ich. Wenige Minuten nachdem wir aufgelegt hatten war meine Tochter fast augenblicklich geheilt.
Ich wollte mehr darüber wissen, wie diese bemerkenswerte Heilung möglich gewesen war, daher besuchte ich einen Leseraum der Christlichen Wissenschaft in meiner Nähe und kaufte das Buch Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy, der Entdeckerin der Christlichen Wissenschaft. Ich fing sofort an, darin zu lesen. Erst konnte ich nicht fassen, dass es tatsächlich Leute gibt, die an einen so liebevollen und guten Gott glauben und Ihm vertrauen und von diesem Gott erwarten, alle möglichen ernsten Krankheiten zu heilen.
Ich las Wissenschaft und Gesundheit immer wieder, obwohl ich oft nicht wusste, wie ich die darin enthaltenen metaphysischen Konzepte anwenden könnte. Doch ich gab nicht auf. Ich rang mit dem Konzept, dass der Mensch die Widerspiegelung Gottes, der göttlichen Liebe, ist, und fand schließlich einen Satz, der mein Denken in die richtige Bahn lenkte. Statt einer kontraproduktiven Litanei an Sorgen konnte ich diesem Gedanken folgen: „Die göttliche Liebe hat immer jeden menschlichen Bedarf gestillt und wird ihn immer stillen“ (S. 494). Ich stützte mich auf diesen Wahrheitsgedanken, nachdem jede materielle Unterstützung versagt hatte.
Als ich die Gelegenheit hatte, am zweiwöchigen Elementarunterricht der Christlichen Wissenschaft teilzunehmen, lernte ich, wie man die geistigen Konzepte, über die ich in Wissenschaft und Gesundheit gelesen hatte, zum Heilen anwendet. Das war ein wahrer Segen, denn kurz darauf durchlief ich eine schwierige Scheidung, die Drohungen, einen körperlichen Zusammenbruch, Mangel an Beschäftigung und Einkommen sowie die Furcht und Missbilligung meiner geliebten Familie nach sich zog.
Ein Problem, das mir besonders Angst machte, war Verarmung. Die Scheidung, gefolgt von einem offenkundig vollständigen körperlichen und seelischen Zusammenbruch, bewirkte, dass ich keine ersichtliche Einnahmequelle hatte. Ich war aufgrund einer chronischen Krankheit, für die ich zahlreiche alternative Heilmethoden probiert hatte, längere Zeit bewegungsunfähig, und ich war von Freunden und anderen außerhalb meiner unmittelbaren Familie abgeschnitten. Während dieser Zeit halfen mir Praktikerinnen und Praktiker der Christlichen Wissenschaft zu verschiedenen Zeiten, mich sicher zu fühlen und auf Gott zu vertrauen. Diese Personen zeigten mir eine Liebe, die so rein und selbstlos war, wie sie meiner Meinung nach selten ist. Es war, als ob ich einen Vorgeschmack auf den Himmel erhielt. Durch ihre unermüdlichen Gebete überwand ich die Dunkelheit und fand ein neues Verständnis von Leben – von Leben als Gott.
Ich betete täglich, um zu wissen, dass unsere Bedürfnisse gestillt werden, wenn wir uns auf die göttliche Liebe stützen, auch wenn die Unterhaltszahlungen kaum ausreichten, um meine beiden Kinder zu ernähren. Ich erinnere mich, dass ich eines Tages ein wortloses Sehnen hatte zu verstehen, was es bedeutet, vollständig auf eine allmächtige Liebe zu vertrauen.
Nach und nach zeigten sich Lösungen. Meine Mutter öffnete uns ihr Haus, und unsere Beziehung wurde mit der Zeit geheilt. Ich begann, Wissenschaft und Gesundheit und die anderen Schriften von Mary Baker Eddy sowie die Bibel ernsthafter zu studieren. Als ich mich besser fühlte, fing ich an, kleinen Kindern in der gemeinnützigen Tanzschule meiner Mutter Unterricht zu geben. Ich stellte fest, dass die Kinder die angeborene Unschuld von Gottes Kindern überzeugend repräsentierten.
Auch nachdem ich bei meiner Mutter eingezogen war, hatte ich Schwierigkeiten, meine Kinder zu ernähren. Ich begann jeden Tag mit dem Gebet des Herrn. Es war mir so neu und doch leuchtete es mir mithilfe von Mrs. Eddys inspirierter Auslegung auf Seite 16 und 17 von Wissenschaft und Gesundheit völlig ein. Diese geistige Auslegung schließt folgendermaßen: „Denn Gott ist unendlich, die Allmacht, alles Leben, alle Wahrheit, alle Liebe, über allem und Alles.“
Das Problem von Mangel und körperlicher Schwäche spornte mich an, stetig zu bestätigen, dass jeder Bedarf von Gott gedeckt wird, denn Er ist Leben – mein Leben –, und dieses Leben hat reichhaltige Ressourcen für uns alle. Immer wenn ich Gott um Führung oder Hilfe bat, fühlte ich eine Demut, die mein Denken für Gott als Mutter öffnete, eine Mutter, die ihre Kinder beständig ernährt, fördert und führt.
Diese Aussage in Wissenschaft und Gesundheit war mir eine besondere Hilfe: „Der Mensch ist nicht dazu erschaffen, den Boden zu beackern. Sein Geburtsrecht ist Herrschaft, nicht Unterwerfung. Er ist Herr über den Glauben an Erde und Himmel – nur seinem Schöpfer untergeordnet. Das ist die Wissenschaft des Seins“ (S. 517–518). Ich fing an, von diesem Standpunkt aus zu argumentieren, und kam zu dem Schluss, dass ich von Natur aus gesegnet bin – dass mein Erbe nicht darin bestand, eine kränkliche oder ärmliche Künstlerin zu sein, sondern eine Frau göttlichen Ansehens, herrlich stark.
Ich fand nicht nur Freiheit von Geldmangel, sondern erlangte die Würde und das Selbstbewusstsein zurück, die uns als Gottes Kindern rechtmäßig gehören. Ich passte nicht mehr in die Schubladen „geschiedene Mutter“ und „kränkliche Frau“, die mich so lange eingeengt hatten. Ich wusste im tiefsten Innern, dass sie nicht in Gott, der göttlichen Liebe, begründet waren und somit keine Basis in der Wirklichkeit hatten. Die göttliche Wissenschaft hatte mir ein Verständnis von Wirklichkeit als geistig, harmonisch und ewig vermittelt sowie die Überzeugung, dass mein Schöpfer mein Mann und die Quelle wahren Glücks und wahrer Stabilität ist (siehe Jesaja 54:5).
In den Jahren seither ist der Faden der Heilung von Mangel nicht abgerissen. Vor einigen Jahren erfuhr ich beispielsweise, dass meine Tochter für ihre Ausbildung mehrere Tests machen musste, die viel Geld kosteten, das innerhalb einer Woche aufgebracht werden musste. Schuhe, Kleider und Unterrichtsgebühren hatten unser Monatsbudget aufgebraucht. Doch wie ich in der Christlichen Wissenschaft entdeckt hatte, weiß Gott nichts von Krisen oder Mangel. Gott ist reine, unendliche Liebe. An dem Tag saß ich nur eine Weile still da und wandte mich vertrauensvoll an Gott. Ich betete einige Zeit, bis ich mich ruhig fühlte, und fuhr dann nach Hause. Alle Kosten jener Woche wurden gedeckt. Ich zweifelte nie wieder, dass Gott fähig ist, alle unsere finanziellen Bedürfnisse zu erfüllen.
Diese Heilung von Angst vor finanzieller Schwäche beendete die Frage unserer Versorgung dauerhaft. Ich wusste, dass ich mich ewiglich auf diesen allwissenden Gott, Gemüt, verlassen kann, dessen Fülle grenzenlos ist. Seitdem konnte ich Angehörige sanft ermutigen, auf die göttliche Liebe zu vertrauen, selbst wenn die materiellen Umstände übel aussahen – und sie stellten mit Freuden fest, dass ihre Bedürfnisse gestillt wurden. Von der Heilung von Fieber bei meinem Baby bis zur Überwindung der Suggestion chronischer Verarmung war jede Erfahrung ein Wendepunkt persönlichen Wachstums für mich. Ich muss zwar wie alle Menschen weiterhin Schwierigkeiten überwinden, doch diese Erfahrungen haben mir den Mut gegeben, stetig zu beten und darauf zu vertrauen, dass auch sie durch Gottes Gnade überwunden werden.
Anila Kumari
