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Original im Internet

Schlüsselmomente beim geistigen Wachstum

Eine aktive Rückkehr zur Christlichen Wissenschaft

Aus der Januar 2021-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 28. September 2020 im Internet.


Ich besuchte als Kind eine Sonntagsschule der Christlichen Wissenschaft und hatte Heilungen durch die Christliche Wissenschaft erlebt, auch ein paar körperliche durch meine eigenen Gebete. Doch als ich auszog, um aufs College zu gehen, kam ich nie auf den Gedanken, dass ich weiter zur Sonntagsschule oder zur Kirche gehen sollte. Allerdings trug ich in einem Fragebogen, den ich in der ersten Woche am College ausfüllen sollte, unter Religion ohne weiter nachzudenken „Christliche Wissenschaft“ ein.

Zuerst gefiel es mir am College, ich schloss Freundschaften und kam gut mit. Aber nach zwei Jahren hatte ich plötzlich das Gefühl, dass mir alles über den Kopf wuchs. Die Seminare und Anforderungen waren viel anspruchsvoller und schwerer, als alles, was ich vorher zu meistern hatte, und bald wusste ich nicht weiter. Ich begann mein drittes Jahr mit schlechten Noten und merkte schnell, dass ich nicht mitkam. In der Schule und den ersten beiden Studienjahren hatte ich mich nie sonderlich anstrengen müssen, aber nun hatte ich große Angst zu versagen. Ich konnte mir nicht vorstellen, so etwas meinen Eltern beichten zu müssen.

Als ich begriff, dass ich durch diese neue Phase meines Studiums nicht einfach hindurchspazieren konnte, beschloss ich, es mit der Christlichen Wissenschaft zu probieren. Ich holte meine Bibel und Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy hervor und nahm sie mit, wenn ich zum Lernen für Prüfungen in die Bibliothek ging. Ich blätterte darin und schrieb mir ein paar hilfreiche Stellen auf, aber meine Prüfungsergebnisse waren schlechter denn je.

Ich erklärte meiner Mutter unter Tränen – und empört –, dass ich es mit der Christlichen Wissenschaft versucht hätte und sie nicht geholfen hat. Sie sagte ruhig, dass es sich so anhörte, als ob ich versucht hatte, mit Gott zu verhandeln – wenn ich gute Noten bekam, würde ich wieder an Ihn glauben. Ich war wütend – wusste aber, dass sie recht hatte.

Während der ersten beiden „einfachen“ Jahre am College hatte ich gelegentlich Anrufe von einer Praktikerin der Christlichen Wissenschaft erhalten, die mit dem Asher House verbunden war, einem Studentenwohnheim für Christliche Wissenschaftler am College. Sie lud mich jeweils zu Versammlungen am Mittwochabend nach der üblichen Zeugnisversammlung in der örtlichen Kirche Christi, Wissenschaftler, ein. Ich hatte diese Einladungen immer höflich abgelehnt.

Doch als in meinem fünften Semester die Prüfungen bevorstanden, begriff ich, dass es zu spät war, Hilfe von einer Studiengruppe oder einem Tutor zu erhalten. Ich war geradezu in Panik und hatte keine praktischen Schritte unternommen, um Hilfe zu erhalten. Also rief ich die Praktikerin an und besuchte sie in ihrem Praxis-Büro. Sie sprach eine Stunde lang mit mir über Gott, dass Er die Quelle meiner Intelligenz und Fähigkeiten ist und nichts von meinen menschlichen Schwächen weiß; dass Er mich nur so sieht, wie Er mich gemacht hat – intelligent, kompetent, furchtlos. Als ich ging, dachte ich nicht weiter über das nach, was sie mir vermittelt hatte. Doch ich weiß noch, dass ich mich fühlte, als sei eine Last von mir genommen worden und dass ich mir keine Sorgen machen musste.

Am nächsten Tag besuchte ich meine Seminare wie immer, aber dann passierte etwas Ungewöhnliches. Ich merkte gleich im ersten Seminar, dass ich ganz anders als sonst zuhörte und mitschrieb. Sonst hatte ich immer sehr viel mitgeschrieben und dann zu Hause alles noch einmal sortiert, weil meine Notizen ein völliges Durcheinander waren. Doch diesmal waren meine Notizen klar organisiert und fließend.

Dieser Satz aus Wissenschaft und Gesundheit half mir, mich auf die geistige Natur von Intelligenz und von Gottes ständiger Gegenwart zu konzentrieren: „Geist, Gott, sammelt ungeformte Gedanken in ihre geeigneten Kanäle und entfaltet diese Gedanken, so wie Er die Blütenblätter eines heiligen Vorhabens entfaltet, damit das Vorhaben erscheine“ (S. 506).

Ich erkannte immer mehr, dass ich meine Hausaufgaben themengerechter absolvierte, dass Ideen mir so entfaltet wurden, wie ich sie brauchte, und dass ich bestrebt war, einen heiligen Zweck zu erfüllen – Intelligenz auszudrücken, die vom göttlichen Gemüt kommt –, wenn ich Gott in den Mittelpunkt meines Denkens stellte. Und ich dachte daran, dass Christus Jesus nie abgelenkt war, wenn Menschen zu ihm kamen, um geheilt zu werden. Ich war sicher, dass ich diese Eigenschaft ebenfalls ausdrücken konnte und mich nicht von Angst ablenken lassen würde. Es war eine fröhliche Zeit!

Ein paar Wochen später kamen die Semesterprüfungen, und als ich zur ersten ging, war ich völlig gelassen. Vorher war ich so nervös und voll Angst gewesen, dass es mir vorkam, als würde alles Wissen, das ich mir angeeignet hatte, als Geisel gehalten! Nun fühlte es sich an wie ein normaler Tag. Ich konnte die Fragen ohne Nervosität lesen und beantwortete sie richtig gern.

In den darauffolgenden Monaten war es mir ein Vergnügen, zu lernen, Referate zu schreiben und Prüfungen abzulegen. In meinem letzten Semester besuchte ich ein Seminar, das für ein weiterführendes Studium gedacht war. Die einzige Aufgabe war, ein Referat über eines von zwei Themen zu schreiben. Die Teilnehmenden des Aufbaustudiums sollten über das erste Thema schreiben und die anderen konnten sich das zweite Thema vornehmen, wenn sie wollten. Ohne zu zögern wählte ich das erste, weil es interessanter war als das andere. Ich schloss mit Auszeichnung ab, und als ich mich einige Jahre später an einer anderen Universität für ein Aufbaustudium bewarb, bat ich den Professor um ein Empfehlungsschreiben. Ich nahm dieses Referat mit, um zu zeigen, dass ich sein Seminar erfolgreich besucht hatte. Er sagte, dass er sich an das Referat erinnern konnte, und schrieb die Empfehlung bereitwillig.

Ich weiß, dass das, was ich von meinen Sonntagsschullehrerinnen und -lehrern erhalten hatte, auch bei mir blieb, als ich glaubte, es nicht mehr zu brauchen. Ich bin so dankbar für diese Praktikerin an meiner Uni, die mich weiter einlud, obwohl es den Anschein hatte, dass ich nicht interessiert war. In jenem Jahr fing ich an, die Christliche Wissenschaft ernsthaft zu studieren, und ich liebe das Abenteuer zu lernen, was Wahrheit ist und wie sie heilt, noch immer.

Joan Mikkelsen

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