Gibt es eine Möglichkeit, Trennungen im Sinne von Spaltung in der Welt zu heilen? Ja!
Im ersten Kapitel der Genesis erschafft Gott Licht und trennt es von der Dunkelheit. Dann erschafft er ein Firmament, damit es „trenne zwischen den Wassern“ (Vers 6). Mrs. Eddy legt diese Stelle geistig aus und schreibt: „Das geistige Verständnis, durch das die menschliche Vorstellung, der materielle Sinn, von Wahrheit getrennt wird, ist das Firmament“ (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 505).
Es ist von großer Wichtigkeit zu erkennen, dass diese Art von Trennung nicht zwei gegensätzliche Seiten oder Wirklichkeiten impliziert. So wie Dunkelheit keine Sache, sondern nur die Abwesenheit von Licht ist, so ist ein falscher materieller Sinn einfach die Abwesenheit von Wahrheit. Doch Wahrheit, Gott, ist niemals abwesend. Wahrheit ist immer anwesend. Ja, sie ist alles, was gegenwärtig, wirklich und substanziell ist. Somit trennt geistiges Verständnis alles Wirkliche vom Unwirklichen und offenbart die Allheit des Geistes, Gottes, des Guten – und die Nichtsheit von dessen augenscheinlichem Gegenteil.
In der zweiten, allegorischen Schöpfungsgeschichte fangen Adam und Evas Probleme damit an, dass sie vom „Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen“ (1. Mose 2:9) essen, den Eva als „eine Lust für die Augen“ (1. Mose 3:6) empfindet. Der große Fehler liegt darin, das Zeugnis der körperlichen Sinne anzunehmen, das uns weismacht, dass sowohl Gutes als auch Böses existieren und in der menschlichen Existenz untrennbar miteinander verbunden sind. Doch wir sind keine Mischung aus Gut und Böse, Geist und Materie, Liebe und Hass. Das würde zwei Mächte oder Prinzipen implizieren, die für alle Zeit miteinander im Konflikt liegen und Trennungen unüberwindlich machen.
Doch die erste, wahre Schöpfungsgeschichte zeigt, dass es nur eine Macht, nur ein Prinzip, gibt, nämlich Gott. Da Gott gut ist, muss Seine Schöpfung, einschließlich des Menschen, vollständig gut sein und Seine Einheit und Allheit widerspiegeln. Daher kann Seine Schöpfung nicht aufgespalten werden. Sie kann nur von dem getrennt werden, was sie nicht ist. Diese Wahrheitsaussage bedeutet nicht, dass wir Trennungen in der Welt ignorieren oder ausblenden können; wir müssen sie heilen. Geistige Wahrheit, wenn sie verstanden wird, weitet sich ins kollektive Denken aus und kann das Blatt wenden. Wenn wir sie im Gebet von ganzem Herzen annehmen und im Alltag leben, hilft sie, die Spaltungen zu heilen, die die Welt plagen. Das ist ein fühlbarer Ausdruck des Firmaments in Aktion – es trennt das Wirkliche vom Unwirklichen.
Paulus sagt: „So sind wir, die vielen, ein Leib in Christus, aber untereinander ist einer des andern Glied“ (Römer 12:5). Ein Lied drückt diesen Gedanken so aus: „Nichts kann uns entzweien, wir sind eins im Wort“ (S. Baring-Gould, Liederbuch der Christlichen Wissenschaft, Nr. 264, Übers. © CSBD). Freuen wir uns, dass Gott, das eine unendliche Gemüt, die einzige unendliche Seele, nicht in viele sterbliche Gemüter oder Seelen aufgeteilt ist, die alle miteinander im Streit liegen, sondern eins ist, wodurch auch wir eins sind – und das können wir demonstrieren!
