Für die Vorbereitung eines bevorstehenden Vortrags über die Christliche Wissenschaft lud ein Mitglied des Vortragsrats der Christlichen Wissenschaft eine kleine Kirche ein, gemeinsam bezüglich einer Angelegenheit in ihrem Umfeld zu beten, die der Heilung bedurfte.
Eine Region mit Geflügelhöfen ganz in der Nähe war von der Vogelgrippe betroffen, und die Mitglieder waren sich einig, dass sie diesbezüglich beten wollten. Der Bedarf an Heilung und die Erkenntnis, dass sie etwas Einzigartiges hatten, um gemeinsam zu einer Lösung beizutragen, gaben ihren Gebeten Kraft.
Innerhalb von 48 Stunden, nachdem die Kirchenmitglieder angefangen hatten zu beten, nahmen die Höfe und die gesamte Branche allmählich wieder den normalen Betrieb auf. Die Stadtverwaltung zeigte sich überrascht über diesen schnellen Wandel, und Berichte in den Nachrichten bestätigten, dass dem Problem Einhalt geboten worden war. Die Mitglieder waren durchaus beeindruckt von der Macht ihrer Gebete! Sie wussten die Rolle ihrer Kirche in ihrem Umfeld auf neue Weise zu schätzen, und diese Erfahrung verdeutlichte das große Potenzial der Vortragsvorbereitung.
Der Vortragsrat der Christlichen Wissenschaft fühlt sich seit einigen Jahren durch seine Zielrichtung gestärkt, Vorträge mit der von der Welt ersehnten metaphysischen Tiefe und liebevollen Einbeziehung aller zu halten. Wir sehen immer wieder, wie Mary Baker Eddys Formgebung der Vorträge (siehe Kirchenhandbuch, S. 93–96) die Zuhörerschaft befähigt, Gott zu erfahren, vielfach schon während des Vortrags selbst. Das Denken wird aufgerüttelt und falsche Vorstellungen und Unwissenheit über die Christliche Wissenschaft und Mary Baker Eddy werden ausgeräumt. Das Leben wird aus einer neuen, freudigen Sicht betrachtet. Wir lieben diese Arbeit! Und wir wissen die Zusammenarbeit mit allen Zweigkirchen Christi, Wissenschaftler, zu schätzen, die diese Veranstaltungen ausrichten.
Die Arbeit daran, Vortragsinhalt und -präsentation zu verbessern geht weiter, doch gleichzeitig denken wir auch mehr über das weitreichende Potenzial der Vortragsvorbereitung nach. Ich bin sicher, dass alle, die die Macht und Einzigartigkeit des christlich-wissenschaftlichen Heilens verstehen, gern sehen würden, dass unsere Vorträge noch mehr Menschen erreichen. Einige von Ihnen haben Vortragenden gegenüber geäußert, dass die im Vortrag angeschnittenen Ideen genau das waren, was ihre Stadt brauchte, doch dass „nicht genug Leute“ den Vortrag gehört haben! Wie können wir ein größeres, weitreichenderes Publikum für unsere Veranstaltungen interessieren?
Ich stelle fest, dass die Beantwortung dieser zentralen Frage mehr von uns fordert, als uns bewusst ist. (Und ich glaube, dass wir auch besser darauf vorbereitet sind, sie zu beantworten, als uns bewusst ist.) Es ist wichtig zu erkennen, dass die Beantwortung nicht lediglich in den Wochen vor dem Vortrag vonstattengeht, sondern darin liegt, was die Nachfolgerinnen und Nachfolger Jesu seit Anbeginn erfüllen sollen.
Artikel über die Tätigkeiten des Vortragsrats ermuntern von jeher Leserinnen und Leser dazu, ihr Christentum mutig und liebevoll zu leben und ehrlich und wissenschaftlich für die Menschen in ihrer Nachbarschaft sowie an ihrem Arbeitsplatz und selbst für Fremde zu beten, wenn ein Bedarf ans Licht kommt. Auch die Gebete einer kleinen Mitgliedschaft haben Auswirkungen auf das Umfeld. Wenn die Mitglieder ihr Licht auf neue Weise leuchten lassen, beispielsweise indem sie dringend benötigte körperliche Heilungen vollbringen, örtliche Probleme durch Gebet lösen oder sogar kriminelles Verhalten stoppen (Beispiele folgen), dann wird der Umgebung der einzigartige Wert der Christlichen Wissenschaft und ihrer Anwesenheit am Ort deutlich. Diese innige Beziehung zu unseren Mitmenschen klingt nach einer großen Sache, doch die heutige Zeit fordert von Christlichen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine innere und äußere Beteiligung, die auf Gebet beruht, wenn wir möchten, dass unsere Vorträge etwas bewirken.
Der Vortragsrat unterstützt die Zweige durch gemeinsame Vortragsvorbereitungssitzungen; durch sie haben wir den größten Austausch mit den Mitgliedern. Sie können bemerkenswerte Auswirkungen haben. Eine Vorbereitungssitzung hilft den Mitgliedern, ihre Rolle als Heilerinnen und Heiler in ihrem Umfeld zu erkennen. Diese verdeutlichte Sichtweise wirkt motivierend: Nach einer inspirierenden Sitzung erhalten Zweige manchmal unerwartet eine Bitte um Gebet von anderen Gruppen vor Ort. Oder es kommt vor, dass jemand aus der Nachbarschaft oder am Arbeitsplatz ein Mitglied um Hilfe durch Gebet bittet.
Eine Frau, die Mitglied einer Zweigkirche ist, hat mir neulich erzählt, dass sie durch eine Vortragsvorbereitungssitzung auf eine „Forschungsreise“ geschickt wurde, die weit über die eigentliche Vorbereitung einer einmaligen Veranstaltung hinausging. Für sie ging es nun darum, besser zu verstehen, was es bedeutet, ein Leben wahrer Heiligkeit zu leben – anderen zu dienen, indem sie Gott dient, ihr Licht in der Welt leuchten lässt, wie Christus Jesus es gelehrt hat, und Gelegenheiten für Heilung erwartet. Sie fühlte sich zu dieser Aufgabe berufen und durch diesen Rat im ersten Petrusbrief unterstützt: „Wie der, der euch berufen hat, heilig ist, seid auch ihr heilig in eurem ganzen Lebenswandel“ (1:15).
Kurz nach der Vortragsvorbereitungssitzung in ihrer Kirche begegnete sie wie fast jeden Tag einer Frau in ihrer Nachbarschaft, die noch nie auf ihr Grüßen eingegangen war. Diesmal erzählte ihr die Frau eine traurige Geschichte aus Schmerzen und Mühen und fragte das Mitglied, wie sie ihre Gesundheitsfürsorge handhabe. Als sie antwortete, dass sie Christliche Wissenschaftlerin ist und sich hinsichtlich ihrer Gesundheit auf Gott und Gebet verlässt, reagierte die Frau ungehalten, da sie nicht nachvollziehen konnte, wie jemand an einen liebevollen Gott glauben kann.
Doch das Kirchenmitglied vertraute den ganzen Abend über darauf, dass die göttliche Liebe ihr die Fähigkeit verlieh, zu heilen. Als die beiden Frauen sich am folgenden Morgen wieder begegneten, stellte die Nachbarin demütigen und offenen Herzens Fragen über Gebet und Heilung. Im Verlauf mehrerer Monate machten sie häufige Spaziergänge, auf denen sie sich unterhielten. Die Frau fing an, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy zu lesen, und fand Linderung von ihren Leiden und ein tieferes Verständnis davon, was Gott möglich macht.
Austausche dieser Art lenken unweigerlich das Denken der Allgemeinheit in neue Bahnen. Sie führen dazu, dass der Begriff „Christliche Wissenschaft“ einen höheren Wiedererkennungswert erhält und die Kirchen als Ressource anerkannt werden. Aus meiner Perspektive als Managerin des Vortragsrats ist diese Bewegung des Denkens das Wichtigste. Es geht nicht unbedingt darum, dass mehr Personen zu einem bestimmten Vortrag zusammenkommen. Ja, das ist ein Nebenprodukt, wenn wir Heilung durch Gebet kultivieren, sie erwarten und dies pflegen. Doch Christliche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind auf etwas Größeres und Langlebigeres ausgerichtet als auf eine Veranstaltung.
Ein weiteres Beispiel dafür, wie eine Zweigkirche positiv auf ihre Stadt eingewirkt hat: Durch einen Vortrag frisch inspiriert hinterließ ein Mitglied eine Nachricht bei der örtlichen Kreisverwaltung mit dem Angebot, dass die Zweigkirche sie durch Gebet in jeder Hinsicht unterstützen könnte, die die Verwaltungsbeamtinnen und –beamten für sinnvoll hielten. Die betreffenden Angestellten bedankten sich und erzählten, dass sie belästigende, vulgäre und rassistische Anrufe erhielten, die sich sehr hinderlich auf ihre Arbeit auswirkten.
Mehrere Kirchenmitglieder beteten mit der Erkenntnis der geistigen Wahrheit, dass der nach Seinem Bild und Gleichnis erschaffene Mensch Gottes rein und ehrenwert, wertvoll und vonnöten ist (darum war es bei dem Vortrag gegangen). Dies bezog sich auf die Angestellten der Stadt ebenso wie auf die Person, die diese Anrufe tätigte. Die Gebete der Kirche verdeutlichten die wahre geistige Natur aller Beteiligten. Als Gottes Kinder sind wir fähig zu erkennen, was moralisch richtig ist und was nicht, und es war eindeutig richtig, dass diese Anrufe aufzuhören hatten!
Einige Wochen später berichteten die Mitglieder der Kreisverwaltung, dass keine weiteren belästigenden Anrufe mehr eingegangen waren, seit die Kirche ihr Angebot gemacht hatte. Dann baten sie die Kirche, hinsichtlich eines weiteren Problems zu beten, mit dem die Stadt konfrontiert war.
Diese geistig motivierten, anhaltenden Interaktionen und Gespräche können Menschen dazu führen, die Kirche Christi, Wissenschaftler, am Ort als nützliche, einzigartige und problemlösende Ressource zu betrachten.
Wenn ein Vortrag in einer Stadt stattfindet, die mit der Kirche und dem Praktizieren des Heilens der Mitglieder vertraut ist, dann fallen die geistigen Ideen, die im Vortrag zu Wort kommen, auf fruchtbaren Boden. Sie können die Missverständnisse der Anwesenden beim Vortrag besser ausräumen, Antworten auf bestehende Fragen geben und sogar eine aufgewühlte Stimmung besänftigen. Man kann nicht leugnen, dass sich etwas Einzigartiges und Benötigtes – etwas Wundervolles – zuträgt. Herzlichen Dank an alle Zweige, die helfen, solch eine Stätte für Vorträge zu bereiten. Wir können es fühlen!
Die Mitglieder interessieren ein Publikum am besten für Vorträge über die Christliche Wissenschaft, wenn sie sich selbst als wirksame Heilerinnen und Heiler verstehen und somit folgende Erwartung der Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft in ihrem Buch Die Erste Kirche Christi, Wissenschaftler, und Verschiedenes (S. 165) erfüllen: „So kann sich jedes Mitglied dieser Kirche über die oft wiederholte Frage: Was bin ich? zu der wissenschaftlichen Antwort erheben: Ich bin fähig, Wahrheit, Gesundheit und Glück zu vermitteln, und das ist der Fels meines Heils und mein Daseinszweck.“
Melanie Wahlberg
Managerin des Vortragsrats der Christlichen Wissenschaft
