In meiner Jugend hatte ich mit vielen physischen Problemen, u. a. einem Sprachfehler, zu kämpfen. Die Ärzte sagten wiederholt, daß er auf eine nervöse Störung zurückzuführen sei, gegen die sie nichts tun konnten.
Nachdem ich im Unternehmen der Familie gearbeitet hatte, bis ich fast dreißig Jahre alt war, verließ ich das Elternhaus, um in einer Großstadt ein Gewerbe zu erlernen. Damals hatte sich meine Frustration über das Stottern noch durch viel Rauchen, Alkoholgenuß, Gereiztheit, andauernde physische Probleme und Geldmangel vertieft.
Zu der Zeit lernte ich die Christliche WissenschaftChristian Science (kr’istjən s’aiəns) kennen und fing an, sie zu studieren. Mein ernsthafter Wunsch, Gott zu verstehen, veranlaßte mich, die Gottesdienste einer Zweigkirche Christi, Wissenschafter, zu besuchen, und es dauerte nicht lange, bis lästige Angewohnheiten und Charakterfehler zu verschwinden begannen. Nachdem ich ein ganzes Jahr lang keinen Alkohol mehr getrunken und nicht mehr geraucht hatte, bewarb ich mich um Mitgliedschaft in einer Zweigkirche und Der Mutterkirche und wurde aufgenommen. Bald hatte ich eine Anstellung gefunden, und nach und nach setzte ich mich auch mit den anderen Problemen auseinander und meisterte sie durch mein eigenes Studium und Gebet.
Das Stottern aber blieb hartnäckig, obwohl ich bei Sprachexperten und durch Therapie menschliche Hilfe suchte und sogar einem Klub beitrat, um in der Gesellschaft anderer frei sprechen zu lernen. Zu verschiedenen Zeiten arbeitete ich mit einem Ausüber der Christlichen Wissenschaft — jeweils mit einem anderen — an der Überwindung dieses Problems. Wenn sich während dieser Zeit auch physisch nichts zu ändern schien, so machte ich doch Fortschritte. Jeder Ausüber half mir durch sein Gebet, Gottes Macht und Liebe besser wahrzunehmen, und unterstützte mich in meinem Verlangen, völlig geheilt zu werden.
Schließlich wandte ich mich an einen Ausüber, der später mein Lehrer der Christlichen Wissenschaft wurde. Während eines meiner ersten Besuche bei ihm forderte er mich auf, die folgende Erklärung aus dem Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy, laut zu lesen (S. 89): „Der Einfluß oder die Tätigkeit der Seele verleiht eine Freiheit, die die Phänomene der Improvisation und die Inbrunst ungelehrter Lippen erklärt.“
Dieser Ausüber versicherte mich der zärtlichen, liebevollen Beziehung, die zwischen Gott, Geist, und Seiner Schöpfung, dem Menschen, besteht. Er hielt mich auch dazu an, mit Hilfe der Konkordanzen zur Bibel und zu Mrs. Eddys Schriften Stellen zu studieren, die das Wort „zärtlich“ erklärten. Ich tat dies und erkannte dabei, daß ich Gott besser verstehen lernen mußte. Mrs. Eddy schreibt (Wissenschaft und Gesundheit, S. 3): „Das Göttliche Wesen muß vom Menschen widergespiegelt werden — sonst ist der Mensch nicht das Bild und Gleichnis des Geduldigen, Gütigen und Wahren, des Einen, der, ganz lieblich‘ ist; aber Gott verstehen ist das Werk der Ewigkeit und erfordert absolute Hingabe der Gedanken, der Energie und des Verlangens.“
Wenn Ungeduld und Entmutigung mich überwältigten, erinnerte mich dieser Ausüber geduldig an Christi Jesu Erklärung (Joh. 15:5): „Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“ Seine präzisen Antworten auf meine Fragen, wie auch die Zitate, auf die er mich verwies, stärkten meine wachsende Überzeugung, daß die Christliche Wissenschaft jede Situation heilt, auf die ihre Wahrheiten spezifisch und beharrlich angewandt werden.
In den folgenden Wochen zeigte sich eine deutliche Verbesserung meiner Fähigkeit, Worte zu artikulieren. Diese Veränderung flößte mir Vertrauen ein und ermöglichte es mir, mich unbefangener mit anderen zu unterhalten als je zuvor. Schließlich kam die Heilung — und der Beweis dafür sind zweiundvierzig Jahre ununterbrochener Tätigkeit als Vertreter und Verwalter.
Seit jener Zeit hatte ich viele Gelegenheiten, der Sache der Christlichen Wissenschaft als Vorstandsmitglied, Erster Leser und Monitor-Zirkulationsvertreter zu dienen. Während ich meine Ämter versah, stellte ich immer wieder fest, daß die harmonische Atmosphäre einer Kirche, die ermutigend ist, geistiges Wachstum fördert.
Dadurch, daß ich viel Zeit damit verbrachte, die Bibel und Wissenschaft und Gesundheit eingehend zu studieren, um Herausforderungen zu begegnen, gewann ich ein tieferes Verständnis meines geistigen Seins. Jesajas Worte beschreiben genau, was ich meine (58:9, 10): „Wenn du ... den Hungrigen dein Herz finden läßt und den Elenden sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen und dein Dunkel wird sein wie der Mittag.“
Die Dankbarkeit und Ehrfurcht vor der Macht des Christus, der Wahrheit, mit der mich diese Heilung erfüllt und die ich bei meiner Arbeit in der Zweigkirche empfinde, helfen mir, Gottes Nähe zu fühlen und mir ihrer bewußt zu sein. Täglich erkenne ich Seine Allheit an.
Phoenix, Arizona, USA
