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Original im Internet

Den Mechanismus des Gedächtnisses anpassen

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 19. September 2019


Es gibt viele Dinge, die die Sterblichen sich merken müssen, und andere, die sie lieber vergessen würden. Wenn der Mechanismus des Gedächtnisses gestört scheint und ein Mensch sich Dinge nicht merken kann oder ständig unangenehme Bilder vergangener Vorfälle vor sich sieht, kann dies durch Gebet geheilt werden. Es gibt ein Gesetz von Gott, das Gedächtnisschwund heilen, eine mentale Blockade entfernen und das Gedächtnis wiederherstellen sowie jemanden befähigen kann, Gedanken, die er lieber vergessen würde, unter Kontrolle zu bringen – welche Anpassung auch jeweils vonnöten zu sein scheint.

Das göttliche Gemüt ist allwissend. Dieses sichere Gemüt birgt seine eigenen Ideen in sich. Kein wahrer Gedanke geht jemals verloren oder ist auch nur vorübergehend vergessen. Das immer aktive, allgegenwärtige, allmächtige Gemüt ist immer intelligent. Gedanken entfalten sich in diesem Gemüt ständig und in geordneter Reihenfolge. Gemüt ist nie abwesend, sondern unweigerlich anwesend, wach, stark und wahr. Kein Nebel und keine Träumerei verdeckt die Klarheit des Bewusstseins von Gemüt und seinen Ideen. Sie sind klar definiert, jede mit ihrem eigenen Zweck und Wert, im göttlichen Gedächtnis durch unlösbare Bänder der Liebe gehalten und lebendig wahrgenommen.

Der Mensch ist die Manifestation des unsterblichen Gemüts, daher besitzt er ein unfehlbares Gedächtnis. Diese Fähigkeit kann nie verloren gehen oder schwach werden und sie ist nie durch unglückliche Rückbesinnungen überwältigt. Mary Baker Eddy schreibt in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift: „Wenn die Täuschung sagt: ‚Ich habe das Gedächtnis verloren‘, dann widersprich dem. Keine Fähigkeit des Gemüts geht verloren. In der Wissenschaft ist alles Sein ewig, geistig, vollkommen und in jeder Tätigkeit harmonisch“ (S. 407).

Wer die Schönheit und Erhabenheit von Gottes Schöpfung erkennt, wird sich immer gern erinnern. Er wird nie Probleme haben, die Ideen im Bewusstsein zu halten, die er vom Gemüt erhalten hat. Sie werden wie mit „Diamantspitze geschrieben“ in sein Bewusstsein eingraviert sein (Jeremia 17:1).

Das Gedächtnis ist ein wertvolles Geschenk von Gott, Gemüt, an den Menschen. Von Gemüt, der göttlichen Liebe, gehen Gedanken der Liebe aus, die wiederum harmonische Ereignisse, angenehme Erfahrungen und schöne Erinnerungen bewirken. Triviale oder unwürdige Gedanken, die vorwurfsvoll im Bewusstsein schweben und einen an verschenkte Gelegenheiten oder unsinnige Bemühungen erinnern, gehen von einer so erhabenen Quelle wie der Liebe, dem allmächtigen Prinzip, nicht aus. Gemüt, Wahrheit, enthält weder Bitterkeit, Trauer noch Reue. Alles, was im wahren Bewusstsein wahrhaft existiert oder auftritt, ist erhaben. Es ist der Erinnerung wert und kann nie verlorengehen.

Was im menschlichen Denken auch unharmonisch, besorgniserregend oder als schlechte Erinnerung vorhanden ist, geht nicht vom göttlichen Gemüt aus. Somit ist es weder wahr noch von Dauer, sondern so flüchtig wie ein Traum – und ebenso schnell vergessen von dem, der dessen Unwirklichkeit anerkennt und es bewusst loslässt. Mrs. Eddy schreibt: „Was immer den Weg versperrt – was jene Sterblichen, die dem Pfad zustreben, stolpern, fallen oder ermatten lässt –, die göttliche Liebe wird es hinwegräumen; sie wird die Gefallenen aufrichten und die Schwachen stärken. Darum leg deine irdischen Lasten ab und beachte die Ermahnung des Apostels: ‚Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich zu dem, das da vorne ist‘“ (Vermischte Schriften 1883–1896, S. 328).

Die Christliche Wissenschaft zeigt somit, dass das Verständnis von der göttlichen Liebe den Mechanismus des menschlichen Gedächtnisses regulieren kann – ob es schleppend funktioniert, Dinge vergisst, an die es sich erinnern sollte, oder sich zu viel vorstellt und dem sterblichen Denken Bilder vorhält, die man besser vergäße. Diese Dinge haben in Wahrheit nicht mehr Substanz als Träume und man sollte ihnen gestatten, in das Nichts zurückzukehren, aus dem sie gekommen sind. Christus Jesus sagte: „Lass die Toten ihre Toten begraben!“ (Matthäus 8:22). Der menschliche Wille ist oft unzulänglich, um dieses Begräbnis zu vollziehen – um den Bann des sterblichen Gemüts über seine eigenen Bilder zu brechen. Doch die Erkenntnis von Gott, Liebe, als dem einzigen Gemüt und Schöpfer befähigt einen, die Hässlichkeit der Vergangenheit als Schatten zu klassifizieren und ihr die Nichtsheit zuzuweisen wie jemand, der vom Schlaf erwacht und die Erinnerung an Träume loslässt, die er als unwirklich erkannt hat.

Da das göttliche Gemüt allwissend ist und der Mensch die Eigenschaften des Gemüts widerspiegelt, ist das Alter eines Menschen kein Argument für Gedächtnisverlust. Gedächtnis ist unsterblich und nicht vom Gehirn abhängig. Die Materie schafft keine Umstände für geistige Ideen, und Zeit bringt keine Strafe mit sich. Gemüt ist unendlich. Seine Kapazität ist unbegrenzt. Alles, was in Wahrheit existiert, befindet sich ewiglich im göttlichen Bewusstsein und ist auf ewig präsent. Jeder einzelne Mensch spiegelt die Fähigkeit des allgegenwärtigen, kreativen Gemüts wider. Jeder kann die Fähigkeit für sich in Anspruch nehmen, genau dann alles zu wissen, was er wissen muss, wenn er es wissen muss.

Das Gedächtnis wird in der menschlichen Erfahrung in dem Maß besser, wie der Mensch die unsterbliche Fähigkeit für sich beansprucht und wertachtet, die die Christliche Wissenschaft als sein göttliches Recht erklärt. Ein vollständiges Gedächtnis wird geistig verliehen, damit wir es schätzen und nutzen. Ein Mensch, der achtlos mit solch einem wertvollen Geschenk umgeht, kann seine bewusste Herrschaft darüber verlieren und vergesslich, geistesabwesend und senil werden.

Es ist nie zu spät, ein verlorenes Gedächtnis wiederherzustellen – zu beweisen, dass Gemüt immer gegenwärtig und das Gedächtnis immer klar ist –, denn in der Wahrheit ist es nie verloren. Der Mensch ist ewiglich eins mit dem allmächtigen Gemüt und manifestiert seine Qualitäten für immer. Dies wissend, beanspruchen und nutzen die weisen Kinder dieser Welt die mentalen Fähigkeiten, die sie wahrhaft von Gott verliehen bekommen, aufs Äußerste. Sie erinnern sich gern, denn sie erkennen alle wahren Objekte und Ereignisse als die Manifestation der göttlichen Liebe. Sie nutzen und entwickeln ihre gottgegebene Fähigkeit des Erinnerns und zielen darauf ab, die Unendlichkeit des unsterblichen Gedächtnisses zu demonstrieren.

Naomi Price

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Michael Pabst, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Februar 1997 

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