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Original im Internet

Jeden Tag Osterfreude

Aus dem Herold der Christlichen Wissenschaft. Online veröffentlicht am 16. April 2019


Laut Weltgesundheitsorganisation sind Depressionen und Selbstmord erhebliche (und zunehmende) Probleme weltweit. Viele, mich eingeschlossen, möchten denen helfen, die Schwierigkeiten haben, Frieden und auch Freude zu finden.

An diesem Sonntag feiern Menschen auf der ganzen Welt Ostern, ein Ereignis, das uns auf machtvolle Weise in Erinnerung ruft, dass selbst bei den schlimmsten Herausforderungen Hoffnung und Freude möglich sind. Zu Ostern gedenken Christen nicht nur der Kreuzigung und des Todes Christi Jesu, sondern seiner Auferstehung von der Dunkelheit des Grabes ins Licht des Lebens und dann zur Himmelfahrt.

Für mich zeigt Jesu Leben, wie man ganz natürlich aus der Dunkelheit von Depressionen herausgehoben wird, ohne dass man den Bedarf von Menschen ignoriert, Leidenden die Schuld gibt, die Notwendigkeit von Änderungen leugnet oder übermenschliche Kräfte mobilisiert.

Als junge Studentin, die an Selbstmord dachte, war die lebensrettende Frage für mich: „Wie kann ich normale, nachhaltige Freude erleben?“ An meinem Tiefpunkt saß ich äußerst deprimiert im Studentenwohnheim auf dem Boden, als mir einst vertraute, aber lange nicht beachtete geistige Ideen kamen und sich vor mir ausbreiteten. Ich verstand, dass ich mich ihnen öffnen und sie umsetzen musste. Das war nicht immer leicht, doch als ich es tat, verstummten die Gedanken an Selbstmord nach und nach und verschwanden dann völlig.

Mary Baker Eddy, die Gründerin des Herolds der Christlichen Wissenschaft, bezieht sich auf Jesus biblisch als „Mann voller Schmerzen“ (siehe z. B. Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 52). Auf dem Weg zu seiner Kreuzigung wurde Christus Jesus von seinen Feinden verachtet, gestraft und gemartert, und er wusste, dass seine Schüler ihn im Stich lassen würden. Seine Seele war „betrübt bis an den Tod“ (Matthäus 26:38).

Doch Jesus betrachtete Gott, göttlichen Geist, so vollständig und uneingeschränkt als die Quelle des unendlichen Guten, dass er sich von dem Sinn von Dunkelheit und Hass der Welt nicht unterkriegen ließ. Wir lesen in Wissenschaft und Gesundheit: „Bei allem, was er sagte und tat, war er von Gott, von Wahrheit und Liebe, inspiriert“ (S. 51). Auf der Grundlage seines Verständnisses von seiner Einheit mit Gott war es ihm nicht lange vor seiner Kreuzigung möglich zu sagen: „Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht, damit, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt“ (Johannes 12:46). Beim Lehren, Heilen und bei seiner eigenen Auferstehung und Himmelfahrt zeigte er, dass unsere wahre Identität geistig, vollständig und auch freudig ist.

Die geistigen Ideen, die mir buchstäblich das Leben retteten, gründeten sich auf das Leben und die Lehren von Christus Jesus. Sie wurden und sind bis heute eine verlässliche Quelle der Freude für mich. Heute geht es mir nicht nur gut, sondern ich liebe Gott und meine Mitmenschen mehr, denn ich weiß durch diese Erfahrung mehr darüber, wie Gott jeden Menschen liebt und uns befähigt, Herausforderungen entgegenzutreten und zu meistern. Inspiration von Gott ist mir nun näher und wirklicher als früher. Ich verstehe meine Einheit mit Gott und die jedes Menschen als Seine geliebte geistige Schöpfung – und das ist unser aller wahre Identität. Als Kinder des göttlichen Geistes ist geistige Freude Teil unseres Daseinszustands. Wir müssen keine Freude fabrizieren, und sie ist auch nicht davon abhängig, was andere denken oder tun. Freude gehört zu unseren Geburtsrechten.

Ich bin mir heute der kleinen und großen guten Dinge mehr bewusst und verstricke mich weniger in triumphale Hochgefühle oder oberflächliche, vergängliche Dinge. Mit demütiger Dankbarkeit für das geistig Gute, das jedem überall jederzeit zugänglich ist, finden wir wahre, dauerhafte Freude.

Solch eine Freude zu erlangen kann einiges an Buße, Veränderung und Vergebung unserer selbst und anderer erfordern. Diese Vergebung war wichtig für Jesus, der jenen vergab, die ihn kreuzigten, und seine Jünger ein Gebet lehrte, das die Vergebung anderer enthält (siehe Matthäus 6:9–13). Vergebung und Veränderung waren auch in meinem Fall wichtig. Doch wir sind alle dazu fähig, weil Christus – Gottes Botschaft der Liebe – und der Heilige Geist, der tröstet und diese unverzichtbaren geistigen Ideen lehrt, ständig bei uns sind und Motivation, Freude, Umwandlung und Heilung für alle bewirken, die Gottes Güte in ihr Herz einlassen.

Mehr Heilung ist in unserer Welt vonnöten, doch das schmälert nicht unser Recht und unsere Fähigkeit, Hoffnung hochzuhalten und auf dem Weg Freude zu erfahren. Geistige Freude, Osterfreude, ist keine oberflächliche, triviale Empfindung, sondern ein wesentlicher, absolut fühlbarer, normaler, natürlicher, erreichbarer, heilender und nachhaltiger Daseinszustand.

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– Mildred W. Willenbrock, Der Herold der Christlichen Wissenschaft, Oktober 1963 

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