
Zeugnisse
Wir wissen in der Christlichen Wissenschaft, daß jeder Tag ein Dankfest ist, und ich möchte daher meine Dankbarkeit in unseren Zeitschriften ausdrücken, die uns so reichlich mit geistiger Nahrung versorgen — für die Religion, die unser Meister lehrte und die uns durch unsere Führerin, Mrs. Eddy, aufs neue offenbart worden ist.
Vor etwas mehr als fünf Jahren versuchte ich mich, erschöpft und leidend wie ich war, mit der vermeintlichen Tatsache abzufinden, daß ich höchstens noch einige Jahre zu leben hätte, ja daß ich jederzeit sterben könnte, falls unvorhergesehene Anstrengung und Aufregung mein schon sehr schwaches Herz zu sehr angreifen sollten. Ich war seit zwanzig Jahren keinen einzigen Tag wirklich gesund gewesen, wiewohl ich mich einer Operation unterzogen hatte, von der die Ärzte gesagt hatten, sie würde mich wieder gesund machen.
Die letzten paar Jahre sind eine solche Offenbarung für mich gewesen, daß ich es für meine Pflicht halte, Zeugnis von dem abzulegen, was meine Familie und ich durch die Lehren der Christlichen Wissenschaft erhalten haben. Mein ältester Sohn war, als er in das neunzehnte Jahr ging, monatelang krank gewesen, und da wir von Beruf Schauspieler sind und somit beständig umherreisen, hatten wir viele Ärzte konsultiert.
Als ich zum erstenmal von der Christlichen Wissenschaft hörte, hielt man mich für einen alten Mann. Der Traum des Greisenalters und der damit verbundenen Krankheiten schien mich immer mehr zu umfangen.
Ich wurde vor einigen Jahren von einem Kropf schlimmster Art durch die Christliche Wissenschaft geheilt. Als alles am trübsten aussah und mir war, als könnte ich kein höheres Maß des Leidens aushalten, erschloß mir die göttliche L iebe den Weg, indem ich den christlich-wissenschaftlichen Gottesdiensten beiwohnen und mich behandeln lassen konnte.
Ich möchte so gerne jede sich bietende Gelegenheit benutzen, all denen zu helfen, die Wahrheit, von der Jesus sagte, sie würde uns frei machen, wenn wir sie erkennen, zu suchen und an ihr festzuhalten. So weit ich zurückdenken kann, mußte ich stets einen Teil des Jahres wegen irgendeines Leidens im Bett zubringen.
Liebe zur Christlichen Wissenschaft und Dankbarkeit für dieselbe, sowie der Wunsch, daß meine Erfahrung jemand anders helfen möchte, veranlassen mich, dieses Zeugnis zu schreiben. Als ich vor vielen Jahren meine Zuflucht zu der Christlichen Wissenschaft nahm und um Behandlungen bat, erhielt ich den Beweis, daß G ott am nächsten ist, wenn die Not am größten zu sein scheint.
Kommt uns nicht zuweilen der Gedanke, daß wir stille stehen und dankbar die Segnungen anerkennen müssen, die wir schon empfangen haben, ehe wir höher steigen können? Da ich durch mentale Chirurgie geheilt worden bin, möchte ich von meiner Erfahrung berichten, indem ich hoffe, daß anderen geholfen werden möchte, die noch an der Annahme festhalten, daß menschliche Hände notwendig seien, um verschobene Organe in die richtige Lage zu bringen oder ein verrenktes Rückgrat einzurichten. Vor mehreren Jahren stürzte ich vom Pferd und zog mir Verletzungen zu, deren ernsten Charakter ich nicht sofort erkannte.
Furcht vor Krankheit hing seit meiner Kindheit wie eine Wolke über meinem Leben, und ich sehnte mich nach Hilfe. Es schien mir, als müsse das Leben eines wahren Christen voller Freude sein, und ich sagte mir, daß es auch so wäre, wenn nicht Krankheit, die dem altkirchlichen Glauben gemäß von G ott gesandt ist, uns plötzlich zu einem elenden, unglücklichen Geschöpf machen könnte.
Vor Januar 1912 war ich etwa zwanzig Jahre lang ein sogenannter mäßiger Trinker gewesen, worauf sich dann mein Zustand sehr verschlimmerte, bis ich zuletzt einsah, daß mein Ende nahe sei, falls nicht eine Änderung eintreten würde. Jede „Trinkperiode“ war schlimmer als die vorhergehende, begleitet von einem schrecklichem Gefühl der Reue, Demütigung, und Furcht, wie sie nur ein Trinker kennt und wofür es nur das einzige materielle Heilmittel gibt, sich von neuem dem Trunk zu ergeben, worauf dann das Opfer in einen noch schlimmeren Zustand versinkt als zuvor.