Wenn ich die Heilungszeugnisse las, die einen sehr wohltätigen Einfluß auf mich ausübten, kam zuweilen ein Gefühl des Bedauerns über mich, daß ich das meinige nicht dieser Liste hinzufügen konnte, weil ich nicht körperlicher Heilungen wegen zur Christian Science kam. Seitdem sehe ich aber ein, daß ich wohl noch mehr Ursache zur Freude habe, weil ich von bösen Gewohnheiten und tückischen Gedanken befreit wurde, die ich anfänglich nicht fahren lassen wollte.
Jetzt erkenne ich, daß Christian Science die wesentliche schöne und folgerechte Entfaltung christlichen Lebens ist, doch ehe ich dies einsah, machte ich alle möglichen Anstrengungen, Christian Science zu stürzen oder zu vernichten. Durch meine Stellung an einer weit verbreiteten täglichen Zeitung im Westen hatte ich vollauf Gelegenheit, um meine Gefühle in dieser Hinsicht auszudrücken. Meine frühe Erziehung in einer radikalen conservativen Atmosphäre mag wohl mit zu solcher Gesinnung beigetragen haben, denn ohne Christian Science auch nur irgendwie zu prüfen, glaubte ich, daß ich sicher sei, sie wäre mit Mesmerismus und Hypnotismus verwandt, und daß sie im gestohlenen Gewand der Kirche paradiere. Mein tiefer Haß für Christian Science verblendete mich so, daß ich das Gute ignorierte, das in meinem Familienkreis durch Christian Science schon bewirkt war, und ich war eifrig bemüht, Gespräche über die Wohltaten derselben zu vermeiden.
Doch kam eine Zeit, da fiel es mir gleich Saulus von Tarsus, wie Schuppen von den Augen. Als Gast einer Dame in Salt Lake City, verhinderte die Höflichkeit mich, ein Thema zu ignorieren, in welchem die Dame des Hauses so interessiert war, daß sie sozusagen ganz darin aufzugehen schien, und zu meinem größten Erstaunen fand ich aus, daß gerade das, wogegen ich so nachdrücklich und hartnäckig opponiert hatte, das Ideal des christlichen Lebens war, wonach ich seit Jahren blindlings gesucht hatte.
Man riet mir, daß, wenn ich mich jemals dafür interessiren würde, nur das zu acceptieren, was mir vernünftig schien, oder insofern ich mir die Wahrheit der Erklärungen beweisen könne, und kein endgültiges Urteil zu fällen über Einzelheiten, die mir unlogisch zu sein schienen, bis ich sie ernstlich geprüft hätte. Man sagte mir, daß die Wahrheit meines Beistandes nicht bedürfe, daß ich sie jedoch sehr nötig zu haben schien, — eine Meinung, die mich damals nicht besonders angenehm berührte, die ich seitdem jedoch als wahr erkannt habe.
Seit meine Augen dem Lichte geöffnet sind, habe ich versucht, mich zu demütigen und wie ein kleines Kind zu werden, Gottes liebevoller Führung gehorchend. Und ich bin belohnt worden, indem mein Denken verändert ist; Zorn, Haß, Begierde, Leidenschaft und Eifersucht sind beseitigt durch „das allgemeine Auflösungsmittel der Liebe” (Science and Health, S. 242). Anstatt das auf unverantwortliche Weise lächerlich zu machen, was ich nicht verstand, bin ich auf dem Standpunkte angelangt, daß ich weiß, Christian Science ist logisch und praktisch, weil sie wissenschaftlich beweisbar ist.
Omaha, Neb., U. S. A.
