Die Christliche Wissenschaft kam wie ein helles Licht in mein Leben, als es sehr dunkel um mich her war, zu einer Zeit großer seelischer und leiblicher Not. Mein Nervensystem war vollständig zerrüttet. In diesem Zustande nahm mich meine Schwester, die bei uns auf Besuch weilte, mit in unsere Heimat, die Schweiz. Dort fand ich, freudig und voller Zuversicht, meine Schwägerin, die ich drei Jahre früher in einem elenden und verzweifelten Zustande gesehen hatte (meine Angehörigen verloren innerhalb eines halben Jahres drei blühende Söhne infolge der Grippe). Sie war eine ganz andere Person geworden; und sie sah so gut aus. Sie erzählte mir von der Christlichen Wissenschaft, der sie die Veränderung verdanke. Jedes Wort klang beruhigend für mich, und ich sagte zu mir: Das ist, was du immer gesucht hast. Als ich acht Wochen später von Zürich abreiste, nahm ich nicht nur das Lehrbuch, „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift” von Mary Baker Eddy, mit mir, sondern auch die frohe Zuversicht, daß die Berge des Irrtums, die ich immer vor Augen hatte, jetzt abgetragen würden.
Ich war von den Folgen zweier schweren Operationen noch nicht ganz genesen, als der Krieg ausbrach, und mein Mann zu den Fahnen gerufen wurde. Während des Kriegs verloren wir alles, was wir hatten, und in der Revolutionszeit wurde unser ganzes Hausgerät gestohlen. Wein Mann hatte außer der Uniform, die er trug, kein Kleidungsstück mehr. Kurz gesagt, wir mußten von vorne anfangen. Mein Zusammenbruch kam also nicht von dem, was man eingebildete Zustände nennen würde, besonders wenn man die Schwierigkeiten, mit denen wir nachher zu kämpfen hatten, in Betracht zieht. Daher meine Angst vor neuem Unheil.
Durch andächtiges Lesen im christlich-wissenschaftlichen Lehrbuch und durch die Hilfe einer lieben Praktikerin bin ich eine ganz andere Person geworden. Ich habe die Worte der Heiligen Schrift: „Alle eure Sorge werfet auf ihn” verstehen gelernt. An mir haben sich die Worte Jesajas: „Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, ... daß sie laufen und nicht matt werden, daß sie wandeln und nicht müde werden” als wahr erwiesen; denn ich besorge heute meinen Haushalt ganz allein, während ich früher immer eine Stütze hatte. Wenn bisweilen Wolken erscheinen, kann ich mit vertrauensvollem Herzen zu meinem himmlischen Vater gehen und sagen: Hilf du mir! und ich weiß, es wird wieder eine Tür aufgehen, wenn auch nicht gerade die, von der ich dachte, sie müsse sich öffnen; doch es ist eine, die gut für mich ist, und an die ich wohl gar nicht gedacht habe.
Nun möchte ich von einer ganz wunderbaren, schnellen Heilung an mir erzählen. Am Ostersonntag machten wir mit einigen Freunden einen Ausflug. Auf dem Heimweg bekam ich heftige Blasenschmerzen, ein Leiden, das ich mir als junges Mädchen zuzog, und das sich bei Erkältung oder Überanstrengung immer wieder einstellte. Ich möchte betonen, daß bei jedem solchen Anfall das Leiden mindestens ein halbes Jahr zu dauern pflegte; ein Anfall, den ich vor mehr als fünf Jahren hatte, zog sich länger als ein Jahr hin. Ich ließ die anderen vorausgehen und blieb mit meinem Sohne, der auch die Christliche Wissenschaft angenommen hat, zurück. Wir sprachen nun über die Schöpfung, daß der Mensch, das Ebenbild Gottes, vom Schöpfer vollkommen gestaltet sei, daß wir in der Heiligen Schrift lesen, daß es bei Gott „keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und der Finsternis” gebe. Ich betete, und bald holten wir die anderen ein. Ich fühlte sofort Linderung; und innerhalb einer Stunde war jeder Schmerz verschwunden. Auch hat sich seitdem keiner mehr eingestellt.
Ich werde meine Dankbarkeit gegen Gott dadurch beweisen, daß ich Ihm in Zukunft ein folgsameres Kind sein werde. Für die herrliche Lehre der Christlichen Wissenschaft bin ich Mrs. Eddy von ganzem Herzen dankbar und den lieben Praktikerinnen dafür, daß sie mir geholfen haben, die Steine aus meinem Wege zu räumen.
Frankfurt a. M., Deutschland.
