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Den Irrtum meistern

Aus der Oktober 1933-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Sind wir nicht zuweilen versucht, uns vor einem an uns herantretenden Problem zu fürchten, uns vielleicht einzureden, daß wir uns in eine scheinbare Schwierigkeit schicken müssen, da wir überzeugt sind, daß der Sieg schließlich doch gewonnen wird, uns aber mit der Annahme zufrieden geben, daß wir uns der Herrschaft des Irrtums vorübergehend unterwerfen müssen?

Vielleicht haben wir unsere Unterwerfung unter den Irrtum damit entschuldigt, daß wir sie als eine Haltung ansehen, die da sagt: „Laß es jetzt also sein!”, und die Tatsache übersehen, daß Jesus diese Worte nicht gebrauchte, um Böses irgend welcher Art zu verzeihen oder zu entschuldigen, sondern nur um einen religiösen Brauch zu billigen und mitzumachen, der, wie sowohl er als auch Johannes der Täufer wußte, später einer höheren Ausdrucksform weichen würde.

Jeder Christliche Wissenschafter kann großen Trost und Mut aus der Tatsache schöpfen, daß Mary Baker Eddy in „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift” (S. 419) ohne Vorbehalt erklärt: „Tritt jedem widrigen Umstand als sein Herr entgegen”.

Der häufige und aufrüttelnde Gebrauch des Wortes „Meister” durch Mrs. Eddy in ihren verschiedenen Schriften und ihre zahlreichen Bezugnahmen auf Jesus als den Meister verleihen diesem Titel für Jesus eine größere Bedeutung, als es wohl gewöhnlich geschieht, besonders im Hinblick auf Jesus als unsern Wegweiser. Der Bibelforscher braucht nur ein wenig nachzudenken, um zu erkennen, daß Jesus keine Zeit damit vergeudete, sogar mit den beharrlichsten und heimtückischsten Forderungen der Sünde, Krankheit, Armut oder Widerwärtigkeit sich auseinanderzusetzen oder ihnen zu willfahren. Er meisterte jede Lage schnell, sicher und vollständig, ob er die Versuchung, sich an weltlicher Herrlichkeit vorübergehend zu ergötzen, mit den Worten: „Hebe dich Satan, von mir!” sofort zurückwies, ob er unverzüglich befahl: „Stehe auf, nimm dein Bett und gehe hin!”, als er ein 38 Jahre altes Gebrechen vor sich sah, oder ob er mit dem gebieterischen Ruf: „Lazarus, komm heraus!” die Macht über den sogenannten „letzten Feind” bewies.

Wollen wir dem Meister als unserem Wegweiser nachfolgen, so können wir nicht die hervorragende Tatsache übersehen, daß Christus Jesus gewohnheitsmäßig jedes Problem meisterte, und zwar mit dem unerschütterlichen Glauben, daß wir Gottes, des göttlichen Gemüts, augenblickliche, beständige und vollständige Macht über das Böse jeder Art widerspiegeln können. Auch dürfen wir unserer Führerin verständige Darlegung einer Tatsache, die die wunderbaren Leistungen erklärt, wodurch Jesus den unsterblichen Titel Meister verdiente, nicht übersehen. Um den Gegensatz zwischen Jesus und seinen Verfolgern hervorzuheben, sagt Mrs. Eddy (Wissenschaft und Gesundheit, S. 52): „Sein Herr war Geist; ihr Herr war die Materie. Er diente Gott; sie dienten dem Mammon”.

So finden wir, daß Jesus Herr der Materie oder des sterblichen Gemüts in allen seinen Erscheinungsformen wurde, weil er immer der treue Diener des göttlichen Gemüts war, weil er verstand, daß der Geist, Gott, der Seine vollständige Schöpfung regiert, sein Herr war. Da Jesus diesem einen Gemüt diente, gehorchte und es zum Ausdruck brachte, war er mit der göttlichen Macht ausgerüstet, jedes an ihn herantretende Problem zu meistern.

Daß Jesu Leben bis zu seiner Auferstehung und Himmelfahrt durchweg eine ununterbrochene Darstellung immer wunderbarerer Werke war, war zweifellos die Folge davon, daß er beständig die göttliche Quelle seiner Kraft erkannte und es stets ablehnte, seine Werke als persönliches Verdienst anzusehen. Er hatte schon viele seiner großen Werke vollbracht, unter anderen die Speisung des Volks mit den fünf Broten und zwei Fischen, das Wandeln auf dem Meer und das Stillen des Sturms, als er denen, die zu ihm kamen und ihn fragten, wer er sei, antwortete: „Ich tue nichts von mir selber, sondern, wie mich mein Vater gelehrt hat, so rede ich”.

Wenn wir wie Jesus Gott als das eine und einzige Gemüt erkennen, weigern wir uns nicht nur, uns von irgend einem widerwärtigen Zustand, der unser Recht auf wahres Glück zu verletzen sucht, beherrschen zu lassen, sondern wenden auch vertrauensvoll unsere gottverliehene Kraft an, unseren Mitmenschen ihre Knechtschaft unter falschen Herren abschütteln zu helfen, sooft wir zu solchem Dienst aufgefordert werden. Und wenn wir uns beständig weigern, die dadurch vollbrachten guten Werke als eigenes Verdienst anzusehen, und immer darauf bestehen, daß alle Ehre Gott gegeben wird, können auch wir würdig werden, die Segnungen zu empfangen, welche den beiden Knechten zuteil wurden, die ihre Gaben lange Zeit verdienstvoll angewandt hatten. Und finden wir nicht, daß die Worte: „Ei, du frommer und getreuer Knecht, du bist über wenigem getreu gewesen; ich will dich über viel setzen; gehe ein zu deines Herrn Freude!” in sich schließen, daß man dadurch, daß man ein getreuer Knecht ist, ein erfolgreicher Meister, ein Herr über viel wird?

Selbst der Knecht mit nur einem Zentner, der Schüler der Christlichen Wissenschaft, der erst begonnen hat, sich in die von Mrs. Eddy gelehrte Wahrheit zu vertiefen, kann der Zukunft mit der Gewißheit entgegensehen, daß er die gottverliehene Fähigkeit hat, jede Schwierigkeit, auf die er die Regel der Christlichen Wissenschaft richtig anwendet, zu meistern. Denn Mrs. Eddy gibt uns die ermutigende Verheißung (Miscellaneous Writings, S. 265): „Wer auch nur eine einzige Regel in der Wissenschaft versteht und deren Prinzip der Regel gemäß beweist, ist Herr der Lage”.


In Gott gibt es keinen Geiz, keine Armut und keine Begünstigung. Sein Reichtum übersteigt unsere ganze Fähigkeit zu empfangen. Unsere Unzulänglichkeit liegt nur in uns selber, in unserem Unglauben, in unserer Abneigung, uns Ihm zu ergeben.—

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