Skip to main content Skip to search Skip to header Skip to footer

Junge Leute als Zeugen für das Gute

[Besonders für junge Leute geschrieben]

Aus der Oktober 1933-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Im 5. Kapitel des 2. Buchs von den Königen finden wir eine bedeutsame Geschichte, die ein herrliches Beispiel dafür liefert, wie es Kindern und jungen Leuten in der Tat vergönnt ist, das Wirken des göttlich Guten zum Ausdruck zu bringen. Es ist die Geschichte der Befreiung Naemans vom Aussatz, in der eine gefangen genommene israelitische Magd eine wahrhaft herrliche Rolle spielt.

Hier war ein Kind, das durch die Feinde seines Volks seinem Heim und seinen Lieben entrissen worden war und im Haushalt des Mannes dienen mußte, den es nach menschlichem Ermessen für seine Trennung von der Heimat hätte hauptsächlich verantwortlich halten können. Naeman war bekanntlich der Feldhauptmann des syrischen Heeres, und das Kind war im Dienste seines Weibes. Doch diese gottesfürchtige kleine Magd hegte offenbar keinen Groll gegen ihn. Trotz ihrer Lage und Umgebung diente sie ungehindert dem wahren Gott, dem göttlichen Prinzip. Wir können annehmen, daß sie keinen Einflüsterungen des Selbstbedauerns, des Grolls oder der Rache Gehör schenkte, sondern in vertrauensvollem Gehorsam gegen Gott, das göttliche Gemüt, Gedanken geistiger Freiheit, des Wohlwollens und der Versöhnlichkeit widerspiegelte.

Wir lesen zu Beginn der Geschichte, daß Naemann „hoch gehalten” war. Wahrscheinlich ehrte diese kleine Magd den edlen Menschen und gütigen Herrn, für den sie nur tiefste Besorgnis empfinden konnte. Daher ihr aufrichtiges Gebet: „Ach, daß mein Herr wäre bei dem Propheten zu Samaria! der würde ihn von seinem Aussatz losmachen”.

Wenn wir einen Augenblick innehielten und über die lieblichen Worte inbrünstigen Verlangens dieser seelenerfüllten Magd nach Wiederherstellung ihres heimgesuchten Herrn nachdächten, würden wir zweifellos klar sehen, daß ihre Bitte tatsächlich an Gott, „die Quelle alles Daseins und aller Glückseligkeit”, gerichtet war (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy, S. 2). Diese wahre Tochter Israels muß offenbar gesehen haben, daß Gott die einzige Macht ist. Und wir dürfen wohl mit Recht fragen, ob dieses liebreiche Kind nicht demütig im stillen betete, ehe es mit seiner Herrin darüber sprechen konnte. Vergessen wir nicht, daß diese Israelitin dem Sinnenzeugnis gemäß nur eine Gefangene unter den Hohen und Mächtigen war! Wer wollte den Rat einer so Niedrigen anhören? Das durch das ernste Sehnen eines gläubigen Herzens sprechende „stille, sanfte Sausen” der Wahrheit fand in dem Bewußtsein der Hofleute Ausdruck und gelangte sogar bis vor den König, so daß also Naeman, falls er selber vielleicht nicht willens gewesen wäre, an die Möglichkeit seiner Heilung durch geistige Mittel zu glauben, notgedrungen die Wünsche seines Königs hätte beachten und dessen Befehl befolgen müssen, rief er ihm doch in einem Tone, der keine Widerrede duldete, zu: „So zieh hin”. Wie groß doch wahrlich die Freude und die Dankbarkeit dieser tapferen jungen Streiterin für die Wahrheit gewesen sein muß, als sie erfuhr, daß Naeman tatsächlich abgereist war, um den Propheten in Samaria aufzusuchen! Ihre Treue gegen den Gott ihrer Väter sollte sich als siegreich erweisen, und die Heilung ihres Herrn war zur Gewißheit geworden.

Was nun junge Leute aus dem anspornenden Beispiel dieses Mädchens besonders lernen können, war ihre Bereitwilligkeit, angesichts einer schwierigen Lage den Segen, der so notwendig schien, bei Gott zu suchen und von Ihm zu erwarten. Junge Christliche Wissenschafter müssen ebenso mutig und unbedingt überzeugt sein, daß Gott heilen und erretten kann und will. Sie können jedoch dann und wann verleitet werden, die Einflüsterung zu glauben, daß sie nicht alt genug seien oder nicht genug Verständnis und Erfahrung haben, für sich und andere gewisse Probleme auszuarbeiten. In diesem Zusammenhang ist daher eine uns von unserer geliebten Führerin gegebene Regel von unschätzbarem Wert. Auf Seite 542 in Wissenschaft und Gesundheit schreibt sie: „Laß Wahrheit den Irrtum in Gottes eigener Weise aufdecken und zerstören, und laß die menschliche Gerechtigkeit die göttliche nachahmen”. Junge Beweiser der göttlichen Kraft, die sich aus eigenem Antrieb an Gott gewandt haben, dürfen versichert sein, daß Er sie oder andere in Übereinstimmung mit Seiner großen und vollkommenen Liebe so erleuchten wird, daß sie genau die rechten Schritte zur Erkenntnis und Bekundung der Harmonie unternehmen.

Die von den verwirrenden Verwicklungen menschlicher Voraussetzungen freie Wahrheit ist an sich so einfach, daß selbst die jüngsten Kinder, die in der Christlichen Wissenschaft richtig unterwiesen sind, sie genau und wirkungsvoll erklären können. Daher sollte jedes sich eindrängende Gefühl von begrenzter geistiger Fähigkeit sofort ausgetrieben und durch das Verständnis ersetzt werden, daß der Geist selbstloser Liebe alle für eine gegebene Lage erforderliche Intelligenz in sich birgt, da die göttliche Liebe Intelligenz ausdrückt. „Die menschliche Gerechtigkeit die göttliche nachahmen lassen” heißt nicht das Wort vorenthalten, das freimacht. Und junge Leute sind nur deshalb, weil sie jung sind, nicht der heiligen Pflicht enthoben, stets auf jede sich göttlich entfaltende Gelegenheit, das Gute widerzuspiegeln, zu achten. Die im stillen gedachten oder laut geäußerten richtigen Worte oder auch gelegentliche liebevolle Handlungen sind jedoch noch kein wirksames Gebet. Es muß vielmehr ein aufrichtiges Verlangen sein, andere nur um der Liebe willen zu segnen, der Wunsch, aus reiner Dankbarkeit von der erlangten köstlichen Gottesgabe geistigen Verständnisses freigebig auszuteilen. Solches Gebet bringt wahrlich „in Gottes eigener Weise” seinen sicheren Lohn des Friedens, der Gesundheit und der Fülle des Guten für alle.

Wenn Sie mehr Inhalte wie diese erforschen möchten, können Sie sich für wöchentliche Herold-Nachrichten anmelden. Sie erhalten Artikel, Audioaufnahmen und Ankündigungen direkt per WhatsApp oder E-Mail. 

Anmelden

Mehr aus dieser Ausgabe / Oktober 1933

  

Die Mission des Herolds

„... die allumfassende Wirksamkeit und Verfügbarkeit der Wahrheit zu verkünden ...“

                                                                                                                            Mary Baker Eddy

Nähere Informationen über den Herold und seine Mission.