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„Das Vorbild für menschliches Handeln”

Aus der November 1939-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Der angenommene Zweck der Ausbildung der Sterblichen in menschlichem Wissen ist, ihr Denken so zu wecken, daß sie wahre Werte ergreifen und Wertloses und Mangelhaftes widerlegen können. Materieller Unterricht, der immer nur auf Voraussetzungen und Schlüssen beruht, die an sich oft mutmaßlich und widersprechend sind, bietet weder dem Lehrer noch dem Schüler mehr als nur die Gelegenheit, zu wählen, was dem Rechten am nächsten zu kommen und dem Fortschritt am meisten zu dienen scheint.

Wenn die Menschen die irrige und rein theoretische Grundlage alles sterblichen Folgerns durch geistiges Verständnis erkennen gelernt haben, werden sie von der widerspruchsvollen und unbeständigen Art dessen, was sich daraus ergibt, nicht mehr beeinflußt. Sie können die Ebbe und Flut, die vorübergehende Aufstellung und Umkehrung sterblicher Normen ohne Beunruhigung beobachten, da sie wissen, daß sich der Irrtum durch solche Mittel selber aufdeckt und zerstört.

Auf Seite 306 in „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift” schreibt Mary Baker Eddy: „Unberührt inmitten des mißtönenden Zeugnisses der materiellen Sinne entfaltet die allzeit erhöhte Wissenschaft den Sterblichen das unwandelbare, harmonische göttliche Prinzip — entsaltet sie Leben und das Universum als immer gegenwärtig und ewig”.

Der Christliche Wissenschafter, der weiß, daß dort, wo die Wissenschaft erhöht wird, auch der Mensch erhöht wird, stellt sich inmitten aller Herausforderungen und Umwälzungen entschieden auf seinen Standpunkt und behauptet ihn unbeirrt in dem Maße seiner Treue gegen das christliche Verfahren, während sich in seiner Erfahrung ein bewußtes Einssein mit dem Prinzip entfaltet, das ihn beim Überwinden des Bösen erhält und stützt. „Du erhältst stets Frieden nach gewisser Zusage; denn man verläßt sich auf dich”, erklärte Jesaja. Man verläßt sich auf dich! Die Forderung des Prinzips ist, daß das Denken nicht nur über geistige Erhöhung nachdenke und sie anerkenne, sondern sich auch darauf verlasse.

Nur die Wissenschaft des Christentums kann die Menschen mit dem geistigen Ideal versehen, nach dem sie ihr Denken gestalten können. Nur sie kann sie mit dem logischen Grund für Ruhe versehen inmitten alles dessen, was behauptet, stören und vernichten zu können. Wer danach trachtet, sich vom geistigen anstatt vom materiellen Sinn führen zu lassen, weiß, daß zeitweiliger Verlaß auf Gott nicht genügt. Das menschliche Dasein mit allen seinen Mißhelligkeiten und Nöten ist das Ergebnis eines Denkens, das seine Voraussetzungen und Schlüsse ohne Gott entwickelt hat und sie als unvermeidlich angenommen hat. Erkennen, daß nichts Materielles, so schön es auch scheinen mag, das rechte Vorbild für das Handeln ist, heißt immer das suchen, was nicht außerhalb des Reichs des wahren Seins, sondern erhöht ist und von innen königlich regiert. Auf diese Art bewahrt man sich Frieden und Gleichmut, was für Streitigkeiten sich auch in mißtönender und abstoßender Anmaßung erheben mögen. Wenn die Menschen die wahre Bedeutung ihres eigenen geistigen Ideals verstehen lernen und sich als Wesenseins mit ihm erkennen, finden sie, daß die falschen mentalen Bilder, die herabgesetzten Normen und die sie auf allen Seiten umgebenden anmaßenden Argumente keine Furcht, kein Leiden und keinen Groll mehr hervorrufen können.

Auf Seite 93 in „Rückblick und Einblick” hat uns unsere Führerin eine genaue und anwendbare Verordnung zur Behandlung aller mißtönenden Zeugnisse der materiellen Sinne gegeben, seien sie persönlicher oder allgemeiner, nationaler oder internationaler Art. Sie schreibt: „Das beste geistige Urbild christlicher Art, das menschliche Denken zu heben und die göttliche Wahrheit zu übermitteln, ist beharrende Kraft, Stillesein und Stärke; und wenn wir uns dieses geistige Urbild zu eigen gemacht haben, wird es zum Vorbild für menschliches Handeln”.

Durch ernstliches Nachdenken über die geistigen Tatsachen des Seins, die allein die Wirklichkeit ausdrücken, bringen die Menschen das in Tätigkeit, was Furcht beruhigt und Ruhe wiederherstellt. Bei dieser Beständigkeit, dieser Ruhe des Denkens, diesem Bewußtsein geistiger Kraft entfaltet sich ihr Leben, ihre göttlich geleitete Bestimmung, veredelt und gehoben durch das, was auch diejenigen, mit denen sie in Berührung kommen, erheben und ermutigen muß. Erregung und Gefühlsbewegung, magnetische Anziehung und Beherrschung, vom menschlichen Willen ausgehende und gehandhabte Kräfte sind nicht Stärke, sondern Schwäche. Da sie auf den im Zerfall begriffenen Normen des persönlichen Sinnes errichtet sind, sind sie genau von so langer Dauer, wie sie den sterblichen Menschen verleiten können zu glauben, daß das, was unwahr ist, wahr sei. Der Christliche Wissenschafter, der auf die beständige Entfaltung der unendlichen Ideen des Gemüts achtet, wird von allen diesen Scheingewalten ungestört bleiben.

Wer erkennt, daß in den Lehren der Christlichen Wissenschaft die Wahrheit erhöht ist, wodurch die Herrschaft des Menschen als des Sohnes Gottes bekundet wird, weiß, daß er das Recht hat zu behaupten, daß sich die ganze Schöpfung — erhaben, gestärkt, in Frieden — auf Gott stützt. Der unbedingte, wissenschaftliche Grund und die Erklärung hiefür geht aus Feststellungen Mrs. Eddys wie der folgenden hervor (Rückblick und Einblick, S. 88): „Das Gemüt beweist, daß es allgegenwärtig und allmächtig ist; aber das Gemüt dreht sich um eine geistige Achse. Seine Kraft entfaltet sich und seine Gegenwart wird in ewiger Ruhe und in der unbeweglichen Liebe fühlbar”.

Wenn die Menschen standhaft an der geistigen Tatsache des Einsseins des Menschen mit dem Gemüt festhalten, das seine unbewegliche und doch beständig sich entfaltende Kraft und Gegenwart selber mitteilt, wissen sie, daß sie sich jenes geistige Ideal zu eigen gemacht haben, das das einzig wahre Vorbild für menschliches Handeln ist.

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