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„Sei gereinigt!”

Aus der November 1939-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Alle Bibelleser kennen die im 2. Buch der Könige berichtete bemerkenswerte Heilung Naemans, „des Feldhauptmanns des Königs von Syrien”. Kein nachdenklicher Mensch kann diesen Bericht lesen, ohne einen Eindruck von seiner Einfachheit und seinem tiefen geistigen Wert zu gewinnen. Der Christliche Wissenschafter findet die darin enthaltene sittliche Lehre von großem Wert für ihn bei seinem Fortschritt auf dem Wege vom Sinn zur Seele. Naemans Leiden war die Folge falschen Denkens, und seine Heilung fand statt als Ergebnis der Berichtigung gewisser mentaler Irrtümer. Wir erfahren, daß er ehrlich und von seinem Herrn hoch gehalten war, und daß „er ein gewaltiger Mann war und aussätzig”.

Naemans Willigkeit, den Rat der kleinen gefangenen Magd seines Weibes zu befolgen und bei einer unbekannten Quelle Hilfe zu suchen, war der erste Schritt aus seiner Not heraus. Dann sehen wir, wie er einen falschen Sinn seiner eigenen Wichtigkeit und persönlichen Größe durch Gehorsam aufgeben mußte. Er mußte auch erkennen lernen, daß die Heilung von Gott kommt. Und als er in Selbstaufopferung und Dankbarkeit demütig die durch den Propheten Elisa gegebenen Anleitungen der Wahrheit befolgte, stieg er ab „und taufte sich im Jordan siebenmal, ... und sein Fleisch ward wieder erstattet wie das Fleisch eines jungen Knaben, und er ward rein”.

Wo das Gesetz Gottes in Betracht kommt, gibt es keine halben Maße. Ganzer Gehorsam gegen die göttlichen Forderungen ist die einzige Gewähr für Erfolg bei allem, was wir unternehmen. Das Himmelreich auf Erden ist die vollständige Übereinstimmung zwischen Gott und dem Menschen, dem Prinzip und seiner Idee, und nichts kann sich in Gottes harmonische Herrschaft Seines Weltalls mischen.

Die Welt bedarf sehr der Heilung. Krankheit im allgemeinen ist nicht im Abnehmen begriffen. Es werden neue Krankenhäuser gebaut, und neue Krankheiten werden von selbstlosen Männern und Frauen untersucht, um sie heilen zu können. Inzwischen geben sich Millionen der Verzweiflung hin, da sie alle bekannten materiellen Mittel angewandt haben und nichts gebessert worden ist. Ohne Zweifel war dies der Fall bei dem, der zu Christus Jesus kam und ihn bat, daß er ihn rein machen möchte, als Jesus vom Berge herabkam, nachdem er jene überaus bemerkenswerte Predigt gehalten hatte, die wir heute als die Bergpredigt kennen. Der Aussätzige hatte zweifellos die Vollmacht, mit der der Meister sprach, gefühlt; denn wir lesen, daß er sich an Jesus wandte mit den Worten: „Herr, so du willst, kannst du mich wohl reinigen”. Jesus rührte den Leidenden an und sagte einfach: „Ich will’s tun; sei gereinigt!” Und wir lesen, daß er alsbald von dem Aussatz „rein war”.

Nun erheben sich natürlich die Fragen: Wie heilte Jesus die Kranken? Welches Wissen besaß er, das ihm Kraft und Vollmacht über alle Formen des Bösen gab? Die Christliche Wissenschaft beantwortet diese Fragen zur vollständigen Zufriedenheit jedes ernsten Fragers. Diese Wissenschaft erklärt nicht nur die sogenannten Wunder der Bibel in logischer und befriedigender Weise, sondern durch Ergründung der Schriften Mrs. Eddys heilt sie tatsächlich den Leidenden und beweist dadurch die Erklärung der Bibel: „Das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer denn kein zweischneidig Schwert, und dringt durch, bis daß es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens”. Es könnten zahlreiche Fälle angeführt werden, wo sogenannte unheilbare Krankheiten durch ernstes Forschen in der Bibel in Verbindung mit dem Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift” von Mary Baker Eddy, der Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft, verschwunden sind.

Die Frage, wie Jesus die Kranken heilte, ist in dem soeben erwähnten Buche (S. 476, 477) beantwortet: „Jesus sah in der Wissenschaft den vollkommenen Menschen, der ihm da erschien, wo den Sterblichen der sündige, sterbliche Mensch erscheint. In diesem vollkommenen Menschen sah der Heiland Gottes eigenes Gleichnis, und diese korrekte Anschauung vom Menschen heilte die Kranken”. So sehen wir, daß des Meisters „ich will’s tun; sei gereinigt!” mehr bedeutete als bloßes Reinigen des menschlichen Körpers des Aussätzigen von einer furchtbaren Krankheit. Es war Christi Jesu Erklärung des ewigen Einsseins des Menschen mit dem Vater-Mutter-Gott. Es war seine Vergegenwärtigung der Reinheit, der Redlichkeit und der Harmonie des Menschen als eines Sohnes Gottes. Es war seine Anwendung des Vollkommenheitsgesetzes Gottes zugunsten eines leidenden Sterblichen, der glaubte, er sei von dem einen Schöpfer getrennt. Das Gesetz des unendlich Guten, das Gesetz des Geistes, der Wahrheit, des Lebens und der Liebe war die Kraft, die jeder von Christus Jesus vollbrachten Heilung zugrunde lag. Dieselbe Kraft heilt heute die Kranken in der christlich-wissenschaftlichen Ausübung.

Das christlich-wissenschaftliche Heilen wird oft mit dem Sonnenaufgang verglichen. Ein junger Christlicher Wissenschafter stand bei Tagesanbruch auf dem Deck eines großen Schiffs und sah, wie die Sonne scheinbar aus dem Meer auftauchte und die Finsternis und den Nebel Vertrieb. Was wurde aus der Finsternis? Freudig erkennend, daß sie nie als Wirklichkeit oder Wesenheit bestand, sah der Wissenschafter, daß dies die Wahrheit über allen Irrtum — Sünde, Krankheit, Leid, Disharmonie, Mangel und Tod — herrlich veranschaulicht, nämlich seine vollendete Nichtsheit, wenn er im Lichte geistigen Verständnisses betrachtet wird. Und dankbar und demütig dachte er an seine erste Erfahrung in der Christlichen Wissenschaft, als die Wahrheit in seinem Bewußtsein dämmerte und augenblicklich eine Krankheit heilte, woran er viele Jahre gelitten hatte. „Und Gott sprach: Es werde Licht! und es ward Licht”. Die unmittelbare Folge des dämmernden Verständnisses ist Heilung und das geweckte Verlangen, gut zu sein und Gutes zu tun. Aber in dem weiteren Vorgang der Läuterung des Sinnes und des Selbst haben wir noch viel Arbeit zu tun.

Unsere Führerin schreibt in ihrem Buche „Anfangsgründe der göttlichen Wissenschaft” (S. 2): „Das Heilen von körperlicher Krankheit ist der kleinste Teil der Christlichen Wissenschaft. Es ist nur der Weckruf zum Denken und Handeln im höheren Bereich der unendlichen Güte”. Fortschritt durch Läuterung in diesem „höheren Bereich der unendlichen Güte” hängt von unserer demütigen Willigkeit ab, das Alte fahren zu lassen und den wahren Begriff von Gott und dem Menschen, den die Christliche Wissenschaft darbietet, in unser Bewußtsein aufzunehmen. Der christliche Maßstab: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen”, hat nichts von seiner Kraft verloren, uns zu überzeugen, daß Mrs. Eddy die geistige Kraft, zu heilen, wie Jesus heilte, entdeckt und ihre Entdeckung der Menschheit zum Wohl aller gegeben hat. Die reinigende Kraft der Wahrheit ist in der Tiefe des menschlichen Bewußtseins am Werke. Die Kranken werden geheilt, die Sünder und Sinnlichen erlöst, die Blinden sehen, die Lahmen gehen, wenn der Christus als immer gegenwärtig erfunden wird und zu jedem Leidenden sanftmütig sagt: „Ich will’s tun; sei gereinigt!”

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