Christus Jesus gebrauchte viele bekannte Veranschaulichungen, um seinen Zuhörern die tiefen Dinge Gottes, die er ihrem dämmernden geistigen Verständnis mitteilte, verständlich zu machen; und auch seine treue Nachfolgerin Mary Baker Eddy bot ihre Lehre in ähnlicher Weise dar. Auf Seite 301 in „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift” schreibt sie: „Wenige Menschen begreifen, was die Christliche Wissenschaft mit dem Wort Widerspiegelung meint”. Um eine Widerspiegelung zu erhalten, muß man auch einen Spiegel haben; denn ein Spiegel ist das, was das Bild oder alles, was vor ihm steht, zurückwirft. Mrs. Eddy gebraucht die Veranschaulichung eines Spiegels.
Die meisten Menschen benützen einen Spiegel, um sich zu vergewissern, ob sie der Sitte oder der Mode gerecht werden, und die Veranschaulichung ist daher leicht verständlich. Ein Spiegel spiegelt alles wider, was vor ihm steht, und es bestehen gewisse Gesetze, die die Beziehung des Gegenstandes zu der Widerspiegelung regieren. Wenn der Spiegel fehlerlos ist, gibt er das genaue Bild dessen, was vor ihm steht, wider. Wenn er entstellt ist, ist auch das Bild entstellt.
Auf Seite 515 des christlich-wissenschaftlichen Lehrbuchs nennt Mrs. Eddy die göttliche Wissenschaft einen Spiegel und Gottes Bild und Gleichnis, den Menschen, die Widerspiegelung. Da Gott allmächtig und allgegenwärtig ist, kann der geistige Mensch seinem göttlichen Prinzip, Gott, so wenig unähnlich werden, wie das menschliche Gleichnis in einem Spiegel etwas widerspiegeln kann, was seinem menschlichen Urbild unähnlich ist. Christus Jesus nahm auf diese unveränderliche Vollkommenheit Bezug, als er sagte (Joh. 5, 19): „Der Sohn kann nichts von sich selber tun, sondern was er sieht den Vater tun; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn”. Mit Hilfe des Spiegels der göttlichen Wissenschaft sehen wir, daß jede Idee Gottes, „vom unendlich Kleinen an bis zum unendlich Großen” (Wissenschaft und Gesundheit, S. 336), Gott widerspiegelt. Da Gott das Leben ist, spiegeln alle Seine Ideen das Leben wider. Da Gott die Wahrheit ist, drücken alle Ideen, aus denen der Mensch und das Weltall bestehen, die Wahrheit aus. Da Gott die Liebe ist, drücken alle Seine Ideen die grenzenlose Liebe aus.
Auf Seite 571 in Wissenschaft und Gesundheit weist unsere Führerin auf den uns vom Offenbarer gegebenen Spiegel hin, „in dem die Sterblichen ihr eigenes Bild sehen können”. Dieser Spiegel zeigt den vermeintlich aus Erde gemachten Menschen als die Fälschung der Schöpfung Gottes, von der Jesaja schrieb: „So lasset nun ab von dem Menschen, der Odem in der Nase hat; denn für was ist er zu achten?” Die sogenannte Naturwissenschaft hat diesen Menschen aus Erde von seinem vermeintlichen Anfang bis zu seinem unvermeidlichen Ende untersucht und untersucht ihn immer noch und hat ihn ihren sogenannten Reichen des Lebens in der Materie—den Wirbeltieren, den Gliedertieren, den Weichtieren und den Strahltieren—angereiht. Nachdem sie den Anfang der sogenannten materiellen Schöpfung in einer Protoplasmazelle festgestellt und keine Lösung des Problems des Daseins gesunden hat, unternimmt sie es, die unbelebte Materie, das Molekül, das Atom, das Elektron und schließlich das Neutron zu untersuchen, um das Geheimnis zu finden. In einem Satze setzt sich Mrs. Eddy über alle falschen Schlüsse betreffs des Ursprungs des Menschen hinweg, wenn sie auf Seite 35 und 36 in „Unity of Good” schreibt: „Als Materie wird ein Molekül nicht vom Geist gebildet; denn der Geist ist nur geistiges Bewußtsein. Daher kann dieses geistige Bewußtsein nichts bilden, was ihm, dem Geist, nicht gleich ist, und der Geist ist der einzige Schöpfer. Das materielle Atom ist eine vom Bewußtsein entworfene Unrichtigkeit, die weiteren Augenschein des Bewußtseins und des Lebens nur dadurch sammeln kann, daß sie Lügen aufeinanderhäuft”.
Es ist daher einleuchtend, daß der Mensch aus Erde falsch, unwirklich ist. In dem Verhältnis, wie dieser falsche Sinn des Menschen durch die Offenbarung der durch die Christliche Wissenschaft klargemachten Wahrheit aus unserem Bewußtsein verschwindet, werden wir dazu erwachen, uns so zu kennen, wie Gott uns ewig kennt. So werden wir durch die göttliche Wissenschaft verstehen, daß es nur einen Menschen, Gottes Widerspiegelung, gibt und immer gegeben hat, und daß „wir nun Gottes Kinder sind”.
Unsere Sicherheit liegt darin, daß wir hohe Ideale haben und sie beständig zu verwirklichen trachten. Ist Gelderwerb eines Mannes Ideal, so wird er unumgänglich zu Erde werden; hungert und dürstet er aber nach dem Reich Gottes, so wird er stark werden und unaussprechlichen Frieden genießen.
