Unser Wegweiser Christus Jesus betrachtete jeden Umstand und Zustand von dem Gesichtspunkt geistigen Sieges. Er hatte für jedes Problem, das sich ihm darbot, ob es Lähmung oder Fieber oder Tod oder eine hungrige Volksmasse war, das sichere, wissenschaftliche Christuswissen, das ihm die vollständige Herrschaft gab. Kein zur Heilung dargebotener Zustand konnte ihm so furchterregend scheinen, daß es ihn an der Macht der Wahrheit, den Zustand zu heilen, zweifeln ließ. Weil er Gott verstand, kannte er den unbedingten Sieg des Guten in jedem Fall.
Dieses siegende Verständnis entsprang dem Bewußtsein seiner Einheit mit seinem Vater, dem göttlichen Gemüt. Er konnte dadurch beweisen, daß da, wo für den materiellen Sinn das Böse Macht zu haben schien, für den geistigen Sinn nur die Güte und die Seligkeit und die Freude vorhanden waren, die Gott am Anfang schuf, und die Er immer erhalten hat.
Diese wissenschaftliche Kenntnis der Gegenwart und des Wirkens des göttlichen Prinzips ist uns durch die Offenbarung der Christlichen Wissenschaft, der Christus-Wissenschaft, die Jesus täglich bewies, gegeben worden.
Durch diese Wissenschaft verstehen wir, daß Vollkommenheit immer gegenwärtig ist. Wenn Irrtum in Gestalt von Furcht oder Fieber ausgerottet werden muß, wissen wir, daß die Liebe, die Gott ist, sich in Gesundheit und Harmonie ausdrückt und Fieber, Sünde und alles, was der göttlichen Liebe nicht gleich ist, vollständig ausschließt. Wir treten an jede Notlage von dem Standpunkt heran, daß die Wahrheit schon Siegerin ist, daß das Gute ununterbrochen allerhaben ist. Wir brauchen uns das Gute, das Gott schon eingesetzt hat, nur zu eigen zu machen.
Wenn wir dem Augenschein zustimmen, daß Gott einen kranken oder sündigen Menschen oder eine kranke und sündige Welt geschaffen habe, verlieren wir die Wahrnehmung des Sieges aus den Augen und gehen in dem Maße nicht den von Christus Jesus gezeigten Weg. Weil dieser Weg aber in der Christlichen Wissenschaft erleuchtet ist, können wir das Verständnis, das geistige Licht, haben, das wir brauchen, um in unserer freudigen Gewißheit, daß Gottes vollkommene Harmonie schon feststeht, unerschüttert zu sein. Nichts kann unser Bewußtsein verdunkeln und dadurch die Tatsache verbergen, daß die unendliche Liebe die unzerstörbare und ewige Vollkommenheit aufrechterhält.
Durch dieses Bewußtsein sind wir bei der Betrachtung jeder Lage von dem gegenwärtigen Sieg der Wahrheit überzeugt. Wir kommen zu jedem Patienten mit der freudigen Gewißheit, daß Gott bestimmt die Herrschaft in seiner Erfahrung hat. Wir anerkennen auch nicht einen Augenblick, daß ein schnell verlaufender oder hartnäckiger, ein unheilbarer oder gefährlicher schlimmer Zustand wirklich sei. Vollkommenheit, Heiligkeit und Harmonie bestehen schon, und Gott erhält Seine liebevolle Schöpfung.
Jesus sagte: „Darum sage ich euch: Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubet nur, daß ihr’s empfangen werdet, so wird’s euch werden”. Dies weist auf die Wissenschaft des Heilens hin, durch die wir verstehen, wie es kommt, daß wir schon alles Gute empfangen haben. Daher schließen unsere Gebete das freudige Innewerden der siegreichen Gegenwart der Wirklichkeit und innige Dankbarkeit für den gegenwärtigen Sieg des allmächtigen Guten in sich. Wir haben keinen Zweifel und keine Furcht; denn die Vergegenwärtigung dessen, was Gott schon getan hat, beweist die Gegenwart und Tätigkeit Seiner Liebe.
Jesus flehte Gott nicht an, die Wahrheit wahr sein zu lassen; er sagte: „Vater, ich danke dir”, und wir schließen unser Gebet des Beweises mit Dankbarkeit dafür, daß der Sieg schon hier ist. Die Wahrheit besteht immer.
Den Hauptsieg hat jeder einzelne über seinen eigenen falschen Sinn eines materiellen Selbst zu erringen, und er erwartet auch hier den Sieg, weil er versteht, daß seine wirkliche Wesenseinheit die Widerspiegelung Gottes ist; denn die geistige Tatsache über uns alle ist schon wahr. Der wirkliche Mensch besteht immer als Idee in dem Gemüt, das Gott ist, und das gewissenhafte, freudige Beharren im Wissen dieser Wahrheit und das Anwenden von allem, was man versteht, gewinnt diesen großen Sieg. Liebe, die man im Denken unablässig festhält, die man in gütigem, selbstlosem Handeln beständig ausdrückt, und die das Verständnis fortwährend erleuchtet, schließt diesen falschen Sinn eines materiellen Selbst unwiderstehlich aus.
Diese Geltendmachung des Selbst, so beharrlich und allgemein sie auch scheint, vergeht vor der Wahrheit; denn, sagt Mary Baker Eddy auf Seite 380 in „Wissenschaft und Gesundheit mit Schüssel zur Heiligen Schrift”: „Die Wahrheit siegt immer”. Unser liebender Vater-Mutter ist das Gemüt, und wir können als die Kinder Gottes in der demütigen, freudigen Gewißheit vorwärts gehen, daß wir den Sieg über das, was des Menschen Herrschaft am meisten verneint — den Sinn eines falschen, materiellen Selbst — gewinnen werden.
Wer Jesu Lehren befolgt, betrachtet das Inerscheinungtreten eines Weltkampfes zwischen der Materialität und dem Christus, der Wahrheit, in dem sicheren Bewußtsein der beständigen Obergewalt der Wahrheit. Das Böse ist nie Macht, so furchtbar es auch scheint. Der Rechtdenkende weiß, daß das unendliche Gute das Zusammenarbeiten aller Dinge für das Gute veranlaßt. Er weiß, daß die Wahrheit den Sieg davonträgt, und er widmet sich in seinem ganzen Handeln und Leben werktätig dem Christus, der Wahrheit. Er weiß, daß alle Menschen die Wahrheit sehen und nach ihr verlangen werden; denn es ist die Bestimmung aller, die Seligkeit und die Herrschaft zu haben, die durch die Wahrheit dargetan werden. Mrs. Eddy schreibt (Rückblick und Einblick, S. 22): „Es kann sein, daß im sterblichen Leben der Kampf unausgesetzt tobt und weitertoben muß, bis die damit verbundenen Irrtümer durch die siegbringende Wissenschaft bezwungen sind; aber dieser Sieg wird kommen! Gott ist über allem”.
Wir, die wir die Macht der Wahrheit auch nur ein wenig verstehen, erkennen die große Gelegenheit, die wir in dieser Stunde haben, die Wahrheit von ganzem Herzen zu denken, zu leben und zu lieben. Ohne Rücksicht auf den Anschein erkennen wir unablässig an, daß die Wahrheit immer siegreich ist, daß die Wahrheit leitet und lenkt, daß die Wahrheit befreit.
Nur die Wahrheit ist endgültig; nur Gottes vollkommener Plan kann gedeihen, und nichts in der ganzen Organisation des sterblichen Irrtums kann den unwiderstehlichen Sieg der Wahrheit und der Liebe verhindern. Dieser Sieg ist zur Hand. Laßt uns uns darüber freuen, dafür dankbar sein, ihn beweisen! Wenn wir dies verstehen, leben wir beständig in der Gemütsverfassung geistigen Sieges. Wir machen uns diesen Sieg zu eigen; wir sind froh, daß er hier ist; wir können immer sagen: „Dir, Herr, gebührt die Majestät und Gewalt, Herrlichkeit [und der] Sieg”.
