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Die Vorbereitung auf das Lehren in der Sonntagsschule

Aus der Juli 1956-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Mary Baker Eddy, unsere Führerin, hat uns für die wahre Erziehung der kommenden Generation wertvolle Hinweise gegeben. In einem ihrer Briefe schreibt sie (The First Church of Christ, Scientist, and Miscellany, S. 252): „Der ganze Zweck wahrer Erziehung ist, die Wahrheit nicht nur zu erkennen, sondern sie auch zu leben — sich am Rechttun zu freuen; nicht nur bei Sonnenschein zu arbeiten und bei Regen davonzulaufen, sondern auch inmitten von Wolken des Unrechts, der Ungerechtigkeit, des Neides und des Hasses zu arbeiten; auf Gott, den starken Befreier zu vertrauen, der Rechtschaffenheit belohnt und Missetat straft.“

Die Wahrheit lieben und sie leben, im Sonnenschein wie im Sturm arbeiten — das ist das Ziel wahrer Erziehung, ob man nun an sich selbst arbeitet oder es mit andern zu tun hat. Laßt uns betrachten, wie dieser wesentliche Punkt in der Erziehung nutzbar gemacht werden kann, für die Arbeit des Lehrers in unseren christlich-wissenschaftlichen Sonntagsschulen oder für irgend jemand sonst, der mit der Fürsorge und Erziehung von Kindern betraut ist.

Kurz vor dem Verrat und der Kreuzigung Jesu, versicherte Simon Petrus, einer der Jünger, dem Meister, daß er bereit sei, mit ihm ins Gefängnis, ja selbst in den Tod zu gehen. Doch dann sagte der Meister voraus, daß er ihn dreimal verleugnen würde. Und weiter sagte er seinem ungestümen Jünger (Luk. 22:32): „Ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dermaleinst dich bekehrst, so stärke deine Brüder.“

Hier liegt ein guter Rat für alle Eltern und Lehrer und besonders für diejenigen, die in unseren Sonntagsschulen tätig sind. Ein Lehrer möge sich häufig die Frage stellen: „Bin ich im vollen Sinne des Wortes zur Christlichen Wissenschaft bekehrt? Folge ich dem Christus im täglichen Leben? Bin ich eifrig bemüht, die reine Speise der Wahrheit mit allen zu teilen, mit denen ich in Verbindung komme?“

Ein Christlicher Wissenschafter, der in der Sonntagsschule eine Klasse von Jungen unterrichtete, wurde, wie er meinte, durch die Gleichgültigkeit und Unaufmerksamkeit der Schüler beunruhigt. Er wurde auf einige Artikel im Christian Science Sentinel aufmerksam gemacht, die ihn sofort erkennen ließen, daß er sich mit mehr Hingabe auf den Unterricht vorbereiten müsse. Er gab diese Aufsätze auch an andere in der Sonntagsschule und an die Eltern der Schüler. Sehr bald zeigte sich, daß die Klasse auf das erwachende Denken des Lehrers einging. Außerdem wurden die Jungen von körperlichen Irrtumszuständen geheilt, als das Denken des Lehrers und das der Schüler sich der Tatsache öffnete, daß sie in Wirklichkeit die reinen Kinder Gottes waren, und nicht Sterbliche, die gegen die Annahme menschlicher Unreife kämpften.

Im Vorwort zu „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift“ sagt uns unsere Führerin, daß die Zeit für Denker gekommen ist. Sie weist darauf hin, daß Vernunft die tätigste Fähigkeit des menschlichen Bewußtseins ist. Es ist die Aufgabe des Lehrers, selbst richtig denken zu lernen und es seine Schüler zu lehren. Mrs. Eddy gibt im Handbuch Der Mutterkirche und in ihren anderen Schriften besondere Anleitung zur Unterweisung der Kinder in der Sonntagsschule. Diese Anleitung betont die Bedeutung richtigen Denkens.

Kinder, die gelehrt werden, sich die Wahrheiten der Christlichen Wissenschaft in deren Anwendung auf das tägliche Leben klar zu machen, werden nicht nur selbst gesegnet, sondern werden auch alle die segnen, mit denen sie in Verbindung kommen. Die ihnen innewohnende Empfänglichkeit und rasche Aufnahmefähigkeit der Jugend wird sie in der Klasse oder im täglichen Leben oft eine tiefe Wahrheit finden lassen, die der Lehrer oder andere vielleicht noch nicht erfaßt haben. Daher ist es gut, mit dem Gedanken zur Klasse zu kommen, daß Gott sowohl dem Lehrer wie dem Schüler durch unsere einzigen Prediger — die Bibel und „Wissenschaft und Gesundheit“ — alles offenbaren wird, was zur beständigen Entfaltung des Guten im Leben aller nötig ist.

Unsere Führerin schreibt in „Wissenschaft und Gesundheit“ (S. 225): „Wie alle Geschichte, so veranschaulicht auch die Geschichte unsres Landes die Macht des Gemüts und zeigt, daß die menschliche Macht im Verhältnis zu ihrer Verkörperung des rechten Denkens steht.“ Und sie weist daraufhin, daß einige wenige Aussprüche, die auf der göttlichen Gerechtigkeit beruhten, mächtig genug waren, die Sklaverei aufzuheben. Dann fügt sie hinzu: „Liebe ist der Befreier.“

Jesu Gebot — Liebe zu Gott und dem Menschen — das seinen Lehren zugrunde lag, sollte der Antrieb zu aller wahren Erziehung sein. Die Bibel bringt Beispiele, wie Haß, Furcht, Krankheit, Sünde oder andere menschliche Disharmonie durch die Betätigung der geistigen Liebe im täglichen Leben überwunden wurden. Der Christliche Wissenschafter lehrt durch Vorschrift und Beispiel, daß die göttliche Liebe, wenn sie widergespiegelt wird, jedes menschliche Übel zerstört und alle Not der Menschheit stillt. Wenn Lehrer und Schüler mit dem klaren Verständnis ausgerüstet sind, in welcher Weise richtig gedacht und die geistige Liebe in den täglichen Obliegenheiten widergespiegelt werden kann, dann reifen beide zum Menschentum des Christus heran, und nichts kann dann den festen Grund erschüttern, auf dem sie stehen.

Der richtig denkende, wahrhaft liebende und voranschreitende Christliche Wissenschafter weiß, wie er das Problem des Ungehorsams in seiner Klasse meistern kann. Wenn sich Disharmonie irgendwelcher Art zeigt, dann weiß er, wie er sie handhaben und sofort zerstören kann. Indem er sich selbst dazu anhält, die Wahrheiten der Christlichen Wissenschaft in die Tat umzusetzen, wird er ein Beispiel für alle, mit denen er in Berührung kommt. Gehorsam gegenüber dem Guten ist der Grundton seines Fortschritts, und durch sein eigenes konsequentes Leben und sein liebendes Interesse für seine Schüler lehrt er sie diesen Gehorsam.

Lehrer wie Schüler werden durch die fortschreitende Entfaltung des Guten verstehen lernen, daß die Christliche Wissenschaft niemals fordert, daß etwas Wertvolles aufgegeben wird. Im Gehorsam gegen die Gesetze Gottes gibt der Mensch entweder bewußt und dankbar die Dinge auf, die seinen Fortschritt hemmen, oder er verliert sie vollständig aus den Augen. Doch Gehorsam gegen Gott fordert entschiedenes Bemühen — er fordert die Willigkeit, fest in der Wahrheit zu stehen, sie zu verstehen, sie zu lieben, sie zu leben. Unsere Führerin sagt uns (Miscellany, S. 289): „Jede Erziehung bedeutet Arbeit. Am wichtigsten ist, was wir tun, nicht was wir sagen. Gottes offenes Geheimnis wird durch Gnade, Wahrheit und Liebe verstanden.“

Allen, die der ihnen zugewiesenen Aufgabe als Christliche Wissenschafter und Lehrer treu bleiben, bringt die Verheißung Jesajas Trost und Segen. Der Prophet verkündet, daß der getreue Jünger wohl Trübsal und Ängste erleiden mag, daß aber seine Lehrer sich nicht mehr verbergen müssen, und daß seine Augen stets seine Lehrer sehen werden. Wie dankbar sollten die Christlichen Wissenschafter sein, daß ihre Religion praktisch anwendbar und in allen Angelegenheiten eine immer gegenwärtige Hilfe ist, und dies besonders bei der christlichen Erziehung der Kinder, die unsere Führerin als die Hoffnung des Menschengeschlechts bezeichnet.

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