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Eine verwundbare Stelle

Aus der Juli 1956-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


David hatte die verwundbare Stelle in der Schutzwehr Goliaths erkannt, als er von seinem Gegner sagte: „Er hat geschändet das Heer des lebendigen Gottes“ (1. Sam. 17:36). In seiner Art erkannte David die Machtlosigkeit dessen, das der Wirklichkeit widersteht, dessen, das eine von Gott getrennte Existenz beansprucht. Die Christliche Wissenschaft erklärt alles Böse als eine Herausforderung Gottes und demonstriert den Vorteil, den die Wahrheit jederzeit über die falschen Annahmen hat, über alles, was der geistigen und vollkommenen Schöpfung Gottes widerspricht. Denn die falschen Annahmen müssen notwendigerweise ihre Behauptungen aufgeben, wenn die geistigen Tatsachen verstanden werden.

Diese geistigen Tatsachen, welche die Christliche Wissenschaft offenbart, schließen die Allheit und Allgegenwart Gottes in sich, sowie die untrennbare Verbundenheit des Menschen mit dem Geist; Gottes reine Vollkommenheit und des Menschen geistiges Wohlergehen. Und die Annahmen von der Wirklichkeit der Sünde und der Krankheit fordern diese großen Tatsachen heraus und widersprechen ihnen. Daher ist die „falsche Annahme“ die verwundbare Stelle, die bei unserer Anwendung der Wissenschaft auf menschliche Probleme angegriffen werden muß. Mithin ist die Frage, die wir uns selbst stellen sollten, sowie denjenigen, die unseren Beistand in der Wissenschaft suchen, nicht etwa: Welcher Irrtum ist gegenwärtig? sondern: Was scheint uns gegenwärtig zu sein? Nicht der anscheinend sündige oder kranke Zustand, sondern der Glaube des Patienten an die Wirklichkeit und Existenz jenes Zustandes ist die verwundbare Stelle, die von der Wahrheit angegriffen werden muß.

Mary Baker Eddy sagt in ihrem Werk „Rückblick und Einblick“ (S. 63): „Wir bekämpfen des Sünders Annahme, daß er Freude an der Sünde haben kann, — welche Freude die einzige Wirklichkeit der Sünde ist, — um diese Annahme, die ihn zum Sünder macht, zu zerstören und den Sünder von der Sünde zu erretten; und wir bekämpfen die Annahme der Kranken, daß die Krankheit wirklich ist, um sie zu heilen.“ Unsere Erkenntnis, daß der Mensch kein Sterblicher ist, der an materielle Zustände glaubt, sondern das geistige Kind Gottes, welches das Gemüt und seine Ideen kennt, das ist unsere David-Schleuder, unsere erprobte Waffe. Mit dieser Erkenntnis sind wir voll ausgerüstet, die sterblichen Annahmen zu besiegen, welche das Heer — die Wahrheiten — des lebendigen Gottes herausfordern.

Man könnte sich hilflos fühlen vor den materiellen Symptomen einer Krankheit, die hartnäckig dem Körper anzuhaften scheinen. Doch braucht man niemals zu bezweifeln, daß man aufhören kann, an die Existenz von etwas zu glauben, das Gott, das Gute, nicht erschaffen konnte. Mrs. Eddy sagt in „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift“ (S. 425): „Gott ist mehr für den Menschen als seine Annahme, und je weniger wir die Materie und ihre Gesetze anerkennen, desto mehr Unsterblichkeit besitzen wir.“ In demselben Abschnitt fährt sie fort: „Berichtige die materielle Annahme durch geistiges Verständnis, und Geist wird dich neu bilden.“

Die Unendlichkeit des Geistes macht die Materie und ihre Disharmonien zu einer Unwirklichkeit — zu etwas, das nicht existiert. Der Grund, weshalb Sünde und Krankheit vorhanden zu sein scheinen, ist, daß man an diese Irrtümer glaubt. Irgend jemand glaubt an sie, und die Zerstörung dieser Annahme bedeutet die Zerstörung des Vorhandenseins des Irrtums. Der Christliche Wissenschafter bestrebt sich nicht etwa, den Augenschein des Bösen als etwas wirklich Existierendes zu zerstören, sondern zu beweisen, daß der Augenschein von Anfang an nicht wirklich vorhanden war. Er weiß, daß es keine Irrtumsannahme gibt, da weder Gott noch der Mensch eine falsche Annahme in sich schließen kann. In jedem Fall von Krankheit oder Sünde tritt das sterbliche Gemüt nur den eigenen unzerstörten Annahmen entgegen, und die Christliche Wissenschaft versorgt uns mit den besondern Wahrheiten, die notwendig sind, um das Bewußtsein von der Basis der Annahme zur Basis des Verständnisses zu erheben.

Christus Jesus griff direkt die Annahmen derer, die er heilte, an. So sagte er zum Beispiel zu dem „unsauberen Geist“, der Annahme von Epilepsie, von dem ein Kind geplagt war (Mark. 9:25): „Du sprachloser und tauber Geist, ich gebiete dir, daß du von ihm ausfahrest, und fahrest hinfort nicht in ihn!“ Der Meister behandelte jedoch auch den Gemütszustand des Vaters, nach dem Bericht zu schließen. Jesus konnte mit Macht zu den bösen Annahmen sprechen, die die Sterblichen im Bann zu halten schienen; denn Gott bedeutete ihm soviel mehr als alle Illusionen, die dem Willen des Vaters zu widerstehen schienen.

Bei der Anwendung der Christlichen Wissenschaft zum Heilen von Krankheit und Sünde, hilft es einem zu verstehen, daß das sterbliche Gemüt Anspruch darauf erhebt, die Menschen als Werkzeuge bei der Ausführung der angeblich zerstörenden Absichten des Bösen zu benutzen. Wenn das Denken nicht durch das Verständnis der Wissenschaft richtig beschützt wird, so können Suggestionen der Furcht, Krankheit, Armut und Disharmonie unbewußt oder bewußt von den Sterblichen aufgefangen und auf diese Weise individualisiert werden. Doch verkörperte Suggestionen sollten niemals als ein Teil des Einzelwesens angenommen werden. Sünde und Krankheit könnten keine Wohnstätte in irgendeinem Bewußtsein finden, wenn ihre Natur als bloße Suggestionen verstanden würde. Unsere Verteidigung gegen die Angriffe des Irrtums muß sich immer auf die Weigerung stützen, an die Existenz von etwas zu glauben, was Gott zu widerstehen sucht.

Eine Art, in der wir den Grad unserer Verneinung des Irrtums bemessen können, besteht darin, unsere eigenen Reaktionen auf die falschen Begriffe, die uns entgegentreten, zu bemessen. Wenn wir erschreckt oder aufgebracht oder furchterfüllt werden, so ist das ein Beweis, daß wir noch an die Wirklichkeit der falschen Vorstellungen glauben. Wir müssen also mehr Vergeistigung des Denkens erlangen, ehe wir erwarten können, die christusähnliche Macht zu offenbaren, die unseren Glauben an die Existenz des Bösen zerstört. Die Erregung, die der Irrtum in uns hervorruft, verrät unsere geistige Unreife. Der Wissenschafter, der sein Verständnis von der Gegenwart und Allheit Gottes befestigt hat, bleibt ruhig vor dem Zeugnis der körperlichen Sinne, denn der geistige Sinn hat ihm eine bessere Welt gezeigt, das Reich des Geistes. Er verweilt in diesem Zustand des Verstehens statt in der Annahme.

Mrs. Eddy gibt uns diese tröstlichen Worte in „Wissenschaft und Gesundheit“ (S. 3 77): „Die Verfasserin hat niemals einen Patienten gekannt, der nicht gesund geworden ist, sobald die Krankheitsannahme gewichen war.“ Unsere Führerin kannte die verwundbare Stelle in der Schutzwehr des Irrtums, und sie machte davon Gebrauch, indem sie die besonderen materiellen Annahmen überwand, welche den von ihr entdeckten Wahrheiten widerstanden. Wie David, so zog auch sie aus, um die Menschheit zu beschützen; und sie stattete ihre Nachfolger reichlich mit Weisungen aus, um sie so mit geistiger Kraft zu wappnen. Wir gebrauchen die Waffen, die sie uns verliehen hat, in dem Maße, wie wir gewissenhaft unseren eigenen Glauben an die Gegenwart des Irrtums überwinden und nur die Gegenwart und Herrlichkeit Gottes anerkennen. Der allmächtige Geist muß uns in der Tat mehr bedeuten als unsere Annahme.

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