Die Menschheit hat durch ihre ganze Geschichte hindurch immerzu Veränderungen erlebt. Da die Welt von heute ihre Folgerungen weitgehend vom Augenschein der materiellen Sinne herleitet, so könnte sie geneigt sein, mit dem Autor des Buches des „Predigers“ zu sagen (1:14): „Es war alles eitel und Haschen nach Wind.“ Zufall, Wechsel und Unsicherheit scheinen das harmonische Dasein vieler Völker und Nationen fortwährend zu bedrohen.
Welche Forderung stellt dieser beständige Wandel an den Christlichen Wissenschafter? Was kann er tun in einer Welt, in der sich die Zustände und Ideale stets verschieben, um Ordnung, Fortschritt und eine Gewißheit der Freiheit, des Friedens und des Wohlergehens für alle Menschen aufrichten zu helfen?
Der Apostel Paulus gab m einem Briet an die Korinther einige interessante diesbezügliche Ratschläge. Er sagte ihnen, sie sollten als Diener Gottes handeln und sich nicht unter ein Joch mit den Ungläubigen spannen lassen. Und er ermahnte sie (2. Kor. 6:17, 18): „Darum gehet aus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rühret kein Unreines an, so will ich euch annehmen und euer Vater sein, und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein, spricht der allmächtige Herr.“
Mit diesen Worten wollte Paulus nicht sagen, daß sich die Christen seiner Zeit oder die Christen von heute von ihren Mitmenschen absondern sollten. Er gab ihnen selbst ein Beispiel; denn er arbeitete unter dem Volk, ebenso wie unser großer Wegweiser Christus Jesus, in einer Welt des Zufalls, des Wechsels und der Unsicherheit. Die Anweisung des Paulus hilft uns zu erkennen, daß wir uns nicht in die falschen und schwankenden Annahmen unserer Mitmenschen verwikkeln lassen sollten.
Der Christliche Wissenschafter schaut unter die Oberfläche der Dinge, um die Disharmonien und das Leiden der wechselnden Welt von heute beseitigen zu helfen. Im Licht der Christlichen Wissenschaft erkennt er, daß der einzige Verbrecher der Anti-Christ ist, der falsche Anspruch von Leben in der Materie — die fleischliche Gesinnung — die Mary Baker Eddy sterbliches Gemüt nennt. Durch die ganze Weltgeschichte hindurch hat dieses falsche Gemüt eine völlig trügerische, schwankende Schöpfung ersonnen in dem Versuch, das vollkommene Weltall Gottes, des Geistes, nachzuahmen. Weil dieses Gemüt selbst eine Unwahrheit ist, so ist seine gesamte Schöpfung eine Fälschung, obwohl sie dem materiellen Sinn wirklich zu sein scheint; und sie wird schließlich verschwinden.
Diese Wahn-Schöpfung — die heutigen materiellen Begriffe von Personen, Orten und Dingen, welche dem sterblichen Sinn wirklich zu sein scheinen — ist die wechselnde und ungläubige Welt, von der sich der Christliche Wissenschafter im Denken absondert. Er weist in seinem täglichen Leben ohne Unterlaß jedes Zeugnis zurück, das sich auf die materiellen Sinne gründet, und ersetzt es durch geistige Ideen. Um dies tun zu können, muß er ein klares Verständnis von dem wahren Schöpfer, dem Geist, haben und von Seiner geistigen Schöpfung, wie sie in der Christlichen Wissenschaft offenbart wird.
In der Christlichen Wissenschaft ist einer der Namen für Gott: göttliches Prinzip, das heißt, die geordnete, wechsellose, unwandelbare, absolute und harmonische Grundlage und Ursache allen wahren Seins und aller wahren Wirksamkeit. Durch Studium, Gebet und Betätigung arbeitet der Christliche Wissenschafter täglich und systematisch, um sich von diesem vollkommenen, unbeweglichen, aber immer-wirkenden Prinzip sein vollkommenes Weltall offenbaren und all seine Gedanken und Taten beherrschen zu lassen. Wenn er sich in Beziehung auf seine persönlichen Angelegenheiten oder auf die Geschehnisse der Welt dem materiellen Augenschein der Unsicherheit, des Zufalls und des Wechsels gegenüber sieht, dann trennt er sich von diesem falschen Augenschein — er „geht aus von ihnen“. Er baut wirklich sein gedankliches Haus und sein Weltall auf den Felsen des Christus, der Wahrheit, der geistigen Idee der Schöpfung.
Bei dieser Arbeit wird der Christliche Wissenschafter so überzeugt von der geistigen Natur Gottes und Seines unveränderlichen Weltalls, daß die Dinge des materiellen Sinnes und die Stürme und Spannungen des sterblichen Gemüts sein gedankliches Heim nicht von seiner festen geistigen Grundlage verrücken können.
Der verzehrende Irrtum des materiellen Daseins ist die Sünde. In „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift“ von Mrs. Eddy lesen wir, daß der Hauptzweck der Christlichen Wissenschaft nicht die Heilung der Kranken, sondern die Zerstörung der Sünde ist. Unsere Führerin schreibt (S. 150): „Jetzt, wie damals, werden durch das metaphysische Heilen physischer Krankheit Zeichen und Wunder gewirkt; aber diese Zeichen geschehen nur, um den göttlichen Ursprung dieses Heilens zu demonstrieren — um die Wirklichkeit der höheren Mission der Christuskraft, die Sünde der Welt wegzunehmen, zu bekunden.“
Der Zufall, der Wechsel und die Unsicherheit in der Welt von heute sind im Grunde das Ergebnis der sündigen Gedanken, die Menschen, die von Unwissenheit, Selbstsucht, Habgier, Sinnlichkeit und Unehrlichkeit regiert werden, hegen und betätigen. In dem Maße, wie diese falschen Ansprüche der Sünde aus dem menschlichen Bewußtsein durch die Erkenntnis von der Wirksamkeit des immer-gegenwärtigen Christus, der Wahrheit; entfernt werden, wird die Menschheit von den Plagen der Furcht, der Ungewißheit und anderer Übel befreit werden. Im Heim, in der Kirche, im Geschäfts- und Staatsleben werden immer mehr vorwärtsführende Schritte getan und richtige Beziehungen und aufbauende Tätigkeit in menschlichen Angelegenheiten wirksam werden.
Doch inmitten des Chaos und der Ungewißheiten des Tages gehen, wie Lichtstrahlen, auch wieder stetige Veränderungen vor, die Fortschritt für die Menschheit anzeigen. Das Denken der Menschen wird von neuem angespornt, sich zu vergegenwärtigen, daß es das Recht des Individuums ist, zu bestimmen, wie es leben und wie es regiert werden soll. Menschliche Erfindungen und Pläne, das menschliche Wohl zu fördern, beschäftigen das Denken der Völker und der Regierungen der Welt. Die Wirksamkeit des Christus im menschlichen Bewußtsein beseitigt die Begrenzungen des sterblichen Gemüts.
In „Wissenschaft und Gesundheit“ sagt unsere Führerin die großen Veränderungen voraus, welche über die Erde kommen werden. Sie schreibt (S. 96): „Während dieses letzten Kampfes werden sich arge Gemüter bemühen, Mittel und Wege zu finden, um mehr Böses auszuführen; aber diejenigen, welche die Christliche Wissenschaft erkennen, werden das Verbrechen im Zaum halten. Sie werden bei der Austreibung des Irrtums mithelfen. Sie werden Gesetz und Ordnung aufrechterhalten und freudig die Gewißheit der endlichen Vollkommenheit erwarten.“ Möge doch jeder Christliche Wissenschafter seine Stellung auf Seiten der Wissenschaft einnehmen und wachsam für die unveränderliche Gegenwart und Wirksamkeit des Universums des Geistes einstehen; er wird dadurch zu seinem eigenen Erfolg und zu dem Frieden und dem Wohlergehen der Welt beitragen.
