Das gute Benehmen vieler junger Leute in unseren Schulen und Universitäten ist nachahmenswert. Durch die Jugend erweitern sich die Kreise des Guten und fließen in die entferntesten Winkel der Erde. Manchmal wird das schlechte Beispiel einer kleineren Gruppe Jugendlicher über die Maßen aufgebauscht.
Wenn wir die wissenschaftliche Definition von uns selbst als dem Bild des göttlichen Gemüts annehmen, das Gottes geistige Eigenschaften ausdrückt, so fangen wir an, die Suggestion aufzugeben, daß wir begrenzte Sterbliche sind, die versuchen, geistige Eigenschaften als einen persönlichen Besitz zu erlangen. Dann wird das Beispiel von Jesu Christusgleichheit nachgeahmt. Paulus schrieb an die Philipper (2:5), „Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war.“
Junge Leute, die die christlich-wissenschaftliche Sonntagsschule regelmäßig besuchen, treten gewöhnlich in die höheren Schulen und Universitäten mit der Überzeugung ein, daß sie ihre Fähigkeiten weiterhin betätigen können; daß sie sich weder schlechter Gesellschaft hinzugeben, noch zu trinken und zu rauchen brauchen, um tätig und beliebt zu sein.
Von einer Sonntagsschulklasse älterer Jungen und Mädchen, die gelehrt worden waren, daß Selbstdisziplin einen niemals der Freude beraubt, sondern Gelegenheit bietet, dem Christus-Beispiel zu folgen, wurde eines der Mädchen Vicepresidentin der Studentenkörperschaft einer großen Schule in ihrer Stadt; drei Schüler erlangten Stipendien; ein Junge gewann eine Sommer-Seereise, und die andern Schüler dieses Jahrgangs waren alle besonders hervorragende Studenten. Nicht einer von ihnen rauchte oder trank alkoholische Getränke.
Was sind die ersten Lektionen, die in einer christlich-wissenschaftlichen Sonntagsschule gelehrt werden, die dem Schüler helfen, ein nachahmungswürdiges Vorbild zu werden? Die Schüler der Sonntagsschule lernen, daß die Zehn Gebote Gehorsam fordern und nicht nur auswendig zu lernen sind. Manchmal arbeiten sie auch deren geistige Auslegung von Mary Baker Eddy durch. Zum Beispiel gibt unsere Führerin die geistige Bedeutung des Siebenten Gebots, wenn sie sagt (Vermischte Schriften, S. 67): „, Du sollst nicht ehebrechen‘; mit andern Worten: du sollst Leben, Wahrheit und Liebe nicht entwürdigen, weder in Gedanken, noch im Verhalten, noch körperlich.“ So lernen auch die Schüler nicht nur die Seligpreisungen auswendig, sondern sie lernen deren geistige Bedeutung verstehen (Matth. 5:3–12).
Wenn wir die Berichte über die großen Gestalten der Bibel im Lichte der göttlichen Wissenschaft studieren, erkennen wir bald, daß in jedem Fall die biblische Persönlichkeit sich mit christusähnlichen Eigenschaften identifiziert hatte, und daß das, was wir an ihr bewundern, eben diese Eigenschaften sind. Die Intelligenz, Weisheit und Geduld des Moses; der hohe moralische Mut des Daniel; die Furchtlosigkeit und Inspiration des David; die Liebe des Johannes — sie alle sind würdige Vorbilder. Wir erkennen immer klarer, daß die christusähnlichen Eigenschaften, die all diese biblischen Gestalten beseelten, auch jetzt noch verfügbar sind, um allen menschlichen Bedarf zu decken.
Durch das Studium der Christlichen Wissenschaft erkennen wir den unerschrockenen und beispiellosen Mut von Mrs. Eddy, der Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft, als sie gegen den Materialismus auftrat, der in der Naturwissenschaft, Theologie und Medizin zutage tritt. Wir erkennen, daß ihr Buch „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift“ diese drei Arten menschlichen Denkens umwandelt.
Wir müssen zugeben, daß wir jetzt schon wirklich geistig sind, und daß wir im ewigen Plan der Dinge einen Platz haben, der gesichert und endgültig ist. Diese Anerkennung der Wahrheiten des Seins wird in unsern menschlichen Angelegenheiten individuell ausgedrückt werden als ein rechter Platz für jeden einzelnen von uns. Bei solch einer Denkungsart können sich keine Gedanken der Nebenbuhlerschaft, des Stolzes über Erfolg, des Beliebtseinwollens und Verlangens nach persönlichem Lob unser Bewußtsein trüben und unsere Demonstration beeinträchtigen.
Ein Anhänger der Christlichen Wissenschaft verfolgte das hohe Ziel, das ihm in der Sonntagsschule vorgehalten worden war. Immer an erster Stelle in den vielen Tätigkeiten, die ihm während seines Besuchs einer großen Oberschule zufielen, war er Schriftleiter einer Sportzeitung, Mitglied der Jugendregierung und Vorsitzender der Zahlmeister bei Offiziersausbildungskonferenzen. Fußball-Baseball- und Korbball-Abteilungen, die „Nationale Ehren-Vereinigung“, der Latein-Klub und sogar gesellige Wirkungskreise fühlten die Einwirkung seiner Denkungsart. In seinem letzten Schuljahr wurde er zum Präsidenten der Studentenkörperschaft gewählt.
Das hervorragende Beispiel dieses Jungen erregte die Aufmerksamkeit des Schuldirektors, der sich mit der Mutter des Jungen unterhielt, um herauszufinden, was ihn in seinem Wirken so gefördert hätte. Die Mutter sagte dem Direktor ohne Zögern, daß es die Lehren der Christlichen Wissenschaft seien, die der Junge in der Sonntagsschule gelernt habe und die ihn inspirierten.
Der Direktor war so beeindruckt, daß er sich christlich-wissenschaftliche Literatur erbat und sie an seine Freunde weitergab. Einer von diesen rief die Mutter an, um mehr von dieser so wirkungsvollen Wissenschaft zu erfahren. Da sie sich nicht in der Lage fühlte, die an sie gestellten Fragen zu beantworten, zog sie einen christlich-wissenschaftlichen Ausüber zu Rate, der es jedoch als eine Aufgabe für die Mutter betrachtete, geistig zu dienen und dadurch zu wachsen.
Das Beispiel von Freunden nachahmend, war die Mutter jahrelang ein Opfer des Zigarettenrauchens gewesen. Ihr Sohn hatte sein Mißfallen darüber geäußert, indem er sie bat, nicht zu rauchen, wenn sie die Spiele besuchte, in denen er mitwirkte, doch schien sie nicht bereit zu sein, dies materielle Vergnügen aufzugeben. Der Ausüber erweckte sie durch seine Fragen, ob sie nicht den Wunsch habe, rein zu sein, selbstlos zu sein, dem guten Beispiel ihres Sohnes nachzueifern, das sogar die Aufmerksamkeit des Direktors auf sich gezogen hatte. Die Mutter antwortete mit einem lebhaften Ja, sie habe den Wunsch, und wurde augenblicklich von der Rauchgewohnheit geheilt.
Die Lehren der Christlichen Wissenschaft, die von diesem jungen Menschen hochgehalten wurden, halfen ihm in seinen Schulangelegenheiten, beschützten ihn vor schlechten Einflüssen, gewannen ihm die Bewunderung des Schuldirektors und befähigten ihn, ein nachahmenswertes Beispiel zu geben. Unsere Führerin sagt (Vermischte Schriften, S. 110): „Gibt es ein höheres Streben, als das in euch zu erhalten, was Jesus liebte, und zu wissen, daß euer Beispiel mehr als eure Worte die Sittlichkeit der Menschheit bestimmt!“
