Seit undenklichen Zeiten haben die Menschen Salz verwendet, nicht nur zum Würzen ihrer Speisen, sondern auch zum Frischhalten und Konservieren gewisser Nahrungsmittel. Im Alten Testament finden wir sogar eine besondere Vorschrift für die Verwendung von Salz bei den von Moses vorgesehenen Opferriten der Juden. Im 3. Buch Mose lesen wir (2:13): „In allem deinem Opfer sollst du Salz opfern.“ Das geschah wahrscheinlich, um das Opferfleisch, von dem die Priester berechtigt waren zu essen, schmackhaft zu machen.
Christus Jesus, unser Meister, kannte auch den Wert dieser Würze, und zuweilen lehrte er seine Jünger die geistigen Lektionen, die daraus gelernt werden konnten. Er sagte zum Beispiel einmal (Mark. 9:50): „Das Salz ist gut; so aber das Salz dumm wird, womit wird man's würzen?“ Und dieser Frage folgt die eindringliche Ermahnung: „Habt Salz bei euch und habt Frieden untereinander!“
Welch großen, geistigen Gewinn können wir aus dem Studium dieser Schriftstelle schöpfen, wenn wir sie im Licht der Christlichen Wissenschaft betrachten! Wie können uns diese Worte im täglichen Leben helfen zu verhüten, daß „unser Salz dumm“ wird! In dem Maße, wie wir die geistige Bedeutung dieser Vorschrift erfassen, werden wir freudig, begeisterter und hingebungsvoller in unserem Streben, für diese große Wahrheit zu leben und zu zeugen, die Jesus zur Erlösung der ganzen Menschheit von Sünde, Krankheit und Tod verkündete und bewies. Durch Mary Baker Eddys Entdeckung ist diese Wahrheit allen Menschen als Christliche Wissenschaft zugänglich gemacht worden.
Wie das Salz das Frischhalten und Würzen von Speisen bewirkt, so bewirkt das Salz geistiger Frische und Lebendigkeit das Bewahren unseres Strebens und Bemühens, mehr im Verständnis der Christlichen Wissenschaft zu wachsen. Dieser christliche Eifer bewahrt uns vor der Schalheit bloßer Routine, vor dem gedankenlosen Gebrauch leerer Redensarten, wo ein liebevolles und ermutigendes Wort am Platze ist. Es verhütet, daß uns das Studium der Bibellektionen aus dem Vierteljahrsheft der Christlichen Wissenschaft zur bloßen Gewohnheit wird. Es gibt unserem Studium der Schriften von unserer geliebten Führerin Mrs. Eddy und dem Lesen der christlich-wissenschaftlichen Literatur neue Bedeutung. Dieser geistige Eifer macht auch den Besuch unserer Sonntagsgottesdienste und unserer Mittwochabend-Zeugnisversammlungen zweckvoller.
Dieses geistige Salz verhütet Überdruß und Langeweile und erfüllt uns mit erneuter Freude und Begeisterung für das Studium der Christlichen Wissenschaft und die Erfüllung unserer Pflichten als Kirchenmitglieder. In dem Maße, wie wir die Forderungen erfüllen, die an uns als Nachfolger Christi Jesu gestellt werden, erlangen wir beständig einen neuen und inspirierenden Schimmer des geistigen Lichtes. Geistiger Eifer verleiht unserer Rede die Kraft der Überzeugung und erhält unsere Freude am Demonstrieren der göttlichen Wahrheit, wie sie uns durch die Christliche Wissenschaft offenbart wird.
Einige Jahre nachdem die Verfasserin die Christliche Wissenschaft kennen gelernt, sie freudig studiert und auch manchen schönen Beweis ihrer Wirksamkeit erbracht hatte, wollte ihr eine mesmerische Annahme suggerieren, daß in der Christlichen Wissenschaft alles eine Wiederholung sei. Sie empfand eine geistige Gleichgültigkeit, wenn sie die Bibellektionen las und die Sonntagsgottesdienste und Mittwochabend-Zeugnisversammlungen der Zweigkirche Christi, Wissenschafter, besuchte, deren Mitglied sie war. Der Irrtum flüsterte ihr ein: „Es ist immer dasselbe, nie etwas Neues.“ Das löste eine große Niedergeschlagenheit in ihr aus und ihre frühere Freudigkeit und geistige Frische schienen sie verlassen zu haben.
Eines Mittwochabends saß sie gewohnheitsmäßig wieder in der Zeugnisversammlung, scheinbar ohne jede innere Anteilnahme. Zwischen den Zeugnissen entstanden lange Pausen, die sie als unangenehm und bedrückend empfand. Doch während einer dieser Pausen erkannte sie plötzlich den Irrtum, der sie eine Zeitlang gefesselt hatte. Ohne einen Augenblick zu zögern, stand sie auf und dankte spontan für die vielen Segnungen und Beweise, die sie schon durch die Christliche Wissenschaft erlebt hatte.
Während sie noch sprach, fühlte sie die Irrtümer der Gleichgültigkeit und des Überdrusses wie ein schwerer Mantel von ihren Schultern gleiten. Es wurde ihr klar, daß sie das Salz hatte dumm werden lassen, und sie war dankbar, dies erkannt zu haben. Durch ihr spontanes Zeugnis für die durch die Christliche Wissenschaft offenbarte Wahrheit machte sie diesem unbefriedigten Gemütszustand ein Ende. Seitdem hat sie wieder die köstliche, geistige Frische empfunden, die ihr alles, was mit der Christlichen Wissenschaft zusammenhängt, lieb und wert macht.
Als echte Christliche Wissenschafter müssen wir stets wachsam sein, daß dieses Salz nicht dumm wird. Unsere Treue und Hingabe an die Arbeit in der Kirche, im täglichen Leben oder unserem Beruf wird dann niemals des geistigen Eifers ermangeln, den bloße Routine und die mechanische Wiederholung gewohnter Tätigkeit nicht geben können. Durch Hingabe gewinnen wir das Verständnis von der Christlichen Wissenschaft, von Gott und vom Menschen als der Idee Gottes und erlangen „den Frieden untereinander“, den Jesus von den Menschen forderte. Als ein Ergebnis dieser Erlangung können wir mit dem Psalmisten sagen (Ps. 34:9): „Schmekket und sehet, wie freundlich der Herr ist.“
All unser Streben und unsere Bemühungen sollten ein Ziel haben: die Verherrlichung Gottes durch die Überwindung des Bösen auf der Grundlage, daß es ein absolutes Nichts ist, da Gott, das Gute, alles ist.
Unfriede unter den Nationen, Unordnung und Verwirrung in nationalen oder internationalen Beziehungen finden den hingebungsvollen Christlichen Wissenschafter nicht schlafend oder gleichgültig. Sein geistiges Salz, seine echte Nächstenliebe regen ihn an, die scheinbaren Bekundungen des sterblichen Gemüts zu verneinen, und sich der unwandelbaren und unendlichen Liebe Gottes bewußt zu werden, die unausgesetzt in Seiner ganzen Schöpfung widergespiegelt wird.
In dieser Weise trägt jeder Christliche Wissenschafter wesentlich zu der Befreiung der Völker und Nationen vom Irrtum bei und jeder einzelne kann sich als zu denen gehörig fühlen, von denen der Meister sagte (Matth. 5:13, 14): „Ihr seid das Salz der Erde. ... Ihr seid das Licht der Welt.“ Freudig und rückhaltlos müssen wir uns bemühen, nach dem Rat unserer verehrten Führerin zu leben, den sie auf Seite 367 im Lehrbuch „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift“ erteilt: „Laßt uns wachen, arbeiten und beten, daß dieses Salz seine Würze nicht verliere, und daß dieses Licht nicht verborgen bleibe, sondern in mittäglicher Herrlichkeit erstrahle und erglänze.“
