Kürzlich erinnerte mich auf einer Fahrt ein gedruckter Reiseführer an meine Verpflichtung der Welt gegenüber. Ich muß davon Zeugnis ablegen, daß Wissenschaft und Gesundheit von Mary Baker Eddy in den vergangenen fünfundzwanzig Jahren zu meinem sicheren Führer auf meinem Lebensweg geworden ist. Auch lernte ich durch diesen „Schlüssel“ die Bibel besser kennen als je zuvor. Ein grundlegender Wandel fand in meinem Denken statt, als mir diese Religion enthüllte, daß es in der Bibel im ersten Buch Mose zwei einander widersprechende Schöpfungsberichte gibt. Der erste Bericht schildert die Wirklichkeit der geistigen Schöpfung mit Gott als dem Urheber alles Guten, während der zweite Bericht eine Darstellung der unvollkommenen, sterblichen und vergänglichen Auffassung vom Leben, ein Bericht über das Unwirkliche ist.
Ich bin sehr dankbar, daß ich schon in den ersten Jahren meiner Ehe durch meine Schwiegereltern auf diese Wissenschaft aufmerksam gemacht wurde, wodurch unsere Familie viele Segnungen erlebte.
Als unser Sohn drei Jahre alt war, wurde er von hohem Fieber befallen, und die Gemeindeschwester stellte eine Lungenentzündung fest. Mein Mann und ich entschlossen uns damals, die Heilkraft der Christlichen Wissenschaft auszuprobieren. Es gab keine Telefonverbindung, und so fuhr mein Mann mit dem Rad zur nächsten Stadt, um eine Ausüberin der Christlichen Wissenschaft um Behandlung zu bitten. Als er wieder nach Hause kam, war das Kind geheilt. Ich war Augenzeuge einer sofortigen Heilung gewesen: das Fieber und die Röte verschwanden in ganz kurzer Zeit, und unser Sohn fiel, als er noch in meinen Armen lag, in einen tiefen Schlaf.
Nach diesem wunderbaren Beweis gab es für mich keinen Zweifel mehr. Ich begann mit dem regelmäßigen Studium der Lektionspredigten im Vierteljahrsheft der Christlichen Wissenschaft, besuchte, wenn irgend möglich, Vorträge über die Christliche Wissenschaft und ab und zu einen Gottesdienst in der Zweigkirche in der ungefähr hundert Kilometer entfernten Stadt.
Abgesehen von allen sogenannten Kinderkrankheiten, die mit Hilfe einer Ausüberin immer schnell geheilt wurden, hatte ich zwei besonders wertvolle Erfahrungen, von denen ich berichten möchte. Während einer Wanderung hatte unser Sohn Tollkirschen gegessen. Als mir dies gesagt wurde, erbrach sich das Kind bereits und hatte heftige Schmerzen. Ich ging sofort mit ihm auf unser Zimmer, um mich im Gebet an Gott zu wenden. Ich habe damals gelernt, niemals zu verreisen, ohne Wissenschaft und Gesundheit mitzunehmen. Ich wandte alle Wahrheitsgedanken, die ich bis dahin gelernt und mir durch Verständnis und Glauben zu eigen gemacht hatte, auf diese Situation an. Es war eine Nacht des Betens und Ringens; es war jedoch keine Nacht der Verzweiflung, sondern der absoluten Gewißheit, daß Gott helfen und heilen würde. Am nächsten Morgen fanden wir uns mit unserem Sohn zum Wandern ein. Er war geheilt und vollkommen gesund. Wir waren alle tief dankbar für diesen Beweis von der heilenden Macht Gottes.
Die zweite Heilung war ebenso gewaltig und überzeugend. Während eines kleinen Ausflugs mit einer Freundin klemmte sich unsere dreizehnjährige Tochter an einem Gerät auf dem Spielplatz den Fuß ein. Sie hatte direkt oberhalb der Ferse eine große Wunde. Die Freundin rief sofort bei unseren Nachbarn an, die die Mädchen mit dem Auto heimholten. Unterwegs schlug dieser hilfsbereite Nachbar vor, gleich zum Arzt zu fahren. Unsere Tochter jedoch, die von Kindheit an nur die Anwendung der Christlichen Wissenschaft kannte, bat ganz entschieden darum, nach Hause gebracht zu werden.
Nachdem die Nachbarn das Kind heimgebracht hatten, bat ich eine Ausüberin der Christlichen Wissenschaft um Hilfe durch Gebet. Meine Furcht war diesmal sehr groß. Die Wunde sah so schrecklich aus, daß ich sie niemand anders sehen ließ, nicht einmal meine Tochter. Der Anblick ließ mich eine Woche lang nicht ruhig werden. Als mich die Furcht fast zu überwältigen drohte, nahm ich das Liederbuch der Christlichen Wissenschaft zur Hand und las Lied um Lied, eine Seite nach der anderen, zuerst unter Tränen, dann aber wurde ich immer ruhiger. Plötzlich erfüllte mich ein tiefer, unbeschreiblicher Frieden. Die Furcht war zerstört. Von diesem Tage an konnte sich die christlich-wissenschaftliche Behandlung auswirken, und die Heilung ging sichtbar voran; die Wunde schloß sich. Unsere Tochter hatte keinerlei Beschwerden beim Gehen. Sie war völlig geheilt. Wir alle waren sehr dankbar und werden es immer bleiben.
Alle diese Erfahrungen haben mir bewiesen, daß die Christliche Wissenschaft die „köstliche Perle“ ist. Christus Jesus sagte von dem Mann, der sie fand: Da „ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie“ (Matth. 13:46).
Lübbecke, Bundesrepublik Deutschland
