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Titelartikel

Vernunft und Offenbarung bei der Behandlung

Aus der März 1978-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Die Wahrheit, die heilt, teilt sich uns durch die inspirierte Wahrnehmung der geistigen Wirklichkeit mit, nicht durch menschliche Vernunft, wie glänzend sie auch sei. Gemüt, Gott, argumentiert nicht, es weiß. Die Tätigkeit dieses göttlichen Gemüts ist es, was bei einer christlich-wissenschaftlichen Behandlung eigentlich die Heilung bewirkt.

Und doch sagt uns Mrs. Eddy: „Vernunft ist die tätigste menschliche Fähigkeit.“ Wissenschaft und Gesundheit, S. 327; In der christlich-wissenschaftlichen Behandlung durch Argumente spielt die Vernunft eine angemessene und nützliche Rolle. Warum? Kann menschliches Argumentieren Krankheit oder Verletzungen heilen? Wie kann Argumentieren bei der Behandlung helfen, wo doch in Wirklichkeit Gott selbst der Heiler ist?

Wenn wir uns selbst oder andere christlich-wissenschftlich behandeln, können wir unser Denken für das Bewußtsein der göttlichen Wahrheit, die tatsächlich die Heilung vollbringt, vorbereiten, indem wir vernunftgemäße Überlegungen anstellen oder gar argumentieren. Wenn Vernunft und Argument durch geistiges Wahrnehmungsvermögen gekennzeichnet sind, helfen sie uns, die Furcht zu stillen, von der Mrs. Eddy sagt, daß sie bei jeder Behandlung als erstes beschwichtigt werden muß. s. ebd., S. 411:31-32; Sie helfen uns, die materielle Gesinnung abzulegen, die sonst unseren Blick für die Wahrheit trüben würde. In dem Maße, wie unsere vernunftgemäßen Überlegungen beim Gebet geistig anstatt menschlich fundiert sind, werden sie mehr einer Offenbarung als einem stufenweisen Vorgang gleichen.

Bei der Behandlung geht es uns nicht um gute menschliche Überlegungen, sondern um wahres geistiges Wissen. Der Christliche Wissenschafter, ob er nun als Ausüber im Christian Science Journal oder im Herold der Christlichen Wissenschaft eingetragen ist oder nicht, macht gern sein Denken bereit, indem er täglich die Heilige Schrift und Mrs. Eddys Werke studiert, die christlich-wissenschaftlichen Zeitschriften liest und hingebungsvoll und inspiriert für sich selbst betet. Wenn ihn dann jemand um Hilfe bittet, ist er geistig gerüstet, die Wahrheit, die heilt, zu sehen und zu wissen. Dann ist er bereit, die Irrtümer, die ihm geschildert werden, augenblicklich zu verneinen und durch seine klare Erkenntnis der geistigen Gegentatsachen zu ersetzen, die schnelle und gründliche Heilung bringen.

In dem Maße, wie unser Denken die Tätigkeit des göttlichen Gemüts bekundet, ist die Heilung schnell und „kräftig und schärfer denn ein zweischneidig Schwert“ Hebr. 4:12.. Wir sind geistig zum Heilen bereit, wenn ein Problem auftaucht oder jemand uns um Hilfe bittet; wir brauchen unsere Behandlung oder unser Gebet nicht auf eine spätere Zeit zu verschieben, wo wir in der Lage wären, unser Denken bereitzumachen. Einer Schwierigkeit sollte man entgegentreten, wenn sie auftritt, genauso wie ein Patient Hilfe wünscht, wenn er darum bittet. Der Idealfall ist, eine augenblickliche Heilung zu bewirken. Wie lange braucht die Wahrheit, um wahr zu werden? Ist sie nicht schon wahr? Dieses Wissen heilt und nicht der Vorgang, bei dem wir uns zu diesem Wissen „hinaufargumentieren“.

Wenn unser Denken auf der Ebene des Göttlichen gehalten wird, bringt es die Eigenschaften des Göttlichen hervor. Wir sehen und wissen die Wahrheit und versuchen nicht, sie herauszufinden — sie offenbart sich uns. Es wird uns bewußt, daß es in Wirklichkeit die Tätigkeit des göttlichen Gemüts selbst ist, was unser geistiges rechtes Wissen und unser wissenschaftliches Verständnis ausmacht.

In dem Verhältnis, wie wir das sehen, zu schätzen wissen und anerkennen, wird das Denken von selbstauferlegten Begrenzungen befreit, und es nähert sich dem einen unendlichen göttlichen Bewußtsein, das eigentlich die Entfaltung der Wahrheit darstellt. In dem Maße sehen wir, wie Gott sieht.

Wenn wir uns darüber klar sind, daß es vom Standpunkt Gottes aus gesehen keinen Patienten gibt, der geheilt werden muß, erkennen und verstehen wir die wahre Güte, Lieblichkeit und Vollkommenheit des wirklichen Menschen, der genau dort ist, wo ein kranker Sterblicher zu sein scheint. Wir können nicht durch geistiges Wissen heilen, solange wir glauben, daß da ein Patient sei, bei dem etwas, was nicht in Ordnung ist, geheilt werden muß. Wenn das Denken auf der göttlichen Ebene geistigen Heilens gehalten werden soll, muß es über den Glauben an ein persönliches Problem und einen kranken Patienten erhoben werden.

Solch rechtes Wissen ist schon jetzt wirksam und braucht nicht dauernd wiederholt zu werden, ehe der Patient geheilt oder das Problem gelöst wird. Es ist ebenjetzt wirksam, denn die Wahrheit über den Menschen ist schon wahr; man muß nur erkennen und anerkennen, daß sie wahr ist und nicht erst durch häufiges Wiederholen und dauerndes menschliches Bemühen wahr gemacht zu werden braucht.

Wenn wir von dieser völlig geistigen Grundlage aus arbeiten, versuchen wir nicht mehr, im voraus zu überlegen oder herauszufinden, was in einem besonderen Fall behandelt werden muß und wie es angepackt werden sollte. Statt dessen sind wir glücklich, daß wir uns direkt an das göttliche Gemüt wenden können, um seine eigene Offenbarung zu empfangen.

Wir stellen fest, daß wir an unserer täglichen vorbereitenden Arbeit Freude finden — unserer täglichen stillen Stunde und dem andachtsvollen Studium, der freudigen Erkenntnis der Wahrheit unserer Christusgemäßheit. Wir sind glücklich, daß wir den Schritten unseres Meisters, Christi Jesu, folgen können, indem wir sozusagen auf den Berg gehen, um die ganze Nacht zu beten, und dann zu der Menge der menschlichen Probleme kommen, die scheinbar der Heilung bedürfen, und ihnen freudig auf der erhobenen Ebene göttlicher Offenbarung entgegentreten.

Wir sollten uns nicht davor drücken, die bei dieser Vorbereitungsarbeit erforderlichen menschlichen vernunftgemäßen Überlegungen anzustellen, und ihnen nicht ablehnend gegenüberstehen. Es sollte vielmehr ein Grund zur Freude sein, wenn das Denken aus dem Menschlichen in das Geistige erhoben wird, wo das göttliche Gemüt immerdar die unbeschreibliche Schönheit, Güte und Vollkommenheit allen wirklichen Seins offenbart.


Sei ein Vorbild den Gläubigen
im Wort, im Wandel, in der Liebe,
im Glauben, in der Reinheit.

1. Timotheus 4:12

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