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Laßt sie nicht „die Weinberge verderben“

Aus der März 1978-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Wie leicht ist es doch, Charakterfehler unbemerkt hingehen zu lassen, kleine Versäumnisse oder Vergehen zu ignorieren, die, sofern sie nicht berichtigt werden, das Denken trüben und stören und zu Disharmonie in unserem Körper und in unseren Beziehungen zu anderen führen. Sie können in der lebhaften Sprache der Bibel als „die kleinen Füchse, die die Weinberge verderben“ Hohesl. 2:15; bezeichnet werden.

Dank der Christlichen Wissenschaft jedoch können diese scheinbar belanglosen Fehler durch das Verständnis von Gott als dem einen intelligenten Gemüt oder Prinzip, das das Denken und Handeln des Menschen regiert, berichtigt werden. In den Erfahrungen der Christlichen Wissenschafter wird dies jeden Tag aufs neue bewiesen. Sie lernen, schädliche und störende Charaktereigenschaften abzulegen. Fehler wie Eigenwille, Sarkasmus, launisches Wesen, Ungeduld, Reizbarkeit, Überempfindlichkeit — um nur ein paar zu nennen — weichen einer höheren Anschauung vom Menschen als der Widerspiegelung des vollkommenen, liebevollen Wesens des göttlichen Gemüts.

Diese geistige Auffassung vom Menschen, der in der unendlichen Liebe lebt und ihr Wesen ausdrückt, wird in der Christlichen Wissenschaft als die Harmonie bringende Christus-Idee enthüllt, die Jesus zu lehren und zu beweisen kam. Und Paulus, der treue Nachfolger des Meisters, sagt uns: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!“ 2. Kor. 5:17;

Uns ohne ernsthaftes Bemühen, aus unseren negativen Eigenarten herauszuwachsen, treiben zu lassen kann verheerend sein. Diese „Unarten“ sind kleine Sünden, und sofern sie nicht als solche erkannt und berichtigt werden, werden sie unweigerlich in irgendeiner Form von Disharmonie zutage treten — sogar als physische Krankheit. In der Christlichen Wissenschaft wird alle Krankheit als mentale Unausgeglichenheit betrachtet, die auf den menschlichen Körper übergreift, der in Wirklichkeit selbst ein sterblich mentales Phänomen ist. Dieser Körper ist eine begrenzte, falsche Auffassung von der wahren, geistigen Identität des Menschen, die von Gott, Geist, zu Seinem Bild und Gleichnis geschaffen ist.

Wenn diese grundlegenden metaphysischen Feststellungen verstanden und als Tatsachen anerkannt werden, werden wir befähigt, „die kleinen Füchse“, die scheinbar unsere Krankheit verursacht haben, sowie die sekundäre Auswirkung auf den Körper herauszufordern und als schändliche Unwahrheiten zu zerstören. Beide müssen als Lügen angesehen werden, denn der wahre Mensch hat kein vom göttlichen Gemüt getrenntes persönliches Gemüt, in dem er unharmonische Charakterzüge beherbergen könnte, und keine materielle Verkörperung, auf der der falsche Augenschein sich zeigen könnte.

Die meisten von uns werden zugeben — wenn wir ehrlich genug sind —, daß wir schon auf beträchtliche Trägheit oder richtiggehende Rebellion gestoßen sind, wenn wir uns der Notwendigkeit gegenübersahen, unser Denken zu läutern. Wir haben dann argumentiert, daß das schwierige Temperament zwar unangenehm, uns aber doch angeboren und somit eine unumstößliche Tatsache sei — es sei also überflüssig, etwas dagegen zu unternehmen. Mrs. Eddy erkannte diese Schwäche der menschlichen Natur, denn sie schreibt: „Die Natur des einzelnen, hartnäckiger als die Umstände, wird immer für sich rechten — für eigene Gewohnheiten, Neigungen und Süchte. Diese materielle Natur strebt danach, den Waagebalken zuungunsten der geistigen Natur zu neigen, denn das Fleisch streitet wider den Geist — wider alles und alle, die dem Bösen widerstehen — und wiegt schwer gegenüber der hohen Bestimmung des Menschen.“ Vermischte Schriften, S. 119;

Jedesmal jedoch, wenn wir bereitwillig einem falschen Wesenszug entgegentreten und ihn mit der Wahrheit über unser Selbst als die Widerspiegelung Gottes zerstören, steigen wir auf der Leiter des Seins eine Stufe höher. Wir gewinnen einen besseren Begriff von Herrschaft, und, was noch wichtiger ist, wir rüsten uns umfassender dazu aus, anderen zu helfen und sie zu heilen. Auf diese Weise bringen wir den falschen Begriff vom Selbst, der uns an Begrenzung und Disharmonie zu binden scheint, immer mehr zum Schweigen, und wir werden uns des Einsseins oder der Einheit des wirklichen Menschen mit Gott noch mehr bewußt.

Mit anderen Worten, wir können beweisen, daß Charakterfehler nichts Feststehendes sind. Manchmal scheinen sie wegen der Annahmen von Erblichkeit, der Umgebung, in der wir aufgewachsen sind, und der Erziehung unabänderlich zu sein. Doch wenn wir sie geduldig und beharrlich ausrotten, indem wir erkennen, daß wir einen geistigen Ursprung haben und von Gott erschaffen sind — indem wir erkennen, daß Gott unser einziges Gemüt und unser einziges Leben war, ist und immerdar sein wird —, ist uns der Sieg gewiß.

Natürlich gibt es auch Fehler, die anscheinend nicht so sehr mit dem Charakter zu tun haben, vor denen wir auf der Hut sein müssen, wenn wir unser Geburtsrecht der Gesundheit und Harmonie demonstrieren wollen. Die „kleinen Notlügen“ können unsere Auffassung von der Wahrheit trüben. Genauso verhält es sich mit den scheinbar kleinen Abweichungen von der absoluten Ehrlichkeit, wie z. B. falschen Angaben in der Steuererklärung. Wir alle müssen klar erkennen, daß wahrhaft Gutes nur dann in unser Leben kommen kann, wenn wir Gutes tun. Und wenn wir von wahrhaft Gutem sprechen, so meinen wir damit die unschätzbare Freude, den Frieden, die Zufriedenheit und die Vollständigkeit, die der Lohn dafür sind, daß wir in Übereinstimmung mit Gott sind.

Eine weitere heimtückische Einflüsterung, die den Christlichen Wissenschafter bestürmen mag, ist, daß der mäßige Genuß alkoholischer Getränke nicht schade. Es wird argumentiert, daß dies doch eine Annehmlichkeit sei, die das gesellschaftliche Leben mit sich bringe; was sollte also an einem einzigen Cocktail oder einem Glas Wein beim Essen auszusetzen sein? Doch jedesmal, wenn wir einen Cocktail oder ein Glas Wein trinken, stärken wir unbewußt die Annahme, der Mensch sei ein begrenzter Sterblicher, der Sünde, der Krankheit und dem Tod unterworfen. Wir lassen zu, daß eine heimtückische Form der Sinnlichkeit unsere gesundheitbringende Schau von der Wirklichkeit trübt und, der Annahme nach, den wahren Begriff von der Vollständigkeit des Menschen als dem vollen Ausdruck Gottes, der alles befriedigenden Seele, ausschaltet.

In welcher Gestalt auch die „kleinen Füchse“ in unserem Leben in Erscheinung treten mögen, sie können in ebendem Verhältnis zerstört werden, wie Wir jedem von ihnen mit dem läuternden Verständnis von unserer wahren Identität begegnen, die von Natur aus eins mit Gott ist. Wenn wir bewußt mit Gott wandeln und wissen, daß Er die Substanz unseres Seins und der wahren Umwelt ist, in der wir leben — indem wir dankbaren Herzens erkennen und geltend machen, daß Er das göttliche Prinzip all unseres Denkens und Handelns ist —, wird das wahre Selbst deutlicher sichtbar werden.

Vollkommenheit ist erreichbar; Christus Jesus hätte sonst nicht seinen Nachfolgern und der ganzen Menschheit gesagt: „Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ Matth. 5:48; Offensichtlich kommt die vollkommene Demonstration dieses hohen Ziels meistens nur stufenweise, doch jedes ernste Bemühen, unsere Fehler zu meistern, bringt uns diesem Ziel näher und hat überdies seinen praktischen und gegenwärtigen Lohn, nämlich Gesundheit und Glück.

Mit liebevoller Ermutigung schreibt Mrs. Eddy: „, Schaffet, daß ihr selig werdet’ ist die Forderung von Leben und Liebe, denn zu diesem Zweck arbeitet Gott mit euch., Handelt ..., bis daß ich wiederkomme!‘ Wartet auf euren Lohn und, laßt's euch nicht verdrießen, Gutes zu tun.‘ “ Und weiter unten fährt sie fort: „Wenn der Dampf der Schlacht sich zerteilt, werdet ihr das Gute erkennen, das ihr getan habt, und empfangen, was ihr verdient. Liebe eilt nicht, uns aus der Versuchung zu befreien, denn Liebe will, daß wir geprüft und geläutert werden sollen.“ Wissenschaft und Gesundheit, S. 22.

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