Ich wuchs in der Christlichen WissenschaftChristian Science (kr’istjən s’aiəns) auf und besuchte eine Sonntagsschule der Christlichen Wissenschaft. Doch als Jugendlicher wandte ich mich von ihren Lehren ab und betätigte sie nicht mehr.
Während meines Militärdienstes suchte ich in Zeiten großer Belastung und Verwirrung bei Gott Hilfe; wenn in meinem Leben aber alles gut lief, vergaß ich Gott.
Kurz nach meiner Entlassung aus der Armee wollte ich an den Arbeitsplatz zurückkehren, den ich vor meiner Einberufung innehatte, doch es gab keine offene Stelle, da anderen, die vorübergehend entlassen worden waren, aufgrund ihrer längeren Betriebszugehörigkeit der Vorzug gegeben wurde. So meldete ich mich beim Arbeitsamt arbeitslos und bewarb mich auf Stellenangebote. Ein Erfordernis für die Arbeitsplatzvermittlung durch das Arbeitsamt bestand darin, daß man sich in bestimmten Abständen beim Arbeitsamt meldete. Unterließ man die Meldung in dem vorgegebenen Zeitraum, so nahm das Arbeitsamt an, daß der Bewerber einen Arbeitsplatz gefunden hatte.
Nachdem die vielen Vorstellungsgespräche alle ergebnislos verlaufen waren, sah das Bild düster aus. Dann fiel mir ein, daß Gott mir vielleicht helfen könne. Ich hatte ein Vierteljahrsheft der Christlichen Wissenschaft für das entsprechende Quartal, und so las ich die wöchentliche Bibellektion. Früher hatte ich Abschnitte aus der Lektion oder Verse aus der Bibel oder Stellen aus den Schriften Mrs. Eddys gelesen, wenn mir ein Ausüber half, aber noch nie hatte ich die Lektion richtig studiert. Jetzt tat ich es aus Verzweiflung; ich hatte das Gefühl, daß meine einzig wirkliche Hilfe nur von Gott kommen konnte.
Als ich die Lektion studierte, wurde ich sehr demütig und gewann die Überzeugung, daß Gott alles regiert. Auch erinnerte ich mich an einen Satz aus Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy; meine Mutter hatte ihn angewandt und mich auf ihn hingewiesen (S. 494): „Die göttliche Liebe hat immer jede menschliche Not gestillt und wird sie immer stillen.“ Ungefähr eine Viertelstunde nachdem ich mit dem Studium begonnen hatte, klingelte das Telefon. Es war das Arbeitsamt. Man teilte mir mit, daß ich am nächsten Tag zu einem Vorstellungsgespräch geladen sei. Das war der erste Anruf, den ich vom Arbeitsamt erhalten hatte, seitdem ich mich arbeitslos gemeldet hatte. Zudem war der vorgeschriebene Zeitpunkt bereits überschritten, bis zu dem mein Name noch hätte auf der Liste stehen können.
Das Unternehmen, bei dem ich mich am nächsten Tag vorstellte, bot mir eine Stellung an. Es war die bestbezahlte, die ich bis gehabt hatte. Aber weit wichtiger als dies war die Freude, daß es für mich keinen Zweifel daran gab, daß Gott meine Not gestillt hatte. Dieser Beweis war ein Wendepunkt in meinem Leben. Es war klar, daß Zufall oder Glück nicht mitgespielt hatte, sondern daß Gott mein Gebet erhört hatte. Ich erkannte auch, daß die Christliche Wissenschaft den Schlüssel zur Lösung jener anderen Probleme hatte, vor denen ich stand.
Diese Erkenntnis und mein intensiveres Studium der Christlichen Wissenschaft führten mich nach einigen Jahren dazu, in einer Zweigkirche Christi, Wissenschafter, aktiv zu werden und mich im Sinne der Christlichen Wissenschaft völlig auf Gott zu verlassen, um geheilt zu werden. Doch der Widerstand in meiner Familie gegen die Christliche Wissenschaft führte schließlich zu einem Konflikt, der meine Ehe bedrohte. Ich dachte damals, ich könnte Frieden stiften, wenn ich meine Mitgliedschaft in der Zweigkirche und Der Mutterkirche aufgab, und so unternahm ich diese Schritte. Später trat ich einer protestantischen kirche bei.
Zunächst ging es in unserem Heim friedlicher zu. Nach und nach fing ich an, zu rauchen und bei gesellschaftlichen Anlässen zu trinken, und suchte bei physischen Problemen ärztliche Hilfe. Obwohl ich mir die größte Mühe gab, zerbrach die Ehe. Mein Leben war leer und alles andere als harmonisch. Schließlich heiratete ich wieder. Aber ich war noch immer unglücklich. Nun abonnierte ich den Christian Science Sentinel und begann wieder, die wöchentlichen Bibellektionen zu studieren, obwohl ich noch Mitglied einer anderen Kirche war. In Wissenschaft und Gesundheit (S. 266) zitiert Mrs. Eddy das bekannte Sprichwort „, Wenn die Not am größten, ist Gottes Hilf’ am nächsten’ “. Das war auch bei mir so.
Eines Morgens — ich war auf dem Weg ins Büro — erlitt ich einen schweren Autounfall. Ich wurde bewußtlos in ein nahegelegenes Krankenhaus eingeliefert. Der ärztliche Befund war nicht sehr ermutigend — acht gebrochene Rippen, ein Schlüsselbeinbruch und eine schwere Kopfverletzung.
Ich lag ungefähr fünf Tage auf der Intensivstation und bekam nur vage mit, was um mich herum vor sich ging. Nachdem ich erfahren hatte, was passiert war, bat ich einen Ausüber der Christlichen Wissenschaft um Hilfe. Zu diesem Zeitpunkt erhielt ich keine ärztliche Hilfe oder Behandlung mehr, stand aber unter ärztlicher Beobachtung. Ich erkannte, daß der einzige Weg zur wirklichen Heilung für mich darin bestand, daß ich mich erneut dem Studium und der Betätigung der Christlichen Wissenschaft widmete. Ich lag insgesamt zwei Wochen im Krankenhaus. Sobald ich wieder zu Hause war, begann ich die Bibel und die Schriften Mrs. Eddys zu studieren; die ganze Zeit über arbeitete ich eng mit dem Ausüber zusammen.
Trotz der negativen Prognosen vieler wohlmeinender Leute war ich nach sechs Wochen wieder an meinem Arbeitsplatz — von allen physischen Beschwerden frei. Ich hatte nun den ehrlichen Wunsch, erneut Mitglied einer Zweigkirche und Der Mutterkirche zu werden. Ich trat aus der protestantischen Kirche aus, der ich beigetreten war. Doch mußten noch einige Probleme überwunden werden — die Abhängigkeit von Tabak und der materiellen Medizin sowie geselliges Trinken.
Das Verlangen nach alkoholischen Getränken wich aufgrund meines Studiums und meiner Gebete ziemlich schnell. Auf meine Bitte hin half mir ein Ausüber, das Rauchen aufzugeben. Bald war ich auch davon geheilt, und ich verließ mich nicht mehr auf materielle Medizin. Ich bin dankbar, daß ich diese Probleme mit Hilfe der Christlichen Wissenschaft lösen konnte und daß sich mir damit der Weg öffnete, mich wieder in einer Zweigkirche und Der Mutterkirche um Mitgliedschaft zu bewerben, und ich schließlich vor über neun Jahren aufgenommen wurde. Doch erkannte ich erst vor einigen Jahren, daß das Aufgeben dieser materiellen Gewohnheiten — einige waren mir sehr angenehm erschienen — kein Opfer, sondern ein Gewinn gewesen war, der zu großen geistigen Segnungen führte.
Zu den bereits erwähnten Heilungen kommen noch andere hinzu; so konnten u. a. harmonische zwischenmenschliche Beziehungen begründet werden, und ich fand eine mich befriedigende Arbeit. Erst kürzlich wurde ich von einer körperlichen Beschwerde geheilt, die meines Wissens ein Bruch war. Eines Tages bemerkte ich, daß etwas abnorm hervorstand; ich rief einen Ausüber an und bat ihn, mir bei der Überwindung der Furcht zu helfen. Innerhalb einer Woche waren die Symptome verschwunden, und alles war wieder normal.
Durch die Christliche Wissenschaft haben meine Familie und ich viele Segnungen erlebt. Kein Tag vergeht, an dem ich nicht für diese wunderbare Religion, diese „köstliche Perle“, dankbar bin — sowie für das Privileg der Kirchenmitgliedschaft, für die Gelegenheit, Gott zu dienen, für unsere Zeitschriften und für Klassenunterricht in der Christlichen Wissenschaft bei einem hingebungsvollen Lehrer.
Vineland, New Jersey, USA
