Das Leid und Elend in der Welt und eine chronische Ohrenkrankheit, an der ich von Jugend an gelitten hatte, führten mich dazu, verschiedene Religionen zu erforschen; ich hoffte, in ihnen den heilenden Einfluß Gottes, der durch den Christus kommt, zu finden.
Dann gab mir eines Tages ein lieber Freund zwei Exemplare des Herolds der Christlichen Wissenschaft. Ich las in diesen Zeitschriften, daß Geist die einzig wahre Substanz ist und daß Materie in Wahrheit nur eine falsche Annahme, ein sterblicher Traum, ist; das half mir, mich mehr als das geistige Ebenbild unseres Schöpfers zu sehen, als das Ebenbild eines liebenden Vaters, der für uns sorgt.
Sehr bald bot sich mir die Gelegenheit, diese großartigen Wahrheiten zu demonstrieren. Ich arbeitete auf einem Bau, und Gewerkschaftsvertreter unterrichteten mich und meine Kollegen davon, daß die heranrückenden Fertigstellungstermine für die verschiedenen Projekte dazu ausgenutzt werden sollten, durch Teilstreiks höhere Löhne zu erzwingen. Die Streiks fanden Billigung auf der höchsten Gewerkschaftsebene, nicht nur im Baugewerbe, sondern auch in verschiedenen anderen Berufsgruppen.
Da ich durch die geistigen Wahrheiten, die ich in den beiden Herolden gelesen hatte, ein klareres und höheres Verständnis von Gott erlangt hatte, erkannte ich den Irrtum des menschlichen Gemüts, das genauso irrig ist wie seine eigenen Annahmen, wenn es Befehle entgegennimmt und Entscheidungen trifft, ohne Gott um Rat oder um himmlische Inspiration zu bitten. Nachdem ich gebetet hatte, entschied ich mich, nicht am Streik teilzunehmen. Als der Streik ausgerufen wurde, arbeitete ich weiter. Bald drohten mir einige Kollegen mit Gewalt, wenn ich meine Arbeit nicht niederlegen würde.
Ich mußte mit mir ringen, aber das Gemüt des Christus wirkte in mir und half mir, diese Kollegen nicht als eine Gruppe bedrohlicher Personen zu sehen, sondern als wahrhaft geliebte Kinder Gottes, die der himmlische Vater vollkommen geschaffen hat und die nur Reinheit, Sanftmut und Liebe widerspiegeln — da alles, was Gott geschaffen hat, gut ist und nur das existiert, was Er geschaffen hat.
Meine Befürchtungen verstummten, als ich über die biblische Geschichte von Daniels Befreiung aus der Löwengrube nachdachte. In einem Vers heißt es (Dan 6:23): „Mein Gott hat seinen Engel gesandt, der den Löwen den Rachen zugehalten hat, so daß sie mir kein Leid antun konnten; denn vor ihm bin ich unschuldig." Ich verstand klarer, daß alles gut ist, daß alles Liebe ist, denn Gott ist Liebe, und außer Ihm gibt es nichts.
Die aggressive Bedrohung löste sich auf diese Weise auf. Ich wurde kein einziges Mal angegriffen. Ich verfaßte eine schriftliche Erklärung, in der ich deutlich meine Gründe darlegte, warum ich mich nicht an dem Streik beteiligte, und dafür Zeugnis ablegte, daß es im Reich der Harmonie keinen Mangel gibt. Diese Erklärung verteilte ich unter meinen Kollegen.
Bald danach lud mich der Freund, der mir die Herolde gegeben hatte, zu einem Besuch im Leseraum der Christlichen Wissenschaft und den Gottesdiensten einer christlich-wissenschaftlichen Vereinigung ein. Ich wurde auf das Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit von Mary Baker Eddy, aufmerksam gemacht. Durch dieses inspirierte Buch konnte ich Gott besser verstehen lernen. Und nachdem ich das Buch gelesen hatte, war ich von dem langwierigen Ohrenleiden geheilt; die Beschwerden sind völlig verschwunden.
Ich bin Gott sehr dankbar für Seine herrlichen Offenbarungen, die uns durch den Christus und die Christliche Wissenschaft zuteil werden.
Maldonado, Uruguay
