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Ein Workshop über die Vortragstätigkeit

Frischer Wind in der Vortragstätigkeit

Aus der Mai 1990-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Ein Vortrag der Christlichen Wissenschaft in einem Einkaufszentrum. In einem öffentlichen Park. Vor einer Gruppe von Arbeitern in den Goodwill-Werkstätten in Los Angeles. Im Fernsehen im Staat New York. In einer Zweigkirche, die gewöhnlich ihre Vorträge woanders abhielt. Auf einer internationalen Frauenkonferenz in Nordeuropa. Im Rahmen einer kirchlichen Veranstaltung im Pentagon in Washington, D.C. In einem Altenwohnheim.

Zweigkirchenmitglieder finden neue Inspiration in den Bestimmungen für Vorträge im Handbuch Der Mutterkirche von Mary Baker Eddy. Viele wurden durch die weltweite Versammlung zur Vorbereitung von Vorträgen im Herbst 1987 ermutigt, über die Vortragsarbeit — und auch über ihre Gemeinde — neu nachzudenken.

Wir haben Berichte gesammelt — von Vortragenden, von Mitgliedern der Vortragskomitees und von kirchenfremden Personen —, die für die Leser des Herolds von besonderem Interesse sein werden.

Veranstaltungszeit: 7.30 Uhr!

Betrachten Sie einmal die Anlässe — die Zeitpunkte und Orte —, die unser Meister wählte, um zu lehren, zu predigen und zu heilen. In der Morgendämmerung am Ufer eines Sees. Während der Hitze des Tages an einem Brunnen, bei einem Abendessen im Hause eines Pharisäers. Und anscheinend sogar neben den Grabstätten, nicht weit entfernt von einer Schweineherde. Vielleicht kann diese große Vielfalt uns heute als Anhaltspunkt dienen. Welche Möglichkeiten gibt es für uns? Wo, wann und für wen können wir einen Vortrag der Christlichen Wissenschaft halten?

Dienstagmorgen, 7.30 Uhr, erschien mir nicht gerade die günstigste Zeit, um einen Vortrag der Christlichen Wissenschaft zu veranstalten. Hinzu kam noch der Veranstaltungsort: ein Industriegelände in einem älteren Geschäftsviertel von Los Angeles. Oberflächlich gesehen schien dies kaum eine glückliche Kombination zu sein. Als wir aber alles genauer betrachteten, erwies es sich als eine Gelegenheit, eine einzigartige Zuhörerschaft anzusprechen und ihr etwas von der Botschaft des Christus mitzuteilen.

Mehrere Zweigkirchen in der Umgebung von Los Angeles veranstalteten gemeinsam eine Anzahl von Vorträgen der Christlichen Wissenschaft in den Goodwill-Werkstätten. Goodwill ist eine Wohlfahrtsorganisation, die den Menschen — besonders denen, die für behindert gelten — helfen möchte, nützliche Fähigkeiten zu entwickeln, damit sie eine feste Anstellung finden können. Um den einzelnen zu helfen, werden auch inspirierende Vorträge abgehalten. Alle Arbeiter sind eingeladen, daran teilzunehmen, aber niemand wird gezwungen. An den christlich-wissenschaftlichen Vorträgen nahmen jedesmal über zweihundert Personen teil. Ich selbst als einer der Vortragenden kann mich kaum an eine aufmerksamere oder von mehr Wohlwollen erfüllte Zuhörerschaft erinnern.

Rein technisch gesehen, hätte die Vorbereitung nicht einfacher sein können. Es kam tatsächlich nur darauf an, sich der bereits bestehenden Möglichkeiten bewußt zu werden und sie dann zu nutzen.

Die Idee der christlich-wissenschaftlichen Vorträge wurde uns von unserer Führerin gegeben. Mrs. Eddy gab sie uns, aber sie selbst hatte sie von Gott erhalten. Daher ruht diese Idee auf einer göttlichen Grundlage. Und vielleicht ist es gar nicht so erstaunlich, daß das unendliche Gemüt nicht nur schöne Ideen mitteilen, sondern auch unendlich viele Möglichkeiten zur Verwirklichung dieser Idee erschließen kann.

Berichte von zwei Kirchen aus der Bundesrepublik Deutschland

• Bei der Vortragsvorbereitung versuchten wir, klar zu erkennen, daß nur die göttliche Liebe den Menschen anzieht.. . [Durch eine ungewöhnliche Abfolge von Umständen] kündigte die Lokalpresse den Vortrag diesmal nicht an. Die Botschaft konnte jedoch nicht unterdrückt werden, und die Menschen konnten nicht daran gehindert werden, Gottes Wort zu hören. Der große Saal mit etwa 450 Plätzen war besser besetzt als im letzten Jahr.

• Am Samstag vor unserem Vortrag hatte unsere Kirche einen Informationsstand in einer belebten Gegend im Hauptgeschäftsviertel eingerichtet.. .. Daraus ergab sich ferner, daß ein Besucher des Informationsstandes am folgenden Sonntag zur Kirche und am Nachmittag auch zum Vortrag kam; ein neuer Sonntagsschüler wurde angemeldet;. .. und es kamen weitere neue Besucher zu den Gottesdiensten am Sonntag und Mittwoch.

Schlagzeile: „Geistige Gemeinschaft. . .“ Vier Mitglieder des Vortragskomitees sprechen darüber, wie sich ihre Liebe zu den Mitmenschen vertiefte

: Im letzten Frühjahr veranstaltete unsere Kirche einen Vortrag mit dem Titel: „Göttliche Liebe: Eine Antwort auf Kriminalität“. Und als wir darüber beteten, wo wir einen Vortrag über Kriminalität halten sollten, tauchte der Gedanke auf, die Polizei anzurufen und uns zu erkundigen, wo das Bedürfnis am größten, wo die Kriminalitätsrate am höchsten sei. Der Polizist erwähnte zwei Gebiete der Stadt, und wir entschlossen uns, zwei Vorträge am selben Tag zu geben. In jedem dieser Stadtteile einen. Bei den Vorbereitungen unterstützte uns der Vortragende ganz hervorragend.

: Das Vortragskomitee glaubte, es könne hilfreich sein, mehr darüber herauszufinden, wie die Menschen unserer Stadt über Kriminalität denken — und dann die Ergebnisse als kurze Einführung zum Vortrag mitzuteilen. Wir entschlossen uns, einfach ein paar Leute auf der Straße zu fragen, ob wir sie mit der Videokamera aufnehmen könnten.

: Das Komitee verabredete, sich an einem Samstagmorgen um 8.00 Uhr zum Frühstück zu treffen, um die Aufnahmen zu planen und dann zusammen loszugehen und mehrere Leute zu interviewen. Tja, wir saßen eineinhalb Stunden beim Frühstück, und dann besichtigten wir in einem Büro einen neuen Computer. Zu diesem Zeitpunkt wurde es ziemlich offenkundig, daß wir zauderten; wir hatten Angst, dieses kleine Projekt, das wir uns vorgenommen hatten, durchzuführen.

Bill: Schließlich nahmen wir uns selbst beim Kragen und sagten: „Los jetzt!“

Lee: Wir betraten einen Waschsalon.

Janet: Der Waschsalon war nur einen Häuserblock vom Gemeinschaftszentrum entfernt, in dem einer unserer Vorträge gehalten werden sollte. Wir luden nicht nur Leute zum Vortrag ein; wir wollten auch ihre Gedanken zur Kriminalität erfahren. Wir spürten, daß selbst das Zuhören eine Form von Zuwendung war.

Sue: Diese Leute wohnten alle in der Nachbarschaft unserer Kirche, während viele unserer Mitglieder einige Kilometer entfernt in den Vororten leben. Wir wollten gern herausfinden, wer in der Nähe unserer Kirche lebt. Was für Leute sind das? Wir fühlten ein starkes Bedürfnis, sie als einzelne näher kennenzulernen.

Lee: Wir begannen die Leute zu fragen: „Fühlen Sie sich durch Kriminalität bedroht?“ Wir sprachen mit mehreren Leuten, die bereit waren, darüber zu reden, die aber nicht gefilmt werden wollten. So ging ich einmal um den Häuserblock, um zu beten und klarer zu erkennen, ob dies tatsächlich der richtige Schritt für unseren Vortrag war. Ich erkannte: Wenn es richtig war, dann war es auch möglich; war es aber nicht richtig, so würden wir wahrscheinlich keinen Zentimeter Filmstreifen aufnehmen können. Es endete damit, daß wir einige sehr brauchbare Interviews erhielten, und wir konnten sie schneiden. Die Kirchenmitglieder waren begeistert. Und obwohl der Film ein bißchen selbstgestrickt war, schien er doch wirksam, zwanglos und unmittelbar, als wir ihn vor jedem Vortrag vorführten.

Sue: Es war herrlich, diese Leute kennenzulernen. Ich erinnere mich, daß ich mir während der Interviews Notizen machte und einen Sprecher als „den Herrn in der grünen Jacke“ bezeichnete. Und als wir miteinander sprachen, wurde er so viel mehr als „der Herr in der grünen Jacke“. Er war unser Nachbar. Und er kam zum Vortrag! Hinterher bat er um das Buch Wissenschaft und Gesundheit. Und seither ist er zu zwei weiteren Vorträgen gekommen, die wir veranstalteten.

Janet: Eine Lokalzeitung widmete dem bevorstehenden Vortrag eine ganze Seite und schöpfte dabei aus dem Pressebericht, den wir ihr anboten. Die Seite war überschrieben: „Spiritual Community: Fighting Crime Through Love“ (Geistige Gemeinschaft: Kriminalität mit Liebe bekämpfen). Ist das nicht herrlich?

Einige Auszüge aus der Fülle von Reaktionen auf den Videovortrag „Die Stimme der Wahrheit“

• Eine Frau, die angab, sie sei bereits an der Christlichen Wissenschaft interessiert, aber kein Kirchenmitglied, meinte, der Vortrag sei eine gute Einführung für Leute wie sie. Es gebe viele, die gern erfahren würden, worum es in der Christlichen Wissenschaft geht und wie ihnen das im täglichen Leben helfen kann.

• Ein Anrufer hinterließ die folgende Nachricht: „Ich habe gerade die Sendung am Ostersonntag gesehen. Ich bin kein Christlicher Wissenschafter, aber ich halte mich für einen praktizierenden Christen. Die Sendung hat mich von Anfang bis Ende sehr beeindruckt. Und ich wollte Ihnen vielmals danken.“

• Nach dem Vortrag kam ein Anruf von einer Frau, die von einer Freundin, einem Kirchenmitglied, auf den Vortrag hingewiesen worden war. Die Frau ist Presbyterianerin.. . Sie pries den Vortrag ganz begeistert und betonte, wie sehr sie es geschätzt habe, daß sie eingeladen wurde.

• Eine andere Anruferin war sehr daran interessiert, mehr über Mary Baker Eddy zu erfahren. Sie wollte wissen, ob es andere Sendungen geben werde, und bat um Informationen über Fahrten zu den verschiedenen Häusern, in denen Mrs. Eddy gelebt hat.

Die Gemeinde lieben: Ein Vortragender erinnert sich an einen Wendepunkt

Wie bei der Heilarbeit in der Christlichen Wissenschaft, so muß auch für die Vortragstätigkeit Liebe der Beweggrund sein. Meine Aufgabe ist ganz gewiß nicht, „ die Wahrheit irgendwo hinzubringen“. Sie ist schon längst dort, lange bevor ich auch nur von dem Ort gehört habe, zu dem ich gehen werde!

Irgendwie hatte ich das schon immer gewußt, aber richtig klar wurde es mir durch ein Erlebnis, das mich an die Stelle aus Hiob (42:5, 6) erinnert: „Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen. Darum spreche ich mich schuldig und tue Buße in Staub und Asche.“

Ich ging zufällig in dem Geschäftsviertel spazieren, wo ich am nächsten Tag einen Vortrag halten sollte. Ehrlich gesagt, es schien fürchterlich öde und entmutigend. Ich begann mich zu fragen, welchen Sinn es haben könne, hier einen Vortrag zu halten. Wer von denen, die dort wohnten, würde sich überhaupt für das interessieren, was ich zu sagen hatte? Es schien dort kaum etwas zu geben, was wert war, gerettet oder erhalten zu werden. Ich stimmte tatsächlich den trostlosen Berichten über die Stadt zu, die ich gehört und gelesen hatte.

Ich fühlte mich ganz mutlos und deprimiert. Ich wußte sehr genau, daß es unmöglich war, in solcher Stimmung einen Vortrag zu halten, noch dazu über die Christliche Wissenschaft! Und doch konnte ich die Entmutigung und die Hoffnungslosigkeit nicht loswerden. Daher betete ich und tat den Rest des Tages kaum etwas anderes.

Schließlich bat ich in meiner Verzweiflung Gott um einen Hinweis und öffnete die Bibel; und das erste, was ich sah, war (Hesekiel 48:35): „Und alsdann soll die Stadt genannt werden, Hier ist der Herr.‘ “

Ich brauche wohl kaum zu beschreiben, wie ich mich plötzlich fühlte! Wie sehr ich diesen Ort liebte! Nie wieder bin ich von dem äußeren Erscheinungsbild einer Stadt so hypnotisiert worden — ob sie nun heruntergekommen war oder so voll von materiellem Überfluß, daß es kaum ein sichtbares Zeichen für geistigen Hunger zu geben schien. Liebe entwickelt unser Mitgefühl; und Mitgefühl ist nötig, um bestimmte Probleme in einer Stadt zu bemerken und sie sich bewußt zu machen. Dann fühlen wir, wie dringend notwendig es ist, sie zu heilen. Aber natürlich muß ich mich selbst von dem Glauben heilen, die Menschen könnten durch irgendeine Macht der Umstände individuell oder kollektiv zu Opfern werden. Ich muß beten, um mich auf keinen Fall dazu hinreißen zu lassen, einen Vortrag auf die Symptome anstatt auf den dahinterstehenden falschen Anspruch „abzufeuern“. Dazu braucht man schon etwas Einfühlungsvermögen, und man muß lauschen! Wenn ich nur das anspreche, was das sterbliche Gemüt von mir verlangt, dann besteht die Gefahr, daß aus mir ein weltlicher Sozialarbeiter wird (und das ist nicht meine Aufgabe) oder andererseits jemand, der nur Dinge sagt, bei denen sich die Menschen vorübergehend wohl fühlen, weil jemand wenigstens über ihre Probleme spricht.

Als Vortragender der Christlichen Wissenschaft lautet mein Gebet: „Vater, was möchtest Du, das ich sage?" Bevor ich einen Vortrag halte, bete ich stets speziell darum, zu erkennen, daß jeder Zuhörer — ich eingeschlossen. .. besonders ich! — hören kann, was Gott uns erkennen lassen will.

Es ist menschlich unmöglich, die ureigenen Probleme, Ängste und falschen Vorstellungen jedes einzelnen im Publikum zu kennen, aber ich bin überzeugt, daß jedes Herz getröstet, geführt und mit einem Grund zur Hoffnung erfüllt wird; und daß vor allem diejenigen, die es wirklich nach der Wahrheit verlangt, etwas hören werden, was, selbst wenn sie es zunächst abweisen, haftenbleibt und sie immer wieder beschäftigen wird, bis sie die Wahrheit erkennen!

Während ich den Vortrag halte, achte ich beständig darauf, daß ich der „Richtschnur für Beweggründe und Handlungen“ (Kirchenhandbuch, Art. VIII Abschn. 1) treu bleibe. Ich bin der Meinung, daß ich es den Zuhörern schulde, mein „Selbst“ (all meine Vorlieben, Neigungen und Abneigungen, Urteile, Ängste und so weiter) aus dem Wege zu räumen, um wahrzunehmen, was die einzelnen in dem Augenblick brauchen. Die Veranstaltung ist mit Sicherheit keine Gelegenheit für mich, wichtigtuerisch „zu glänzen“, sondern eine wertvolle Zeit, in der das Licht des Christus, der Wahrheit, von allen gesehen und gefühlt werden soll. Daher ist es für mich so wichtig zu wissen, woher die Botschaft kam. Wenn ich aufrichtig sagen kann, die Botschaft wurde aus Liebe geboren, aus Wahrheit und Leben, dann weiß ich in meinem Herzen, daß sie alles das überwinden wird, was sich dem Vortrag zu widersetzen oder ihn zu mißachten scheint. Ich gründe mich auf die Voraussetzung, daß Wahrheit, Leben und Liebe unparteiisch und universell sind.

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