Bei den verschiedenen Herausforderungen und Prahlereien des Materialismus, die sich uns täglich über die Medien, die Literatur und einige Mitmenschen präsentieren, kennen viele Christliche Wissenschaftler vielleicht die Frage: „Wieso bist du in der Christlichen Wissenschaft?“ oder „Wie kannst du nur Christliche Wissenschaftlerin sein?“ – Mit anderen Worten: „Wie kannst du auf die Christliche Wissenschaft vertrauen und dich darauf verlassen, dass Gott Heilung bringt?“
Aufgrund dieser Fragen habe ich einmal darüber nachgedacht, wie ich weiß, dass ich wirklich Christliche Wissenschaftlerin bin. Ein Großteil meines Glaubens und meines Vertrauens auf diese Wissenschaft geht auf das zurück, was ich als Kind an meinen Eltern beobachtet habe, und auf meine eigenen Beweise der Wahrheiten der Christlichen Wissenschaft im Alltag.
Meine Mutter fand die Christliche Wissenschaft als Jugendliche bei einem Besuch der Sonntagsschulen verschiedener Konfessionen. Eine Freundin lud sie in die Sonntagsschule der Christlichen Wissenschaft ein, als sie zwölf war. Die Lehre gefiel ihr, und mit der Erlaubnis ihrer Eltern nahm sie weiter am Unterricht teil. Ihr Vater war überrascht, dass sie keine medizinische Hilfe mehr brauchte, nachdem sie das umsetzte, was sie dort lernte.
Meine Eltern einigten sich noch vor der Heirat, dass sie ihre Kinder in der Christlichen Wissenschaft erziehen und sich in Bezug auf deren Gesundheit auf sie verlassen würden, sofern mein Vater nicht der Ansicht war, dass ein Arzt hinzugezogen werden müsse. Mein Bruder und ich erlebten beide Heilungen durch Gebet. Später studierte mein Vater die Christliche Wissenschaft selbst und lernte, wie wirksam diese Wissenschaft alles heilt, was der Heilung bedarf.
Ich studiere die Christliche Wissenschaft ebenfalls und habe sie während meiner Studienzeit, meiner Berufstätigkeit als Lehrerin sowie bei Anlässen und Problemen in der Familie so angewendet, wie Mary Baker Eddy dies in ihren Schriften gelehrt hat.
Drei wichtige Ereignisse haben mein Vertrauen in die Christliche Wissenschaft gefestigt: Als ich sieben war, erlitt ich bei einem Fahrradunfall eine schwere Verletzung an der Ferse. Nachdem eine Praktikerin der Christlichen Wissenschaft um Hilfe durch Gebet gerufen wurde, nahm die Furcht in der Familie ab und kurz darauf fand die vollständige Heilung statt. Ich kann mich bis heute frei und ungehindert bewegen.
Obwohl ich noch klein war, konnte ich bei dieser Erfahrung durch das, was ich in der Sonntagsschule der Christlichen Wissenschaft gelernt hatte, Trost finden. Ich wusste, dass Gott nur Gutes kennt und dass ich nie von Seiner zärtlichen Fürsorge getrennt werden konnte. Ich hatte gelernt, dass Gott „der All-Wissende, All-Sehende, All-Wirkende, All-Weise, All-Liebende und Ewige“ ist (Mary Baker Eddy, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 587) und dass ich nur das sehen konnte, was Gott über mich sah. Ich konnte nur Seine vollkommene Widerspiegelung sein.
Die erste Strophe von Mary Baker Eddys Gedicht „Der Mutter Abendgebet“, das ich in der Sonntagsschule gelernt hatte, vermittelte mir viel Frieden und das Gefühl, immer in Gott geborgen zu sein:
Kraft, Freude, Friede, holde Gegenwart,
die schützend birgt, was noch des
Werdens harrt, liebreich des Nestlings
zagen Flug bewacht:
Dein Fittich trag empor mein Kind
heut Nacht!
(Vermischte Schriften
1883–1896, S. 389)
Die zweite Erfahrung ereignete sich als junges Mädchen. Mein Vater war so schwer erkrankt, dass ein Praktiker der Christlichen Wissenschaft eine ganze Nacht lang an seinem Bett ausharrte und die Wahrheit über sein Leben erklärte. Mein Vater war kein Mitglied der Kirche, doch er studierte die Christliche Wissenschaft und wandte sie für seine Gesundheit und seine Beschäftigung an. Als er so unerschütterlich auf die Christliche Wissenschaft vertraute, wuchs mein eigenes Vertrauen auf die Allmacht Gottes.
Ich erinnere mich noch sehr gut an diese Nacht. Ich musste meine eigene Furcht überwinden und meine Überzeugung von der Kraft der Christlichen Wissenschaft stärken. Dadurch erlangte ich ein besseres Verständnis von unserem wahren Vater und unserer wahren Mutter, nämlich Gott. Ich musste erkennen, dass Gott Vater, Mutter und der Herrscher Seiner Schöpfung ist und keiner von uns je außerhalb Seiner Fürsorge weilt, egal wie die menschlichen Umstände aussehen mögen.
Mein Vater überstand die Krise, wurde geheilt und führte danach über viele Jahre ein produktives Leben. Und der Zusammenhalt in der Familie war stärker denn je durch das, was wir über Gottes allgegenwärtige Liebe gelernt hatten. Damals begriff ich, dass Gott „unser Vater und unsere Mutter, unser Seelsorger und der große Arzt“ ist, wie Mrs. Eddy es beschreibt. „Er ist der einzig wirkliche Verwandte des Menschen im Himmel und auf Erden“ (Vermischte Schriften, S. 151).
Das dritte große Ereignis, das mein Vertrauen auf die Christliche Wissenschaft festigte, fand statt, als ich in der 11. Klasse war. Meine Eltern mussten bessere Arbeit finden, und sie, mein Bruder und ich beschlossen nach vielen Monaten des Gebets um Führung, dass es an der Zeit war, an die Westküste der USA zu ziehen. Wir hatten keine neue Bleibe und keine Garantie eines Arbeitsplatzes. Doch wieder erlebte ich das absolute Vertrauen meiner Eltern darauf, dass wir durch Gebet dazu geführt werden würden, für alle Betroffenen die richtige Entscheidung zu treffen. Meine Mutter zitierte fast jeden Tag den folgenden Bibelvers: „Sieh, ich sende einen Engel vor dir her, der dich auf dem Weg behüten und dich an den Ort bringen soll, den ich bereitet habe“ (2. Mose 23:20).
Und Gott bereitete einen Platz für uns! Wenige Tage, nachdem wir in Kalifornien angekommen waren, hatten wir eine Wohnung gefunden. Ich trat mein letztes Schuljahr an und meine Eltern hatten eine angemessene Arbeitsstelle. Gott hatte den Umzug wahrhaft gelenkt.
Wenn heute eine Situation der Heilung bedarf, denke ich oft an meine Eltern und ihr unerschütterliches, beständiges Vertrauen auf Gott. Sie waren ein wundervolles Vorbild dafür, wie man sich auf Gottes Allmacht verlässt. Lied Nr. 216 aus dem Liederbuch der Christlichen Wissenschaft drückt es so treffend aus: „Denn welcher seine Zuversicht / auf Gott setzt, den verlässt Er nicht“ (Georg Neumark, Bearb. ©CSBD).
Ich kann mich auf lebenslange Beweise dafür stützen, dass die Christliche Wissenschaft unsere Bedürfnisse wirklich stillt. Und eine körperliche Heilung jüngeren Datums beeindruckte mich, weil Gottes Gnade und heilende Macht auf Anhieb da waren.
Mein Mann und ich waren mit Freunden verreist und verbrachten viel vergnügliche Zeit im Freien. Am Abend vor unserer Heimreise wurde ich dann plötzlich sehr krank. Ich war versucht zu überlegen, worin nur das Problem liegen könnte, und Furcht wollte das Ruder übernehmen.
In den vorangegangenen Wochen hatte ich mich intensiv mit der Tatsache beschäftigt, dass Gott „Alles-in-allem“ ist (Wissenschaft und Gesundheit, S. 468), und ich betrachtete „Alles“ als Ursache und „alles“ als Wirkung. Wenn Gott, das Gute, die einzige Ursache ist, kann nur Gutes die Wirkung sein. Während mein Mann eine Atmosphäre ruhiger metaphysischer Unterstützung schaffte, betete ich still, um mein Denken zu erheben und das zu wissen, was Gott über mich weiß.
Ich stützte mich auf eine meiner Lieblingsstellen in Wissenschaft und Gesundheit: „Es gibt nur eine Grundursache. Deshalb kann es keine Wirkung aus irgendeiner anderen Ursache geben, und es kann keine Wirklichkeit in irgendetwas geben, das nicht von dieser großen und einzigen Ursache ausgeht“ (S. 207). Gott kennt nur beständige Harmonie, Gesundheit, Frieden und Freude, Liebe, und das war alles, was Er über Sein geistiges Kind wissen kann. Ich begriff, dass ich nichts zu befürchten hatte, da das sterbliche Gemüt, der irrige Glaube an eine der Wahrheit entgegengesetzte Macht, nichts ist, und alles, was sich den materiellen Sinnen präsentiert, ist eine Lüge.
Ich verbrachte eine geruhsame Nacht und stand am folgenden Morgen völlig geheilt auf, bereit, mit unseren Freunden zu frühstücken und dann heimzufahren. Diese Heilung bewies mir wieder einmal, dass Gott eine Hilfe in den großen Nöten ist und dass es bei Heilung darum geht, Seine Allheit zu erkennen und anzuerkennen.
Mrs. Eddy drückt es so wunderbar aus: „Alles, was wirklich existiert, ist das göttliche Gemüt und seine Idee, und in diesem Gemüt zeigt sich das gesamte Sein als harmonisch und ewig. Diese Tatsache zu erkennen und anzuerkennen, sich dieser Macht zu ergeben und den Führungen der Wahrheit zu folgen, das ist der gerade und schmale Weg“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 151). Erkennen, anerkennen, ergeben und folgen – das ist eine gute Beschreibung von Sicherheit.
Wir können Gottes Gesetz der beständigen Harmonie erleben, wenn wir verstehen, was wirklich echt ist, und wissen, dass wir jetzt die geistigen Ideen Gottes sind. Ich bin sehr dankbar, Christliche Wissenschaftlerin zu sein und jeden Tag etwas Neues zu lernen.
Gail Ellen McBride
Übersetzt aus dem Christian Science Journal, Ausgabe Dezember 2016
