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Nie im Labyrinth

Aus der Juni 2017-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft

Übersetzt aus dem Christian Science Journal, Ausgabe Februar 2017


Ich bin nicht weit vom Palast Hampton Court westlich von London aufgewachsen. Zu den herrlichen, weitläufigen Gartenanlagen gehört ein berühmtes Labyrinth aus Hecken. Das Ziel ist, so schnell wie möglich den Weg in die Mitte und wieder hinaus zu finden. Doch viele Leute verlaufen sich völlig, und obwohl sie die Mitte und den Ausgang durch die Hecken sehen können, gelingt es ihnen nicht, dorthin zu finden. Sie landen ständig in einer Sackgasse. Glücklicherweise befindet sich außen eine Plattform, von der aus man das Labyrinth überblicken und den steckengebliebenen Leuten am Ende der Öffnungszeit den Weg weisen kann.

Als ich neulich über komplexe Probleme betete, musste ich an dieses Labyrinth denken. Umstände können so verworren sein, dass sie außerhalb unserer Kontrolle erscheinen. Menschliche Beziehungen sind oft so kompliziert, dass man sie kaum entwirren kann. Dann gibt es finanzielle Situationen, die jenseits jeder Lösung zu sein scheinen. Auch der Körper mag uns komplex vorkommen, besonders bei medizinischen Diagnosen. Und was wir ständig in den Schlagzeilen lesen, ist ein Alptraum aus Terrorismus und dem dazugehörigen Chaos, ganz zu schweigen von der destruktiven Ausdrucksweise aus Hass und Spaltung, die Gruppen und ganze Länder entzweien. Auf alle diese Dinge scheint es keine simple Antwort zu geben.

Demgegenüber kann Gebet sehr schlicht sein. Gebet führt uns immer zu Gott – und wenn ein Gebet mit Gott beginnt und endet, sind unsere Gedanken auf Gott ausgerichtet, und unsere Sicht wird klarer. Dinge, die kompliziert und undurchsichtig erschienen, werden simpler und überschaubarer, wenn wir sie aus einer geistigen Perspektive betrachten.

Wenn der Weg nach vorn nicht zu erkennen ist, können wir statt zu kämpfen einem geistigen Verständnis von Gott Platz machen – der Tatsache, dass Gott alles weiß, was es zu wissen gibt.

Die Bibel sagt uns: „Gott ist Liebe“ (1. Johannes 4:8). Einfacher kann man Gott kaum beschreiben. Als Jesus gefragt wurde, welches die beiden größten Gebote sind, antwortete er schlicht: Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt und seinen Nächsten wie sich selbst (siehe Matthäus 22:37–39). Eine der einfachsten Beschreibungen von Gott und Seiner Schöpfung stammt von Mary Baker Eddy: den „... einen Vater mit Seiner universalen Familie, im Evangelium der Liebe geborgen“ (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 577).

Paulus sprach zu den Christen in Korinth über die „Geradlinigkeit gegenüber Christus“ (2. Korinther 11:3). Die Welt, in der sie lebten, war alles andere als geradlinig – weder kulturell, politisch noch religiös. Doch Paulus’ Umwandlung auf der Straße nach Damaskus hatte ihn von einem intellektuellen Zeloten, dem nichts wichtiger war, als die Jünger Christi Jesu zu zerstören, in ein Mitglied derselben Gruppe gewandelt, die er zuvor im Visier hatte. Er war vom Christus berührt und umgewandelt worden und sollte einer der wichtigsten Mitbegründer der christlichen Kirche werden.

Wenn die geistige Sichtweise uns von einer Überzeugung materieller Komplexität – aus dem Labyrinth menschlicher Umstände, Leute und Meinungen – hinausführt, stellen wir fest, dass die Probleme nicht ignoriert oder liegengelassen werden. Stattdessen werden wir aus ihren Fesseln gelöst und freigelassen. In gewisser Weise schauen wir von der außen gelegenen Plattform darauf und erkennen den richtigen Weg.

Komplexität kommt von dem Denken, dass wir Probleme selbst, mit dem menschlichen Gemüt und ohne Gott, lösen müssen. Geradlinigkeit kommt von der Gewissheit, dass es nur ein Gemüt, einen Gott, gibt. Bei der Komplexität einer materiellen Sichtweise können wir endlos und erfolglos versuchen, die Dinge zu verstehen. Geradlinigkeit ist das kindliche Vertrauen auf Gottes Allmacht, Allgegenwart und Allwissenheit. Jesus sagte seinen Nachfolgern, sie sollten werden „wie die Kinder“, um den Frieden des Reiches Gottes zu erleben (Matthäus 18:3). Wenn der Weg nach vorn nicht zu erkennen ist, können wir statt zu kämpfen einem geistigen Verständnis von Gott Platz machen – der Tatsache, dass Gott allmächtig und überall ist und alles weiß, was es zu wissen gibt. Das ist der Gott, der unser Vater und unsere Mutter ist und dessen Intelligenz wir als Seine geistigen Nachkommen widerspiegeln.

Eine Freundin von mir versuchte verzweifelt eine Lösung für ihr Auto zu finden. Es war im Ausland angemeldet und die Versicherung lief aus – einschließlich der Erlaubnis, damit zu fahren. Doch sie brauchte es dringend für ihre Arbeit als Pflegerin in der Christlichen Wissenschaft. Wochenlang hatte sie schlaflose Nächte deswegen, und sie verbrachte viel Zeit am Computer, doch jeder Versuch einer Lösung endete in der Sackgasse.

Eines Tages begriff sie, dass sie in ihrer Rolle als Pflegerin in der Christlichen Wissenschaft Gottes Arbeit tat, und niemand konnte diese Arbeit aufhalten. Wenn sie ein Auto brauchte, würde eins bereitstehen. Gott hatte ihr diese Arbeit aufgetragen, also würde Er alles bereitstellen, was nötig war, bis ins Kleinste. Sie hörte ihre fieberhafte Suche auf und übergab alles ganz ruhig Gottes unfehlbarer Weisheit.

Fast augenblicklich geschahen drei Dinge. Ein Käufer trat an sie heran, der das Auto in sein Ursprungsland mitnehmen und seiner Familie geben wollte. Eine Freundin bot ihr die vorübergehende Nutzung ihres Autos an. Und dann fand sie ein eigenes Auto, und ein weiterer Freund konnte ihr bei den finanziellen Dingen helfen. Es war atemberaubend zu sehen, wie schnell und geradlinig die Lösung war!

Selbst wenn wir im Labyrinth des sterblichen Gemüts festzustecken scheinen, steht die ruhige, klare Führung des göttlichen Gemüts über allem und zeigt uns den Weg, wenn wir ganz einfach Seine Anleitung erbitten. Wenn wir aus chaotischem sterblichem Denken in das Licht der Liebe kommen, stellen wir fest, dass wir die Söhne und Töchter Gottes sind und daher gar nicht im Labyrinth waren. Wir waren immer schon in dem Frieden und der Klarheit vom Reich Gottes zu Hause, das von Seiner Herrschaft geordnet und durch Seine unendliche Fürsorge gesegnet ist.

Übersetzt aus dem Christian Science Journal, Ausgabe Februar 2017

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