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Für junge Leute

Gute Beziehung zur Mutter

Aus der Juni 2017-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft

Übersetzt aus dem Christian Science Journal, Ausgabe Februar 2017


„Soll das ein Witz sein? Was willst du von mir?! Wie bescheuert!“

Ja, das war ich als Teenagerin, die sich jedes Mal aufregte, wenn meine Mutter ihr etwas auftrug. Diese Art Gedanken führten immer zu Streit, wo ich Dinge zu ihr sagte, die ich gar nicht so meinte. Aber ich war ein Teenager. Es war doch ganz natürlich, dass ich Frust auf meine Eltern hatte, sie nervig fand und sauer auf sie war, oder?

Zwar war das die Message von Filmen und Fernsehserien, doch erschienen mir die Zusammenstöße mit meiner Mutter nicht natürlich. Hinterher fühlte ich mich immer aufgewühlt und traurig – und ich bereute, gemein zu einem Menschen zu sein, den ich doch liebte. Dieses Gefühl der Reue zeigte mir, dass die Beziehung zu meiner Mutter so nicht weitergehen konnte.

Da mir die Christliche Wissenschaft immer eine Hilfe war, wenn ich Heilung oder eine neue Sichtweise auf eine Situation brauchte, dachte ich an eine der ersten Dinge zurück, die ich in der Sonntagsschule der Christlichen Wissenschaft gelernt hatte, nämlich die zehn Gebote. Das fünfte Gebot spricht unsere Beziehung zu unseren Eltern direkt an. Es lautet: „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, damit du lange lebst in dem Land, das dir der Herr, dein Gott, gibt“ (2. Mose 20:12).

Ich merkte, dass ich meine Mutter nicht gerade ehrte, wenn ich ständig alle ihre Anweisungen in einem herablassenden Ton kritisierte. Doch wie konnte ich das anders machen?

Mose, der Mann in der Bibel, der uns die zehn Gebote gegeben hat, gab mir ein Beispiel für jemanden, der seine Eltern ehrte und gute Resultate sah. Nachdem er sein Volk, die Israeliten, aus Ägypten geführt hatte, verbrachte er die Tage damit, „für das Volk Gericht zu halten ... und ihnen Gottes Satzungen und seine Gesetze [kundzutun]“. Doch Jetro, sein Schwiegervater, schlug vor, kleine Dinge von anderen tüchtigen Leuten in der Gruppe richten zu lassen, statt alle Verantwortung selbst zu tragen. Mose ehrte Jetro, indem er auf ihn hörte und ein System einführte, das die Israeliten hinsichtlich der Schlichtung alltäglicher Dinge weniger von einer einzelnen Person abhängig machte. Auf diese Weise konnte Mose sich wichtigeren Dingen widmen (siehe 2. Mose 18:13–27). Da Mose Jetro ehrte, machten die Israeliten und Mose selbst Fortschritt.

Diese Geschichte zeigte mir, dass es nicht unbedingt von Nachteil war, der Führung meiner Eltern mit Respekt zu folgen. Vielmehr konnte es ein Segen sein. Ich beschloss, das fünfte Gebot getreuer zu befolgen, besonders meiner Mutter gegenüber. Immer wenn ich geneigt war, über etwas zu schimpfen, was sie tat, dachte ich stattdessen an das, was ich an ihr schätzte, wie ihre Freundlichkeit, ihre Geduld und ihre Intelligenz. Diese Eigenschaften sind geistig; sie kommen vom allgegenwärtigen und ewigen Geist, Gott, und sind daher immer Teil der Identität meiner Mutter als Gottes Widerspiegelung. Deshalb wusste ich, dass sie nicht von ihrem oder meinem Verhalten abhängig waren.

Als ich meine Mutter gleichbleibender so sah, wie Gott sie gemacht hatte, sah ich auch mich selbst anders. Statt mich als launischen Teenager zu betrachten, begriff ich, dass ich auch zu Gottes Ebenbild geschaffen worden bin, wie wir gleich als Erstes im 1. Mose lesen. Entsprechend war ich nur mit gottähnlichen Eigenschaften wie Geduld, Sanftmut und Verständnis ausgestattet.

Bald war es ganz selbstverständlich, meine Mutter mit Respekt zu behandeln, und ich vergaß meine vorherige Geringschätzung völlig. Die Heilung zeigte sich, als meine Mutter mich kurz darauf um etwas bat, was mir unnötig erschien. Ich war sofort fähig zuzuhören, die Fürsorge meiner Mutter zu erkennen und der Bitte liebevoll Folge zu leisten, statt frustriert zu reagieren. Es war nicht nur Liebe zur menschlichen Mutter, sondern die Erkenntnis von Gottes grenzenloser Liebe zu uns beiden. Ich fühlte eine tiefe Verbundenheit mit ihr. Wir waren keine Sterblichen, uneins miteinander, sondern gleichermaßen innig geliebte Töchter Gottes.

Diese Heilung mit meiner Mutter dient mir bei meinen Beziehungen als Meilenstein. Ich habe gelernt, dass die Erkenntnis der geistigen Identität aller Personen und der göttlichen Quelle all der Güte, die sie zum Ausdruck bringen, viel Frieden mit sich bringt, ob es dabei um Angehörige, einen Freund auf Facebook oder Passanten auf der Straße geht. Die geistige Identifikation von dem, wer wir als Kinder Gottes sind, wirkt sich heilend auf uns alle aus.

Übersetzt aus dem Christian Science Journal, Ausgabe Februar 2017

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