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Eine Teilnahme ist nicht erforderlich

Aus der Juni 2017-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft

Übersetzt aus dem Christian Science Sentinel, Ausgabe 20. Juni 2016


Ein Satz aus einem hochinteressanten Artikel im Christian Science Sentinel hat mich nachdenklich gemacht, nämlich, dass es zwecklos sei, bei einem Traum mitzuwirken.

Der Verfasser erklärte, dass Umstände zwar häufig schlimm und schädlich erscheinen, er jedoch beschließen könne, sich der Wahrheit zuzuwenden, die Gott sieht, und das habe in seinem Leben Heilung bewirkt. Ich habe sehr darüber nachgedacht, wie man Herausforderungen im Leben entgegentreten und meistern kann, wenn man sich der geistigen Wahrheit bewusst ist.

Mary Baker Eddy weist in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift klar darauf hin, dass eine Existenz in der Materie nichts als ein Traum ist: „Die sterbliche Existenz ist ein Traum von Schmerz und Lust in der Materie, ein Traum von Sünde, Krankheit und Tod; und er ist wie der Traum, den wir im Schlaf haben, in dem jeder seinen Zustand ganz und gar als einen Gemütszustand erkennt“ (S. 188). Und auf Seite 218 lesen wir: „Wenn wir zur Wahrheit des Seins erwachen, wird alle Krankheit, aller Schmerz, alle Schwachheit, alle Müdigkeit, alles Leid, alle Sünde, aller Tod unbekannt sein und der sterbliche Traum wird für immer aufhören.“

Ist somit das menschliche Leben bedeutungslos und befinden wir uns nur in einer Art vorübergehendem Traumdasein? Nein. Vielmehr streben wir danach, die klare geistige Sichtweise vom Leben als Gott einzunehmen. Statt einer getrübten sterblichen Sichtweise vom Leben eines Sterblichen können wir das sehen, was wirklich vor sich geht.

In Wissenschaft und Gesundheit erfahren wir, dass ein Erwachen zu der geistigen Wahrheit des Seins – unserer wahren Identität als Gottes Ebenbild und Gleichnis – das Gegenmittel gegen Leiden jeder Art ist. Wie fangen wir das an? Stück für Stück. Immer wenn wir bewusst Gottes Sichtweise anerkennen und uns zu eigen machen, immer wenn wir bewusst das Gute sehen und die Darstellung des Bösen zurückweisen, erwachen wir zu unserer gottgegebenen Herrschaft.

Wenn wir in dem Verständnis wachsen, dass nur Gott unser Leben ist, in dem wir leben, weben und sind (siehe Apostelgeschichte 17:28), wird unser Bewusstsein umgewandelt, und das wird unseren Alltag umwandeln. Ein klareres Bewusstsein von der Allgegenwart der geistigen Wirklichkeit wird uns das Gefühl geben, besser gegen die Ansprüche des Bösen gewappnet zu sein.

Christus Jesus lebte, um zu beweisen, dass wir hier und jetzt zu dieser geistigen Sichtweise erwachen können, und wir können Heilung durch das Verständnis dieser allgegenwärtigen geistigen Realität erfahren. „Das Himmelreich ist nahe gekommen“ (Matthäus 10:7), lehrte er uns durch sein Leben und seine Demonstrationen. Diejenigen, die durch Jesu geistiges Verständnis und Liebe geheilt wurden, sind zu einem Leben voller Gesundheit (z. B. der Mann am Teich von Betesda, Johannes 5:2–9) und vom Tode zum Leben erwacht (z. B. Lazarus, Johannes 11:1–46). Jesus hat nicht nur Gottes Heilmacht durch sein eigenes Beispiel bewiesen, sondern er sagte auch, dass alle, die an ihn glauben, größere Werke tun würden als er (siehe Johannes 14:12).

Ist es möglich, dass Jesu Fähigkeit zu heilen von seiner Weigerung kam, in einem Traum von Sünde, Krankheit und sogar Tod mitzuwirken? Obwohl er verstand, was der Mann am Teich von Betesda durchgemacht hatte, weigerte er sich, am Traum der Invalidität teilzunehmen. Der Mann war seit 38 Jahren Invalide, und doch forderte Jesus ihn auf, seine Matte aufzuheben und wegzugehen. Jesus nahm auch nicht an der Geschichte von Lazarus‘ Tod teil, obwohl die Bibel klar aussagt, dass er Lazarus liebte und ihn die Nachricht von seinem Tod nicht kaltließ (siehe Johannes 11:34–36). Lazarus hatte schon vier Tage im Grab gelegen, dennoch sagte Jesus mit geistiger Autorität: „Lazarus, komm heraus!“ Lazarus trat lebendig hervor und Jesus sagte: „Löst ihn und lasst ihn gehen!“ (Johannes 11:43, 44).

Durch sein klares Bewusstsein von Gottes Allheit sah Jesus überall Beweise für Gottes Gegenwart. Jesus wusste, dass dort, wo der Traum der Krankheit erschien, in Wirklichkeit der vollkommene, von Gott geschaffene Mensch war, der einzige Mensch, der wirklich existiert. Wir lesen in Wissenschaft und Gesundheit: „Jesus sah in der Wissenschaft den vollkommenen Menschen, der ihm da erschien, wo den Sterblichen der sündige sterbliche Mensch erscheint. In diesem vollkommenen Menschen sah der Erlöser Gottes eigenes Gleichnis, und diese korrekte Anschauung vom Menschen heilte die Kranken“ (S. 476–477).

Jesu Kreuzigung war das höchste Beispiel dafür, wie man sich nicht am Traum von Leiden und Tod beteiligt. Obwohl sein Leben dem Augenschein nach am Kreuz endete, demonstrierte er in Wirklichkeit selbst dort für alle Menschen die Macht des Lebens in Gott. Er bewies, dass unser einziges Leben das ewige Leben in Gott ist, frei von den sogenannten Gesetzen der Materie.

Während ich über die Macht eines jeden von uns nachdachte, unsere Herrschaft über die Versuchung zu demons­trieren, uns an Sünde, Krankheit und Tod „zu beteiligen“, fiel mir eine Zeit ein, in der dieser Gedanke sehr hilfreich für mich war. Ich bin die einzige Christliche Wissenschaftlerin in meiner Familie. Da der Vater meiner Kinder kein Christlicher Wissenschaftler ist, stimmte ich respektvoll zu, unsere Kinder ärztlich versorgen zu lassen, falls er dies für nötig hielt. Und einmal kam meine Tochter ins Krankenhaus.

Sie wurde künstlich beatmet und war etliche Wochen ans Beatmungsgerät angeschlossen. Nach Ansicht der Ärzte bestand wenig Hoffnung, dass sie nach so langer Zeit wieder ohne Hilfe würde atmen können.

Ich hielt an der Wahrheit fest, dass sie eine geistige Idee ist und kein Kind, das in der Materie lebt und in großer Gefahr ist. Über viele schwere Tage lernte ich, mich von dem Traum abzuwenden, dass sie ein Gerät brauche, um leben zu können. Im Laufe der Tage hörte ich auf, ständig über ihren Körper im Krankenhausbett zu wachen, sondern schaute aus dem kleinen Fenster und lauschte auf das, was Gott mir mitteilte. Ich hörte wundervolle Engelsbotschaften: „Sie ist nicht hier; sie ist ganz woanders.“ Für mich hieß das, dass ihr wahres Sein sicher bei Gott, dem Leben, war.

Ich war überzeugt, dass meine Tochter in der Lage war, sich ihres Lebens in Gott bewusst zu sein, und dies bereits tat. Mit der Hilfe einer Praktikerin der Christlichen Wissenschaft hielt ich an der Wahrheit ihres Seins fest.

Obwohl die Ärzte täglich versuchten, meine Tochter zum selbstständigen Atmen zu bewegen, klappte es nicht. 

Eines Tages erkannte ich klar, dass sie nie von der Materie − ob einem Gerät oder Lungen − abhängig war, um Luft zu holen. Gott ist ihr Leben. Die folgenden Stellen aus der Bibel halfen mir am meisten: „... da er selber allen Leben und Atem und alles gibt“ (Apostelgeschichte 17:25) und „Der Geist Gottes hat mich gemacht, und der Odem des Allmächtigen hat mir das Leben gegeben“ (Hiob 33:4). Waren diese Bibelverse nicht Verheißungen von Gott?

Diese Verheißungen mussten als Gesetz doch über meine Tochter herrschen, das befugt war, jedes falsche „Traum-­Gesetz“ der Materie außer Kraft zu setzen, wie aggressiv es auch sein mochte. Ja, das Gesetz Gottes ist das einzige Gesetz und die einzige Autorität. Gott regiert auf ewig und überall jeden Aspekt Seiner gesamten Schöpfung mit dem unangefochtenen Gesetz der Harmonie. Auch hier. Und ... auch jetzt!

An einem Morgen kurz nach diesen wunderbaren Offenbarungen sagte einer der behandelnden Ärzte, dass er statt des üblichen Entwöhnungsprozesses (teilweise mithilfe des Geräts atmen und teilweise selbst) eine radikalere Vorgehensweise probieren werde, nämlich sie vollständig vom Beatmungsgerät abzunehmen. Zur großen Überraschung aller konnte sie völlig frei atmen und wurde nach mehr als sieben Wochen schließlich aus dem Krankenhaus entlassen.

Ich hatte gelernt, dass der Traumzustand des materiellen Lebens und seines angeblichen Leids und Kummers keine Herrschaft über meine Tochter hatte. Die stand und steht Gott zu, und das wird sich nie ändern. Diese volle Herrschaft macht es jeglichem falschen Sinn vom Leben unmöglich, Kontrolle über den Menschen auszuüben.

Obwohl wir selbst schaffen müssen, dass wir selig werden, wie uns die Bibel sagt, und damit viele Überzeugungen von einem von Gott getrennten Leben erkennen und überwinden müssen, liebe ich die folgende Verheißung in Philipper 2:13: „Denn Gott ist es, der beides in euch wirkt, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.“ Das Erwachen aus einem sterblichen Traum ist keine rein menschliche Anstrengung. Wir sind eins mit Gott in dieser wunderbaren geistigen Schöpfung und somit nie von Ihm getrennt. Durch unsere Gebete und unser geistiges Wachstum stellen wir fest, dass Er uns dabei hilft. Das bedeutet, dass wir Seine Fähigkeit, Weisheit und Stärke jederzeit widerspiegeln, und die reichen stets aus, um jede Herausforderung zu meistern. Wir sind eins mit dem Christus, diesem göttlichen Einfluss, der sich beständig in unserem Bewusstsein wiederholt und uns in jeder Situation den Weg weist.

Wir haben die göttliche Befugnis, Jesu Beispiel zu folgen, wenn wir mit Krankheit und sogar Angst vor dem Tod konfrontiert sind, und können sagen: „Eine Teilnahme ist nicht erforderlich!“ Gott gibt uns immer alles, was wir brauchen – Gesundheit, Freiheit von Leid, ewiges Leben. Wir haben jeden Tag die Wahl, alle materiellen Beschränkungen zu konfrontieren und zu leugnen und das Denken ganz auf das einzige Leben zu richten, das wir haben, nämlich ein Leben voller Harmonie und Gutem. Das ist eine Verheißung, an der wir hier und jetzt teilnehmen können.

Übersetzt aus dem Christian Science Sentinel, Ausgabe 20. Juni 2016

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