Ich fand die Christliche Wissenschaft, als ich jemanden sagen hörte, dass es dort um ein Gottverständnis geht. Das weckte mein Interesse, denn ich hatte bis dahin keine Religion oder Philosophie gefunden, bei der das Verständnis von Gott im Mittelpunkt stand. Damals hatte ich viele körperliche Probleme, litt an starken Depressionen und war von Psychologie fasziniert. Ich war sicher, dass Gott gut ist, verstand aber nicht, wie ich so viele Probleme haben konnte.
An einem Sonntagmorgen besuchte ich eine Kirche Christi, Wissenschaftler. Beim Weggehen dachte ich zuerst: „Hier ist nichts zu finden“, doch fast zur selben Zeit kam mir ein anderer Gedanke: „Manchmal scheint etwas wirksam zu sein, ist es aber nicht“ – wie meine jahrelange Hilfesuche. Und manchmal hilft das, was nicht hilfreich erscheint, am Ende doch, genau wie der Gottesdienst.
Mittags sang ich bei der Hausarbeit. Als meine Tochter nach einer Übernachtung bei Freunden heimkam, war sie sehr alarmiert. Sie dachte, ich hätte Drogen genommen, doch ich versicherte ihr, dass das nicht der Fall war. Ich fragte mich, ob meine plötzliche Freude etwas mit dem Gottesdienst der Christlichen Wissenschaft zu tun haben könnte.
Um 17 Uhr fand ein weiterer Gottesdienst statt. Den besuchte ich – und ging noch fröhlicher nach Hause. Ich wollte weiter forschen und erfuhr, dass es Praktiker und Praktikerinnen der Christlichen Wissenschaft gibt. Am Montag erreichte ich eine. Sie beantwortete geduldig alle meine Fragen. Mich sprach besonders an, dass sie sich nicht als Mittlerin zwischen Gott und mir ausgab, sondern half, meine direkte Beziehung zu Gott zu verstehen und zu lernen, wie praktisch man die Lehren Christi Jesu anwenden kann.
Während unseres Zusammentreffens am folgenden Tag begriff ich, dass die Christliche Wissenschaft nach zehnjähriger Suche nach Heilung – auf der ich holistische Ansätze wie Homöopathie, psychische Heiler und östliche Religionen probiert hatte und mehr als 30 Vitamine am Tag einnahm – genau das war, wonach ich gesucht hatte. Sie fühlte sich irgendwie vertraut an, als ob sie das erklärte, was ich im tiefsten Innern bereits wusste.
Die Christliche Wissenschaft bestätigte, dass Gott ausschließlich gut und „nicht der Urheber sterblicher Disharmonien“ ist, wie wir auf S. 231 im Lehrbuch der Christlichen Wissenschaft, Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy, lesen.
Ich besuchte die Gottesdienste, trat einer Zweigkirche und danach auch der Mutterkirche bei und nahm schließlich am Klassenunterricht in der Christlichen Wissenschaft teil.
Leiden, die mich seit meiner Kindheit begleitet hatten, wurden geheilt. Symptome wie chronische Schwäche, Ermüdung und Schmerzen, die mit zuvor diagnostiziertem Eisenmangel, Hypoglykämie und einer Fehlfunktion der Schilddrüse assoziiert wurden, verschwanden. Starke Menstruationsbeschwerden, Verdauungsstörungen und häufige Nieren- und Blasenentzündungen wurden ebenfalls dauerhaft geheilt.
Doch die Heilung der immer wiederkehrenden Depressionen erforderte anhaltendere Gebete. Ich verbrachte viele Stunden im Leseraum der Christlichen Wissenschaft, wo ich eines Tages das Wort Depression im Wörterbuch nachschlug. Eine Definition lautete: „Vertiefung, wie eine Delle in der Fahrbahn“. Mir kam folgender tröstlicher Gedanke: „Was ist, wenn nicht die Welt mich hinunterdrückt, sondern ich ein Same bin, der sich seinen Weg zum Licht bahnt?“ Ich begriff, dass ich als Gottes Idee ganz natürlich vom Licht angezogen wurde. Von dem Moment gab mir das Bild eines Samens, der seine innere Stärke zum Ausdruck bringt, geistige Autorität. Die Anfälle starker Depressionen verschwanden völlig und wenn heute Gefühle der Hilflosigkeit und Traurigkeit auftreten, werden sie schnell umgekehrt.
Die Christliche Wissenschaft dient mir seit der Zeit als feste Grundlage, und ich verlasse mich in jedem Bereich meines Lebens darauf.
Victoria Butler
Übersetzt aus dem Christian Science Sentinel, Ausgabe 9. Januar 2017
