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Original im Internet

Geistig folgern

Aus der August 2017-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft

Übersetzt aus dem Christian Science Sentinel, Ausgabe 27. März 2017

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 29. Juni 2017 im Internet.


Das Buch Nehemia in der Bibel beschreibt, wie Nehemia tapfer den Wiederaufbau der zerstörten Stadtmauer von Jerusalem leitete. Wir lesen, dass es erheblichen Widerstand gegen diese Arbeit gab, besonders von Sanballat und Geschem. Nehemia scheibt an einer Stelle: Sanballat und Geschem sandten „zu mir und ließen mir sagen: ‚Komm und lass uns in den Dörfern in der Ebene von Ono zusammenkommen!‘ Sie gedachten aber, mir Böses zu tun. Ich sandte Boten zu ihnen und ließ ihnen sagen: ‚Ich habe ein großes Werk auszurichten, ich kann nicht hinabkommen. Warum sollte das Werk liegen bleiben, wenn ich sie verließe und zu euch hinabzöge?‘ Sie sandten viermal auf diese Weise zu mir, und ich antwortete ihnen auf dieselbe Weise“ (6:2–4).

Die meisten von uns haben sicher Zeiten erlebt, in denen wir durch unser Studium und unsere Praxis der Christlichen Wissenschaft uneingeschränkt spürten, dass Gott unendlich liebevoll, gut und allumfassend ist. Während dieser Augenblicke geistiger Inspiration wird unser Denken von Gottes Macht erfüllt, und wir wissen absolut, dass Gott unsere Erfahrung lenkt. Wie Nehemia sind wir uns der einzuschlagenden Richtung sicher.

Doch dann kommt plötzlich aus heiterem Himmel eine gegenteilige Suggestion, die unser „großes Werk“ − die erhebenden Gedanken, die wir hegen − aufhalten möchte und versucht, uns davon abzulenken. Dieser Widerstand gegen geistigen Fortschritt kann viele Formen annehmen, doch Furcht steht auf der Liste ganz oben. Wir können versuchen, mit diesen ablenkenden Suggestionen der Furcht zu argumentieren, doch je mehr wir das versuchen, desto verstrickter wird es. Zu solchen Zeiten finde ich es hilfreich, an Nehemias Worte zu denken und der Suggestion eines auf Furcht beruhenden Widerstands zu sagen: „Warum sollte das Werk liegen bleiben, wenn ich zu dir hinunterkäme – mit dir argumentiere?“

Korrektes Argumentieren und das damit verbundene Folgern ist ein Werk, das wir beständig tun müssen. Mary Baker Eddy schreibt in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift: „Für richtiges Folgern sollte im Denken nur eine Tatsache festgehalten werden, nämlich das geistige Dasein“ (S. 492). Die Christliche Wissenschaft lehrt, dass Gott Geist ist und dass Geist das göttliche Prinzip unserer Existenz ist.

Das 1. Buch Mose sagt eindeutig aus, dass der Mensch zum Ebenbild Gottes, des Geistes – des einzigen Schöpfers – erschaffen wurde. In Wirklichkeit sind Geist und die geistige Schöpfung das Alles-in-allem der Existenz. Korrektes Folgern bedeutet, diese mächtige Wahrheit zu bestätigen und zu verstehen.

Wenn unser Verständnis zunimmt, ist es natürlich für uns, gleichbleibender vom Standpunkt einer geistigen Existenz zu folgern. Ein auf der Realität geistiger Existenz beruhendes Folgern führt zu korrekten Entscheidungen und Handlungen.

Hiob sagte über Gott: „Doch er ist der Eine; wer will ihm wehren?“ (Hiob 23:13). Das eine göttliche Gemüt, Gott, kennt den Menschen als seinen vollständigen Ausdruck, seine geistige Idee. Das Gemüt befähigt jeden von uns, unser Wesen als absolut geistig zu erkennen. Diese Fähigkeit ist unser göttliches Recht als der individuelle Ausdruck des göttlichen Gemüts.

Die machtlose Tätigkeit, die uns zu einer von der Allheit geistiger Existenz abweichenden Denkweise verleiten möchte, wird in der Christlichen Wissenschaft als tierischer Magnetismus bezeichnet. Wenn er könnte, würde tierischer Magnetismus uns dazu bringen, im Geiste mit einem Gefühl von Existenz zu streiten, die rein materiell ist und weder Göttlichkeit noch Wirklichkeit enthält. Er möchte uns verwirren, in Argumente verstricken und von dem Pfad rechten Denkens und Handelns abbringen. Doch in Wirklichkeit ist er nichts; er hat kein Gemüt, mit dem er bestehen oder handeln kann.

Geistiges Folgern führte mich dazu, die Integrität der Wahrheit zu spüren.

Das Gegenmittel ist, bewusst zu bekräftigen, dass Gottes absolute, allwissende, heilige Macht die einzige Macht ist. Durch diese Wahrheit ist tierischer Magnetismus, einschließlich Furcht, machtlos. Er kann den Fluss des Gebets und unsere Empfänglichkeit für das göttliche Gute nicht aufhalten. Und da unsere geistige Überzeugung, unser Gebet, sich auf Gottes Macht stützt, können wir uns weigern, Furcht oder Widerstand jeder Art Herrschaft zu geben. Nichts kann uns zwingen, dem Widerstand zu glauben, mit ihm zu argumentieren, zu streiten oder Kompromisse einzugehen. Es mag den Anschein haben, doch Widerstand gegen die Wahrheit kommt weder von einer Person noch von einem Umstand. Er ist nichts als eine unpersönliche, suggestive Täuschung. Gott und Sein Kind haben nichts damit zu tun.

Nehemias Feinde versuchten viermal, ihn anzulocken, um mit ihnen zu argumentieren. Doch er antwortete ihnen jeweils „auf dieselbe Weise“ und ließ sich nicht ablenken. Das große Werk von Nehemia und sein von Gott gelenkter Auftrag konnten nicht gestört werden. Gott gibt jedem von uns die Fähigkeit, jede irrige Suggestion zu erkennen und vollständig zurückzuweisen, egal wie oft sie zurückkommt.

Bei zwei der drei Male, wo Christus Jesus in der Wüste vom Teufel versucht wurde, ging es darum, sich nicht nach oben, sondern unten zu bewegen. Der Teufel sagte: „Wirf dich hinab“ und versprach ihm Reichtümer, „wenn du niederfällst und mich anbetest“ (Matthäus 4:6, 9). Doch Jesus ließ sich nie dazu herab, mit dem irrigen Glauben an eine von Gott getrennte Macht zu argumentieren. Das Verständnis seines geistigen Seins als der Christus befähigte ihn, seine geistige Gesinnung aufrechtzuerhalten. Die Tatsache, dass er sich nicht dazu herabließ, mit dem Widerstand jeder Art zu streiten, hat zu den vielen Heilungen geführt, die für uns alle ein Vorbild sind. Derselbe machtvolle Christus ist heute und immer aktiv und hebt unser Denken höher als jedes Argument des Irrtums.

Im sechsten oder siebten Jahr meiner Geschäftstätigkeit ergab sich die Gelegenheit zu einer sehr lukrativen Beziehung mit einem Lieferanten. Doch dann wurde mir gesagt, dass der Vertrag gewisse „Voraussetzungen“ erforderte, und die entsprachen keineswegs meinem Verständnis von ethischer Geschäftsführung. Die Entscheidung lag bei mir. Es gab mehrere interne Besprechungen, bei denen es meist um die Annahme ging, dass es in der Geschäftswelt halt so zuging. Ich wusste, was richtig war, doch die gegenteiligen Argumente waren hartnäckig und überzeugungskräftig.

Ich erkannte die Versuchung, auf der Grundlage zu argumentieren, dass „es in der Geschäftswelt halt so zugeht“, doch ich ließ mich davon nicht herabziehen. Geistiges Folgern überzeugte mich von der Integrität der Wahrheit, und ich vertraute darauf, dass die Wahrheit mich führen würde. Die Beziehung kam nicht zustande, und obwohl sich dies vorübergebend negativ auf das Geschäft auswirkte, war so das Fundament für spätere Verträge mit Lieferanten gelegt, die äußerten, dass ihr Vertrauen in die Integrität unseres Geschäfts der Grund für ihre Zusammenarbeit mit uns war.

Geistiges Folgern ist ein beständiges Abenteuer. Die Hingabe und das Durchhaltevermögen von Nehemia und seinen Nachfolgern wurden mit dem erfolgreichen Wiederaufbau der Stadtmauer belohnt. Unser Durchhaltevermögen darin, von der Grundlage einer geistigen Existenz aus zu folgern, wird ebenfalls belohnt. Wenn wir geistig wachsen und danach streben, unsere gottgegebene christliche Natur auszudrücken, können wir voll Zuversicht zu jedem Widerstand sagen: „Ich habe ein großes Werk auszurichten, ich kann nicht hinabkommen. Warum sollte das Werk liegen bleiben, wenn ich sie verließe und zu euch hinabzöge?“

Übersetzt aus dem Christian Science Sentinel, Ausgabe 27. März 2017

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 29. Juni 2017 im Internet.

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