
Editorials
Wenn sich ein Schaf verirrt hat, schaut es gewöhnlich recht kläglich drein. Es spürt, wie sehr es seinen Hirten braucht, aber es sieht ihn nirgends.
Ich möchte gern ein Erlebnis mit Ihnen teilen. Ich bin dreizehn Jahre alt, und von meinem dritten Lebensjahr an habe ich die christlich-wissenschaftliche Sonntagsschule besucht.
Die Christliche Wissenschaft heilt. Ein Blick auf die Zeugnisse in dieser Ausgabe des Herolds versichert dem Leser, daß die Christliche Wissenschaft nicht nur seelisch, sondern auch körperlich gesund macht.
Hören, horchen, gehorchen. Diese Wörter haben dieselbe sprachliche Wurzel.
Die Christliche Wissenschaft offenbart G ott als das vollkommene, unendliche G emüt und den Menschen als das vollkommene Ebenbild oder die vollkommene Widerspiegelung dieses Gemüts. Aber wie die meisten von uns den Menschen sehen, scheint er sowohl materiell wie geistig zu sein und Leben und Tod, Krankheit und Gesundheit, gute Beweggründe und schlechte Beweggründe, L iebe und Haß usw.
Es ist ein Fehler zu glauben, daß die Menschen der Welt Vollkommenheit aufzwingen können. Brüderliche Liebe mit ihren charakteristischen Merkmalen Langmut, Friede, Gerechtigkeit und Zuneigung stellt sich mit Sanftheit im menschlichen Bewußtsein ein.
Es scheint heute ungemein leicht zu sein, dem Hauptstrom des menschlichen Lebens und denen, die wir gern für Zustände, wie wir sie sehen, verantwortlich machen, entfremdet zu werden. Ja, manche Menschen schlagen entsetzt die Hände überm Kopf zusammen, wenn sie die Probleme der Welt betrachten, und suchen Zuflucht in einer Lebensform, die im Gegensatz zum Althergebrachten steht.
Wenn wir uns mit schwierigen Situationen abmühen, haben wir manchmal den Eindruck, wir seien hilflose Opfer von Umständen geworden, über die wir keine Gewalt haben. Hilflosigkeit deutet auf einen Kräfteverfall hin, auf die Unfähigkeit, sich zu verteidigen oder zu schützen.
Die Christliche Wissenschaft hat der Menschheit einen bemerkenswerten Dienst erwiesen, indem sie enthüllte, wie überaus praktisch es ist, ein sittliches Leben zu führen. Dieser Wissenschaft gemäß ist es notwendig, daß wir Güte walten lassen und sie nicht einfach als ein erhabenes Ideal ansehen, das nach Belieben angenommen oder zurückgewiesen werden kann.
Dieser dem Wohlwollen und der Liebe entspringende Zuruf ergeht an die jungen Menschen von denen, die auf ihr Wohl bedacht sind: von ihren Eltern, den anderen erwachsenen Mitgliedern ihrer Familie, ihren Lehrern. Wenn er an einen jungen Menschen gerichtet ist, der dazu neigt, seine Möglichkeiten zur eigenen Förderung ungenutzt zu lassen, kann er für ihn eine ernste Mahnung sein, denn, in Mary Baker Eddys Worten, „wenn durch unbedachtes Reden oder Handeln das verläßliche Jetzt verlorengeht, so kommt es nicht wieder zurück“ The First Church of Christ, Scientist, and Miscellany, S.