Naturgemäß haben die meisten von denen, die durch die Christliche Wissenschaft Gutes erlangt haben, den ernsten Wunsch, zu verstehen, warum und wie sie geheilt worden sind, selbst nachdem der Arzneimittellehre zufolge keine Rettung zu erwarten war. In den meisten Fällen sind sie erst dann zufrieden, wenn sie angefangen haben, in unserm Lehrbuch zu forschen und dessen Lehren zu demonstrieren. Haben sie erst die Wahrheit selbst erprobt, so fangen sie an, ihren Wert fürs tägliche Leben zu erkennen, sei es auf dem Büro, im Kaufladen oder im Heim, und der Wunsch nach einer höheren Erkenntnis regt sich. Jedoch wie in allen Wissenschaften, so gilt auch in der Christlichen Wissenschaft die Regel: „Ohn’ Fleiß kein Preis”, und wer sich die Wahrheit aneignen will, muß beharrlich in der Bibel und in Wissenschaft und Gesundheit forschen — muß seine Probleme den in diesen Büchern festgelegten Regeln gemäß lösen.
Je mehr der Christliche Wissenschafter in diese wunderbare Wahrheit eingedrungen ist, desto mehr wird er die große Notwendigkeit erkennen, das Gelernte in die Tat umzusetzen. Als ersten Schritt in dieser Richtung schlage er Seite 400 unsres Lehrbuchs auf und lese aufmerksam die folgenden Worte: „Die christlich-wissenschaftliche Praxis beginnt mit Christi Grundton der Harmonie: ‚Fürchtet euch nicht‘”; ferner die Ermahnung auf Seite 192: „Das Böse ist keine Macht.” Wer sich fürchtet oder dem Bösen Macht zugesteht, nimmt an, daß es außer Gott einen Schöpfer gebe. Es ist dies eine Annahme, die im wesentlichen den Grundsatz der Christlichen Wissenschaft leugnet: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.”
Mrs. Eddy äußert sich an vielen Stellen in Wissenschaft und Gesundheit in ähnlicher Weise; so besonders auf Seite 454, wo sie schreibt: „Das Verständnis der göttlichen Allgewalt, sogar mir in geringem Grade, zerstört die Furcht und stellt die Füße auf den rechten Pfad — den Pfad, der zu jenem Hause führt, das nicht mit Händen gemacht ist, sondern ‚ewig ... im Himmel‘ ist. Menschlicher Haß hat keine gesetzmäßige Vollmacht und kein Reich. Die Liebe thront. Die absolute Christliche Wissenschaft lehrt, daß das Böse oder die Materie weder Intelligenz noch Macht besitzt, und dies ist die große Wahrheit, die dem Irrtum jede Maske abreißt.” Sich der Furcht hingeben heißt die Allgegenwart und Allmacht der Wahrheit leugnen, denn wenn Gott überall ist und allen Raum erfüllt, dann hat das Übel weder Raum noch Macht. Solche und ähnliche Erklärungen geben den Christlichen Wissenschaftern den Mut und die Freudigkeit, jeder Erscheinungsform des Übels mit Entschiedenheit entgegenzutreten. Die Erkenntnis, daß Gott allmächtig ist, läßt die Annahme nicht zu, daß es eine andre Macht gebe, Übel genannt; sie vernichtet die Furcht vor dem, was nicht besteht.
Um konsequent zu sein, müssen die Christlichen Wissenschafter wissen, daß, wenn sie die Ermahnung beherzigen: „Tue recht und scheue niemand”, ihnen kein Leid geschehen kann. Glauben sie dies bestimmt, dann werden sie ohne Furcht sein. Auf Seite 442 unsres Lehrbuchs hebt Mrs. Eddy dies ganz besonders hervor, und wenn wir ihre Ermahnung befolgen, werden wir erkennen, daß weder eine Person noch ein Ort noch ein Ding dem Christlichen Wissenschafter Schaden zufügen kann, der „mit dem Panzer der Liebe angetan” ist (Wissenschaft und Gesundheit, S. 571) und Christus getreulich nachfolgt. Wer in dem Lehrbuch auch nur das kleinste Körnlein der Christlichen Wissenschaft gefunden hat, besitzt ein genügendes Maß der Erkenntnis, um sich von Furcht befreien zu können, und es ist seine Pflicht und sein Vorrecht, die ihm von Gott verliehene Freiheit von jeder Annahme, die ihn unterjochen möchte, geltend zu machen. Der Psalmist sagt: „Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück: denn Du bist bei mir.” Er hatte das feste Vertrauen auf die schützende Macht der göttlichen Liebe, auf die der Apostel hinweist, wenn er sagt: „Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibet die Furcht aus”; und die Christlichen Wissenschafter haben zu ihrem Heil gelernt, wie man sich „die völlige Liebe” nutzbar machen kann. Ganz gleich, wie dunkel die Wolken der Entmutigung und des Zweifels, die sich um uns gelagert haben: wir wissen, daß hinter ihnen die ewige Klarheit der „Sonne der Gerechtigkeit” ist, mit „Heil unter ihren Flügeln”, bereit, alle Schatten zu zerteilen und uns mit der Glorie seines Kommens zu umgeben. Niemand kann uns schaden, niemand kann uns erschrecken, solange wir auf den vertrauen, „bei welchem ist keine Veränderung noch Wechsel des Lichts und der Finsternis.”
