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Geistesheilung

Aus der März 1915-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Die Tatsache, daß Jesus das Heilungswerk in solch umfangreicher Weise betrieb und von seinen Nachfolgern betreiben ließ, läßt erkennen, daß er diesem Teil seiner Amtstätigkeit einen höheren Wert beimaß, als die meisten seiner erklärten Nachfolger zuzugeben bereit sind. Es ist jedoch zu beachten, daß das Erlangen von körperlicher Gesundheit gemäß dem Christus-Verfahren die Bedeutung eines solchen Geschehnisses nur sehr unvollkommen darstellt. Wenn Krankheit auf diese Weise dem geistigen Verständnis unterworfen wird, so ist dadurch nicht nur die Richtigkeit der Worte Jesu festgestellt: „Die Wahrheit wird euch freimachen”, sondern es wird auch seine Lehre über Gott, den Menschen und das Übel als wahr bewiesen. Der Skeptizismus unsrer Zeit hat somit keine Ursache und ist unentschuldbar.

Für alle, die einen offenen Sinn haben, entscheiden die unleugbaren, durch die Christliche Wissenschaft bewirkten Heilungen auf immer die Frage, ob es möglich sei, das materielle Gesetz aufzuheben. Dies führt zur Erforschung all der tieferen Fragen des Lebens. In der Christlichen Wissenschaft ist die körperliche Heilung, die der wahrhaft Gläubige an sich erfährt, immer eine beiläufige Wirkung — die Folge einer weit größeren Erlösung. Obgleich viele nur wegen körperlicher Leiden um Beistand bitten, so ist doch das ihnen vorgesteckte Ziel stets geistiger Art. Der logische Zusammenhang einer augenblicklichen Erleichterung mit dem höheren, endgültigen Gewinn ist wohl des Nachdenkens wert.

Nach der Meinung weltlich gesinnter wie auch vieler christlich denkender Menschen hat der Begriff Gesetz nur mit der materiellen Weltordnung zu tun, und es hat für sie den Anschein, als stellten die tragischen Ereignisse in der Welt die Weisheit. Gerechtigkeit und Liebe des Allmächtigen ernstlich in Frage. Das Heilen der Christlichen Wissenschaft, wie es in unsern Tagen stattfindet, macht eine Umgestaltung des vorherrschenden Begriffs von Gesetz nötig; es weist darauf hin, daß das göttliche Gesetz und das materielle Gesetz direkte Gegensätze sind. Dies bewies der Meister durch seinen Sieg über Sünde, Krankheit und Tod.

Nichts bewirkt eine größere Umwandlung im menschlichen Bewußtsein als die Erkenntnis dieser Tatsachen. Sie gibt uns einen neuen Begriff von Gesetz und vom Gesetzgeber, von Gott und Seiner Herrschaft. Die Möglichkeit, durch das Erlangen des geistigen Bewußtseins körperlichen Leiden zu entgehen, läßt erkennen, daß Krankheit samt allem, was mit ihr zusammenhängt, das Gegenteil der Wahrheit ist. Sie kann ebensowenig die Substanz des Geistes haben wie Finsternis die Substanz des Lichtes hat. Die Wahrheit kann nichts ausscheiden, was wahr ist. Demnach hat das Übel mit all seinen sogenannten Kräften und Gesetzen nichts mit der Wahrheit und ihren Kundwerdungen gemein; es ist unwirklich, ein Produkt des falschen Sinnes, das in dem Maße verschwindet, wie die Gotteserkenntnis wächst. So werden wir durch die Demonstration des geistigen Heilens zur Erkenntnis der Wahrheiten des Seins geführt, zur Erkenntnis des ewig Positiven, das Jesus erklärte; und diese Erkenntnis ist die Substanz des Glaubens. Das unmittelbare Resultat ist ein höheres Verständnis von der Macht des rechten Bewußtseins und von dem Vorrecht, „ein vollkommener Mann [zu] werden, der da sei im Maße des vollkommenen Alters Christi”.

In dem Maße dieses Verständnisses muß die Furcht vor dem Übel verschwinden — diesem Schreckgespenst selbst religiös gesinnter Menschen. Die Erkenntnis der Allheit Gottes vertreibt unfehlbar Sorge und Furcht. „Fürchte dich nicht, denn Ich bin mit dir”. Diese tröstenden Worte werden jetzt besser verstanden denn je zuvor, und die Menschen streifen somit immer mehr ein Hemmnis ab, im Vergleich zu welchem Physische Krankheiten geringfügig erscheinen. Bei dem wahren Christlichen Wissenschafter sind Furcht und Sorge verbotene Gäste, und der Friede, „welcher höher ist denn alle Vernunft”, ist sein bleibender Gefährte.

Die höhere Bedeutung des geistigen Heilens ist die, daß es zu einer Erkenntnis des wahren Seins führt. Es bestätigt „die Wissenschaft von Gottes unwandelbarem Gesetz” (Wissenschaft und Gesundheit, S. 135) und flößt einen erhebenden Begriff von der Hoheit des Menschen ein, so daß eine christusgleiche Lebensweise zur Möglichkeit wird.

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