Im fünften Buch Mose lesen wir: „Wir waren Knechte des Pharao in Ägypten, und der Herr führte uns aus Ägypten mit mächtiger Hand”. Ich bin in der Knechtschaft manches harten Bedrückers gewesen, einschließlich einer zarten Gesundheit, ferner Sorge wegen der Krankheit eines Verwandten und eines Gefühls der Ungerechtigkeit. Ein Exemplar einer alten Auflage von „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift” von Mary Baker Eddy lag seit Jahren ungelesen in unserem Hause. Ich schlug es auf, weil ich sehr gern Englisch las, konnte aber keinen Sinn darin finden. Obwohl ich die Kirche, in der ich auferzogen wurde, gern hatte, zeigte ich doch kein tätiges Interesse für sie und suchte Trost hauptsächlich in Büchern und menschlichem Mitleid. Erst als sich dieses als ein zerbrochenes Rohr erwies und Gesundheit und Kraft mir zu entschwinden schienen, war der Boden für den guten Samen bereit.
Als ich schwach und entmutigt im Bett lag, wurde ich dazu getrieben, das „Büchlein”, das lange Zeit ungeöffnet dagelegen hatte, wieder zur Hand zu nehmen; und nun war seine Bedeutung klar und schön! Ich wußte damals nicht, daß viele Menschen durch das Lesen dieses Buchs geheilt worden waren. Doch ich vertiefte mich in die erleuchteten Blätter und las das Buch von Anfang bis zu Ende. Einige Tage, nachdem ich damit begonnen hatte, überkam mich eine himmlische Freude; und ich war ganz geheilt. Nicht nur wichen die Gebrechen von mir, mit denen ich gerade damals vorübergehend behaftet war, sondern auch einige Zustände, die für langwierig gehalten wurden, verschwanden gleichzeitig, und ich konnte mich nicht erinnern, daß ich mich vorher je so wohl gefühlt hätte.
Die mir von einem freundlichen Arzt verschriebenen Arzneien vernichtete ich und kaufte ein Exemplar der neuesten Ausgabe von Wissenschaft und Gesundheit, worin ich fleißig forschte, obwohl ich zuerst Widerstand überwinden mußte. Der Beweis der Liebe und der Kraft Gottes war so überzeugend, daß ich mich gezwungen sah, zu folgen, wohin die Wahrheit führte. Zur rechten Zeit konnte ich Mitglied Der Mutter-Kirche und einer Zweig-Kirche werden, wofür ich sehr dankbar bin; und dann tat sich der Weg auf, daß ich das große Vorrecht des Klassenunterrichts genießen konnte.
Meine erste Heilung fand im Jahre 1916 statt. Seitdem habe ich keinen andern Arzt als die Christliche Wissenschaft und fühle mich gesünder denn je zuvor. Daß das Verfahren wirksam ist, wenn sofortige Hilfe nötig ist, wurde bewiesen, als mich ein Gegenstand, den ein Knabe geworfen hatte, heftig ins Gesicht traf. Eine Vergegenwärtigung der in der Bibel und in Wissenschaft und Gesundheit enthaltenen Wahrheit stillte augenblicklich das Bluten und verminderte beträchtlich den Schmerz, beseitigte die Entzündung und heilte rasch und schön den Schnitt, die Quetschung und das Loch, die, wie man sagte, zu sehen waren.
Die Christliche Wissenschaft hat meinen Ausblick geändert und hat mir viele Fragen, die mich früher beunruhigten, beantwortet. Sie hat mich verstandesmäßig und geistig bereichert. Umstände, die der sterbliche Sinn gern hart genannt hätte, konnten mir den Frieden nicht rauben, von dem Jesus sagte: „Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt”. Es gab und gibt noch viele Lehren zu lernen, und „die größte unter ihnen” ist „die Liebe”. Doch was für ein Trost ist es, zu wissen, daß die Gottes-Wissenschaft für alle beweisbar und erreichbar ist, und daß jede Frage dem unfehlbaren Gesetz des göttlichen Prinzips gemäß gelöst werden kann!
Für diese und viele andere Segnungen danke ich Gott und Seinem Christus, die ich lieben lerne. Ich bin dankbar gegen Mrs. Eddy, deren erleuchtete Schriften das ganze menschliche Denken durchsäuern; dankbar gegen alle treuen Arbeiter in der christlich-wissenschaftlichen Bewegung und gegen die lieben Freunde, deren Hilfe und Beispiel den Weg oft erleuchtet haben.
Neuenburg, Schweiz.
