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„In meines Vaters Hause“

Aus der April 1953-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Die Christliche Wissenschaft ist diesem Zeitalter offenbart worden, um uns zu befähigen, die großen Wahrheiten der Bibel zu verstehen und anzuwenden; ja sie hilft uns beweisen, daß die kostbaren Verheißungen, die wir dort finden, auf alle Phasen des menschlichen Lebens angewandt werden können. Unsere liebe Führerin Mary Baker Eddy zeigt uns, wie diese Wahrheiten nutzbar zu machen sind, wenn sie in ihrer erleuchtenden Erklärung auf Seite 1 ihres Lehrbuches „Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift“ sagt: „Das Gebet, das die Sünder umwandelt und die Kranken heilt, ist ein absoluter Glaube, daß bei Gott alle Dinge möglich sind — ein geistiges Verständnis von Ihm, eine selbstlose Liebe.“

Im Leben eines jeden Menschen kommt wohl eine Zeit, wo er sich nach einem vollständigeren und harmonischeren Begriff von Heim sehnt und nach einem klareren Verstehen davon, was Heim eigentlich bedeutet. In den letzten Jahren hat das Angebot an Wohnungen nicht immer dem wachsenden Bedarf entsprochen. Das sterbliche Gemüt, das angebliche Gegenteil des einen unendlichen göttlichen Gemüts, glaubt, dies sei der Fall, weil jahrelang, während des Zweiten Weltkrieges, jede normale Bautätigkeit unterbrochen war. Menschliche Schlußfolgerungen klingen oft dem überzeugend, der noch keinen Schimmer von der Wahrheit erhascht hat, daß Gott Vater und Mutter des Menschen ist und stets für ein jedes Seiner Kinder eine sichere Heimstätte bereit hat.

Kurz ehe der Meister seine Jünger verließ und wohl fühlte, daß sie Trost und die Versicherung einer bleibenden Heimstätte besonders nötig hatten, sagte er zu ihnen (Joh. 14:2): „In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn's nicht so wäre, so wollte ich zu euch sagen: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten.“ Und wir sollten nicht vergessen, daß er sie, ehe er ihnen diese Verheißung gab, ermahnt hatte, den Mut nicht sinken zu lassen, sondern seinen Worten der Wahrheit zu glauben, ebenso wie sie Gott, dem unendlichen Guten, glaubten. Mit anderen Worten, die Erfüllung der Verheißung wurde abhängig gemacht vom geistigen Verständnis und dem festen Glauben an die Wahrheit, die er sie gelehrt hatte. Einer Wissenschafterin brachte Mrs. Eddys Deutung des letzten Verses im 23. Psalm einen Schlüssel zu den oben angeführten Worten Jesu (Wissenschaft und Gesundheit, S. 578): „Und ich werde bleiben im Hause des Herrn [dem Bewußtsein der Liebe] immerdar.“

Es ist wohl undenkbar, daß es in der Liebe, die doch eine andere Bezeichnung für Gott ist, an irgend etwas Gutem fehlen kann, da die Liebe alles in sich schließt, was man brauchen oder sich wünschen mag. Sie umschließt alles, was mit der Idee des Heims in seinem wahrsten Sinne verknüpft ist: Liebe, Geduld, Sanftmut, Frieden, rechte Kameradschaft, Fülle, Vollständigkeit, Schönheit, Harmonie, Ordnung, Weisheit, Güte, Verständnis und dergleichen. Wir müssen uns jedoch der Gegenwart der Liebe bewußt sein, oder, mit anderen Worten, wir müssen im Bewußtsein der Liebe bleiben, müssen uns vergegenwärtigen, daß wir in Wirklichkeit nirgends anders sein können. Dann werden wir anfangen zu verstehen, daß diese Wahrheiten in Beziehung auf das Heim, wenn sie wirklich wertgehalten und im täglichen Leben angewandt werden, die Trugschlüsse des materiellen Sinnes mit seinen Zweifeln, Befürchtungen und Suggestionen des Mangels widerlegen und uns befähigen, zu erkennen, daß wir jetzt schon in unserm wahren Heim sind und in Wirklichkeit immer darin waren. Wir wissen, daß uns dieses Heim kein Sterblicher geben oder nehmen noch uns der Freude daran berauben kann. Die göttliche Liebe, ja die Liebe allein, hat es uns bereitet.

Da Jesus wußte, daß die Jünger einer großen Aufgabe entgegengingen, und daß sie nun die Wahrheiten, die er sie gelehrt hatte, nämlich, daß Gott allmächtig, allgegenwärtig und allwissend ist, im täglichen Leben demonstrieren mußten, gab Jesus ihnen nicht nur die Versicherung, daß es im Bewußtsein der Liebe viele Wohnungen gibt. Vielmehr sagte er ihnen voll tröstender, verständnisvoller Liebe: „Ich [der Christus] gehe hin, euch die Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, so will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, auf daß ihr seid, wo ich bin.“ Jesus war sich immer seines Einsseins oder seiner Verbundenheit mit der Liebe bewußt und verstand also, daß er nicht in der Materie, sondern in der Liebe weilte.

Mrs. Eddy sagt in ihrer Definition des „Christus“, er sei „die göttliche Offenbarwerdung Gottes, die zum Fleisch kommt, um den fleischgewordenen Irrtum zu zerstören“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 583). Suchte also Jesus nicht, seinen Nachfolgern klarzumachen, daß der Christus, den er so wunderbar verstand und ihnen vorlebte, immer — sowohl damals wie jetzt — mit ihnen sein und vor ihnen her gehen würde, wohin sie auch immer gingen. Auch wußte Jesus, wo der Christus im menschlichen Bewußtsein beherbergt würde, da wäre auch eine Stätte — eine sichere, geborgene, vollkommen angemessene Heimstätte — worin diese Wahrheiten gelebt und bewiesen werden könnten.

Wäre es nicht weise, über diese großen Lektionen nachzudenken, wenn wir bestrebt sind, den rechten Begriff von Heim zu demonstrieren? Wir wissen doch, daß die Wahrheiten, die Jesus seine Jünger lehrte, heute ebenso anwendbar für die Nachfolger Christi, der Wahrheit, sind, wie zu der Zeit, als er unter den Menschen wandelte.

Wenn wir einen verständnisvollen Glauben an Gott, das Gute, haben und unser Bewußtsein beständig von Gedanken der Wahrheit und Liebe erfüllt halten, so werden wir uns auch allzeit unserer wahren Heimstätte bewußt sein. Und können wir uns dann nicht auch auf die Verheißung verlassen, daß der Christus wirklich vor uns her gegangen ist, um einem jeden von uns die Stätte zu bereiten, und daß diese uns offenbart werden wird? Wenn wir also unbeirrt und verständnisvoll an der wissenschaftlichen Tatsache festhalten, daß das göttliche Gemüt die ganze Lage beherrscht, so können wir mit Recht erwarten, jene Worte des Meisters in Erfüllung gehen zu sehen: „Ihr seid, wo ich [Christus, die Wahrheit,] bin.“ Wenn das göttliche Gemüt uns zu der Stätte führt, die uns die Liebe bereitet hat, so werden wir in harmonischer Umgebung sein.

Vor einigen Jahren hatte die Verfasserin die Freude, mitzuerleben, daß sich diese Verheißungen erfüllten im Leben sehr lieber Verwandter, als diese die wahre Idee des Heims erkannten und demonstrierten. Man hatte ihnen ihre Wohnung gekündigt und obwohl sie taten, was sie konnten, war doch nichts Passendes zu finden. Nach sieben oder acht Monaten wurde ihnen ein letzter Räumungstermin von zehn Tagen gesetzt. Nun erst begann ein Mitglied der Familie wirklich ernste wissenschaftliche Arbeit für dieses Problem zu tun, und zusammen mit anderen Familienmitgliedern und einem Ausüber wurde beschlossen, täglich eine bestimmte Zeit dieser Arbeit zu widmen, um einen klareren Begriff von Heim zu erlangen und die sich entfaltenden Ideen praktisch anzuwenden.

Bei ihrem Forschen kamen ihr immer wieder die oben erwähnten Worte aus dem Johannesevangelium in den Sinn, und sie begann, jedem Wort nachzusinnen, wobei sie die Konkordanzen zu der Bibel und allen Werken Mrs. Eddys benutzte. Sie erlangte solch eine feste Überzeugung von der absoluten Wahrheit dieser Verheißungen und solch eine klare Erkenntnis alles dessen, was sie für die ganze Menschheit in sich schließen, daß nichts ihr Vertrauen auf ihre Demonstration erschüttern konnte.

Mehrere Tage vergingen ohne einen sichtbaren Beweis, daß irgend etwas erreicht worden war. Zwei Tage vor Ablauf des Termins suchten Entmutigung und das Gefühl einer Niederlage das Bewußtsein eines ihrer Angehörigen zu beunruhigen, doch diese Irrtüumer wurden zurückgewiesen, sobald sie geäußert wurden. Alle hielten nun fest an den Verheißungen Jesu und an der Gewißheit, daß sie in Erfüllung gehen würden, wenn sie alle wirklich daran glaubten. An demselben Tage fühlte sich gerade die Angehörige, deren Mut fast hatte sinken wollen, veranlaßt, eine Freundin zu fragen, ob sie vielleicht von einer freien Wohnung wüßte, und erhielt eine bejahende Antwort. Die Freundin wußte von einer Wohnung, die gerade freigeworden war.

Obwohl anfangs Schwierigkeiten und Hindernisse im Wege standen, waren sie alle am Abend des neunten Tages von der Liebe hinweggeräumt worden. Am folgenden Tage wurde jede Phase des Umzugs so vollkommen von der Weisheit geleitet, daß die Familie gegen Abend schon gemütlich im neuen Heim eingerichtet war. Seine Atmosphäre war soviel harmonischer als die des alten Heims, daß sie alle in tiefer Demut und Anerkennung des Segens nur sagen konnten: „Vater, wir danken Dir!“ Hier kam wahrhaftig das vollkommene Wirken der Liebe zum Ausdruck, denn auch die Liebe und Gemeinsamkeit, die einem Mitglied der Familie so wichtig schienen, waren nun in dem neuen Heim vorhanden.

Der Christus hat wahrlich eine Stätte für uns alle bereit. Laßt uns Anspruch darauf erheben, daß keine Annahmen des materiellen Denkens das Wirken des göttlichen Prinzips, der Liebe, vor uns verbergen können. Das Gemüt offenbart uns immerdar den rechten Begriff von Heim. Unsere Aufgabe ist es, täglich danach zu streben, die Eigenschaften Gottes widerzuspiegeln, die wir in unserm Heim ausgedrückt sehen möchten, das übrige jedoch Ihm anheimzustellen.

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