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Ein gesegnetes Amt

[Urtext in deutscher Sprache]

Aus der November 1963-Ausgabe des Herolds der Christlichen Wissenschaft


Die christlich-wissenschaftliche Sonntagsschule ist eine der inspirierten Einrichtungen, die Mrs. Eddy ins Leben gerufen hat. Das Unterrichten in der Sonntagsschule ist ein gesegnetes Amt. Es ist ein großes Vorrecht und eine heilige Pflicht, das kindliche Denken mit dem Brot Gottes zu speisen.

Wenn jemand aufgefordert wird, in einer christlich-wissenschaftlichen Sonntagsschule zu unterrichten, so erhält er damit eine gottgegebene Gelegenheit zu weiterem geistigen Fortschritt. Mit dieser Aufgabe ist jedoch eine Verantwortung und eine Pflicht verbunden, die geistige Hingabe und Demonstration verlangen. Wenn diese große Gelegenheit an einen Wissenschafter herantritt, wird er vielleicht den biblischen Bericht hilfreich finden, wonach Moses Einwendungen machte, als er von Gott den Befehl erhielt, die Kinder Israel aus Ägypten zu führen.

Wir lesen im 2. Buch Mose (4:10), daß Moses zu dem Herrn sagte: „Ich habe eine schwere Sprache und eine schwere Zunge.“

Und Gott antwortete: „Gehe nun hin: Ich will mit deinem Munde sein und dich lehren, was du sagen sollst.“

Möge diese tröstende Botschaft ein Leitgedanke sein für alle, die mit einem Amt in ihrer Kirche betraut werden; sie wird ihnen die Gewißheit geben, daß ihnen das notwendige geistige Verständnis zuteil werden wird, wenn sie ihre Einheit mit Gott als dessen Widerspiegelung beanspruchen.

Die von dem Sonntagsschullehrer geforderte Vorbereitung besteht unter anderm in einem sorgfältigen Studium der im Vierteljährsheft der Christlichen Wissenschaft angegebenen wöchentlichen Lektionspredigt. Das bedingt ein eingehendes Studium der Bibel in Verbindung mit dem Lehrbuch „Wissenschaft und Gesundheit“ von Mary Baker Eddy. Gemäß Artikel XX des Handbuchs Der Mutterkirche von Mrs. Eddy sollte der Lehrer durch sein Studium in der Lage sein, den Schülern ein grundlegendes Verständnis von den Lehren der Christlichen Wissenschaft [Christian Science] zu vermitteln wie auch von den Zehn Geboten, dem Gebet des Herrn, der Bergpredigt und anderen Bibelstellen.

Oft wird davon gesprochen, daß manche Schüler unaufmerksam und gleichgültig seien. In einem solchen Falle ist bessere Arbeit durch eine bessere Vorbereitung des Lehrers erforderlich. Es ist auch zweckmäßig, die Kinder dadurch zur Beteiligung anzuregen, daß man sie Fragen stellen und die Antworten finden läßt.

Zu wissen, daß es in Wirklichkeit nichts außerhalb der Gegenwart Gottes gibt und daher auch nichts, was Unruhe stiften könnte, ist stets hilfreich. Was manchmal Gleichgültigkeit zu sein scheint, mag als Widerstand gegen die geistige Idee erkannt werden, die sich im Bewußtsein entfaltet; aber in Gottes Gegenwart kann es keinen solchen Widerstand geben. Dies zu wissen gibt Sicherheit und Kraft.

Die Schüler sollten erkennen lernen, daß die Christliche Wissenschaft [Christian Science], das Gesetz Gottes, des Guten, heute ebenso beweisbar ist wie zu Jesu Zeiten und daß sie heute wie damals die Kranken heilt und die Sünder umwandelt. Der Sonntagsschullehrer empfindet besondere Freude, wenn er sieht, wie empfänglich selbst die kleinsten Sonntagsschulkinder für die Wahrheiten dieser Wissenschaft sind und mit welchem Ernst sie an ihre geistige Arbeit gehen und diese Wahrheiten demonstrieren.

Mit den Aufgaben eines Sonntagsschullehrers ist die Pflicht verbunden, in dem Bewußtsein des Kindes ein Fundament zu legen, damit es im weiteren Verlauf seines menschlichen Daseins alle sogenannten Probleme ausarbeiten kann und seinen Mitmenschen zu helfen vermag. Wie Mrs. Eddy auf Seite 202 in „Wissenschaft und Gesundheit“ betont: „Die wissenschaftliche Einheit, die zwischen Gott und dem Menschen besteht, muß im praktischen Leben ausgearbeitet werden, und der Wille Gottes muß allüberall geschehen.“

Die Verfasserin hatte den Vorzug, mehrere Jahre in einer Sonntagsschule zu unterrichten. Erst heute kann sie richtig ermessen, wie segensreich und nützlich diese Zeit für ihren geistigen Fortschritt war. Dies wurde durch mehrere sofortige Heilungen bestätigt, die sie während jener Zeit erlebte.

Eines Sonnabends hatte sie plötzlich einen schmerzhaften Anfall von Ischias. Obwohl sie dessen Wirklichkeit sofort leugnete und die große Wahrheit behauptete, daß der Mensch im Gegensatz zu der Annahme, daß er materiell sei, Gottes geistiges Ebenbild ist und es stets war, schien der Irrtum nicht zu weichen.

Es war ihr klar, daß es wegen der Kürze der Zeit unmöglich sein würde, einen Vertretungslehrer zu finden. Und es wurde ihr ferner klar, daß es in der göttlichen Wirklichkeit nichts geben konnte, was sie von ihrem rechten Platz fernzuhalten vermochte. Sie legte sich daher mit der festen Überzeugung zu Bett, daß alles stets in Ordnung ist.

Als sie sich jedoch am nächsten Morgen erheben wollte, konnte sie sich nicht bewegen. Außerdem schien sie nicht genug Verständnis zu haben, um diesen Zustand zu überwinden. In ihrer Not betete sie innig um Erleuchtung. Stellen aus der Lektionspredigt, die sie die Woche hindurch studiert hatte, halfen ihr ebenfalls.

Mit einem Mal begann sie folgendermaßen zu überlegen: Wenn Gott Alles ist, dann ist Er nicht nur allmächtig, sondern auch allgegenwärtig; in Seiner Liebe gibt es keinen Raum für irgend etwas, was Ihm entgegengesetzt ist. Von Gott allein kommt das Verständnis, und damit haben wir alles, war wir brauchen. Plötzlich wurde sie sich bewußt, daß sie neben ihrem Bett stand und daß alles wie ein böser Traum verflogen war. In ihrer großen Dankbarkeit erschien ihr die Sonntagsschulstunde an jenem Morgen ganz besonders gesegnet.

Wenn wir die Macht Gottes durch das Verständnis der geistigen Wahrheiten anrufen, ist zu allen Zeiten Heilung gewiß. Diese Heilungen befähigen uns, Gott und unseren Mitmenschen selbstlos zu dienen. So erschließt sich denen, die Gott lieben, ein innerer Reichtum, den die Welt nicht kennt. Auf eine solche geistige Grundlage gestellt, kann jedes Amt in einer christlich-wissenschaftlichen Kirche für den, der sich ihm ernsthaft widmet, zu einem gesegneten Erlebnis werden.

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