Für die meisten Menschen dreht sich das menschliche Leben um das ständige Bemühen, den vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden, die der Unterhalt, die Gesundheit, menschliche Wünsche und die Forderungen des Fortschritts in der von uns gewählten Tätigkeit an uns stellen. Da das menschliche Gemüt diese Forderungen als von Natur aus materiell ansieht, sucht es sie natürlich durch materielle Mittel zu befriedigen. Aber was man auch immer für die notwendige Versorgung hält, sei es Geld, Medizin oder eine geeignetere Stellung, sie wird stets aus einer Quelle erwartet, die gänzlich getrennt ist von der, aus der die Forderung hervorgegangen zu sein scheint.
Diese Auffassung von den Anforderungen des Lebens und den Mitteln, mit denen wir ihnen gerecht werden, steht in direktem Gegensatz zu den Lehren der Christlichen Wissenschaft [Christian ScienceSprich: kr’istjen s’aiens.]. Diese Lehren sind Gottes Offenbarung des Christus, der absoluten Wahrheit des Seins, die Mary Baker Eddy zuteil wurde und schließlich in der Christlichen Wissenschaft [Christian Science] zur vollen wissenschaftlichen Entfaltung kam. Es ist dies die Wissenschaft, die von Christus Jesus bewiesen wurde, der allein durch sein Verständnis von Gott augenblicklich jede Forderung nach Gesundheit, Versorgung und sogar nach Leben befriedigte.
Auf die kürzeste Weise, die möglich ist, zusammengefaßt, erklären diese Lehren, daß Gott Alles-in-allem ist. Diese grundlegende Wahrheit enthält die volle Lösung für das menschliche Ringen nach jener materiellen Versorgung, die alle berechtigt erscheinenden materiellen Forderungen zu befriedigen verheißt; aber diese Lösung ist geistiger Art. Wir müssen das Wesen des All-Gottes verstehen, um diese Erklärung praktisch anwendbar zu machen und uns ihrer erfolgreich zu bedienen, wenn es gilt, alle nur möglichen Forderungen durch die Demonstration der steten Gegenwart wahrer Versorgung wirklich zu befriedigen.
Die Christliche Wissenschaft [Christian Science] erklärt, daß Gott göttliches Gemüt ist und daß dieses Gemüt im höchsten Grade gut ist, weil es die eine unendliche, allerhabene Intelligenz ist. Daher ist Gemüt göttliche Liebe, göttlicher Geist. Weil Gott, Geist, das einzige Gemüt ist, ist Er auch der einzige Schöpfer, in der Christlichen Wissenschaft [Christian Science] göttliches Prinzip genannt. Die Schöpfung des Geistes besteht aus geistigen Ideen, die ganz natürlich das genaue Wesen ihrer Quelle oder ihres Schöpfers ausdrücken.
Der Mensch ist ein intelligentes, lebendes Wesen. Weil sowohl Intelligenz als auch Leben eindeutig geistig sind und voneinander untrennbar sind, können sie niemals in der Materie enthalten sein, und keine ihrer Ausdrucksformen ist den Begrenzungen und der zeitlichen Natur der Materie unterworfen. Daher ist der Mensch unsterblich, geistig, ein individuelles Bewußtsein, der unendliche Ausdruck oder das genaue Gleichnis des Geistes, Gottes. Gott ist sein Gemüt, und Gott ist sein Leben. Er wird daher von Gott erhalten und wird von Ihm immerdar mit allem versorgt, was er braucht, um die Vollständigkeit Gottes und seine Untrennbarkeit von Ihm zu bekunden.
Der Mensch lebt im grenzenlosen geistigen Universum Gottes, in dem es keine unbefriedigten Bedürfnisse gibt, keine unerfüllten Forderungen, keine ungenutzte Versorgung, denn sowohl Nachfrage als auch Angebot kommen von Gott; das eine besteht nicht ohne das andere.
Der Christliche Wissenschafter ist sich darüber klar, daß es trotz allen materiellen Sinnenzeugnisses nicht die Materie oder ein materieller Umstand ist, sondern allein Gott, der Forderungen an uns stellt, und es sind stets Forderungen nach einer noch getreueren Demonstration der von Ihm verliehenen göttlichen Eigenschaften, mit denen Er uns auf ewig in unbegrenztem Maße versorgt. Unsere Führerin Mrs. Eddy lehrt (Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 184): „Wahrheit, Leben und Liebe sind die einzigen rechtmäßigen und ewigen Forderungen an den Menschen; sie sind geistige Gesetzgeber, die durch göttliche Satzungen Gehorsam erzwingen.“
Wenn wir glauben, daß die an uns gestellten Forderungen materieller Art seien, weil sie materiellen Umständen zu entspringen scheinen, und daß wir daher die erforderliche Versorgung aus einer materiellen Quelle erwarten müßten, so stimmen wir der Suggestion des tierischen Magnetismus zu, nämlich daß der Mensch ein materieller Sterblicher sei, der in einem materiellen Universum lebt, in dem sein Leben, Unterhalt, Fortschritt und Glück von Zufall oder von blinden materiellen Gesetzen abhängen.
Zu verstehen, daß alle richtigen Forderungen von Wahrheit und Liebe ausgehen, heißt jedoch wissen, daß die göttliche Forderung in sich selbst ein Hinweis auf die gegenwärtige Verfügbarkeit der Versorgung ist, die wir brauchen, um die Forderung zu befriedigen. Mrs. Eddy stellt dies mit unmißverständlicher Klarheit fest (Vermischte Schriften, S. 16): „Das Prinzip des Christentums ist unendlich, es ist in der Tat Gott, und dieses unendliche Prinzip stellt unendliche Forderungen an den Menschen; diese Forderungen sind göttlicher, nicht menschlicher Natur, und des Menschen geistige Fähigkeit, sie zu erfüllen, stammt von Gott, denn da der Mensch Sein Bild und Gleichnis ist, muß er die volle Herrschaft des Geistes widerspiegeln und damit ihre höchste Gewalt über Sünde, Krankheit und Tod.“
Wird von uns mehr Energie, mehr Ausdauer gefordert? Lassen Sie uns daran denken, daß dies in Wirklichkeit geistige Eigenschaften sind. Wenn sie aus einem guten Grunde gefordert werden, dann stammt dieses Gute von Gott, und die Tatsache, daß es gut ist, wird uns dazu inspirieren, uns mit größerer Selbstvergessenheit zu bemühen, die erforderliche Kraft auszudrücken. Unsere Führerin beschreibt die außergewöhnliche körperliche Widerstandskraft Florence Nightingales und erklärt eindeutig in „Wissenschaft und Gesundheit“, daß es die geistige Forderung war, die sie befähigte, die rein physische Forderung zum Schweigen zu bringen und ihr dadurch die Energie und Ausdauer verlieh, die für diese ihr von der Liebe zugewiesene Aufgabe erforderlich war (siehe S. 385).
Ferner spricht Mrs. Eddy von der Kraft, die den Muskeln innezuwohnen scheint, und erklärt, daß die Kraft nicht in ihnen ist, denn Muskeln sind nicht selbsttätig, sondern bewegen sich nur aufgrund des mentalen Impulses. Mrs. Eddy kleidet ihre wissenschaftliche Schlußfolgerung, die in der Ausübung der Christlichen Wissenschaft viele Male bewiesen worden ist, in folgende Worte (ebd., S. 199): „Daher die große Tatsache, daß Gemüt allein durch seinen Befehl den Menschen stärker und kraftvoller macht, und zwar weil Gemüt Kraft fordert und mit Kraft versorgt.“
Haben wir das Empfinden, daß wir mehr Zeit brauchen, um unsere Aufgaben zu erfüllen? Die Christliche Wissenschaft [Christian Science] zeigt, daß Zeit keine absolute Einheit, sondern ein relativer oder menschlicher Begriff ist, ein sterbliches Maß, das unter anderem behauptet, menschliche Leistungen zu bemessen. Ist es daher mehr Zeit — mehr von einer Maßeinheit —, was wir brauchen, oder größere geistige Fähigkeit? Lassen Sie uns daran denken, daß wir als Widerspiegelungen des göttlichen Gemüts alles haben können, was es in bezug auf dieses Gemüt gibt. Unser wirkliches Bedürfnis besteht darin, in inspirierterer Weise zu Gott hinzustreben, der die Forderungen an uns stellt und der uns bereits alles gegeben hat, was wir brauchen, um sie zu erfüllen.
Als Christus Jesus seine Jünger an Gottes Fürsorge für alle Seine Kinder erinnerte, ermahnte er sie, ihre Gedanken nicht in erster Linie auf materielle Versorgungsquellen zu richten, wenn die Forderungen des Lebens sie zu bedrängen schienen, sondern sich in vollem Glauben an Gott zu wenden, denn Er würde alle ihre Bedürfnisse stillen, die geistigen wie die materiellen. Er sagte (Matth. 6:31–33): „Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr des alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen.“
