Das Abhalten von Versammlungen für alle, die in einem Lesezimmer der Christlichen Wissenschaft tätig sind, hat sich als ein hilfreiches Mittel zur Unterstützung dieser Tätigkeit erwiesen.
Ein Bibliothekar schreibt:
„Unsere Versammlungen für die im Lesezimmer tätigen Mitglieder waren Höhepunkte der Inspiration für alle Anwesenden. Während des Vierteljahres, in dem wir mit dem Geleitwort ‚erbarmungsvolle Nächstenliebe‘ arbeiteten, hatten wir vermehrte Gelegenheit, den Bedrängten in sanfter, liebevoller Weise ein Wort der Ermutigung zu geben.
In unserer Dezemberversammlung besprachen wir das Thema, Das Programm der Christlichen Wissenschaft [Christian Science]‘ im Lichte der Lesezimmertätigkeit. Durch unsere Diskussion über das heilende Amt des Christus in bezug auf das Lesezimmer hatten wir eine wirklich inspirierende Versammlung.
Andere Themen, die wir behandelten, waren, Erwartung‘, ‚Ernte‘ und ‚Wachet und betet‘. In den drei Monaten, in denen wir das Wort ‚Erwartung‘ studierten und besonders für unsere kostenfreie Leihbücherei arbeiteten, stimmte die Kirche dafür, dem Lesezimmer einen großen Betrag für die Anschaffung neuer Bücher für die Bücherei und den Leseraum zu geben.“
Wir berichten hier von einer Ansprache, die ein Lesezimmerbeamter bei einer dieser Versammlungen hielt. Sie lautete im wesentlichen wie folgt:
Die Lesezimmer der Christlichen Wissenschaft sind eine Zufluchtsstätte, in der Männer und Frauen die Lösung der Existenzfrage suchen können. Viele finden ihre Antwort, wenn sie die Bibel, das Buch „Wissenschaft und Gesundheit“ von Mary Baker Eddy und die andere autorisierte Literatur studieren. Mrs. Eddy erklärt, indem sie über die Zeitgemäßheit des heilenden Christus schreibt (Wissenschaft und Gesundheit, S. 55): „Die Zeit für das Wiedererscheinen des göttlichen Heilens erstreckt sich auf alle Zeiten; und wer immer sein irdisches All auf den Altar der göttlichen Wissenschaft niederlegt, trinkt heute von dem Kelch Christi und wird mit dem Geist und der Kraft des christlichen Heilens angetan.“
Wir, die wir im Lesezimmer tätig sind, haben zahlreiche Vorrechte; unsere Mission ist bedeutsam. Wenn wir sehen, wie die Menschen im Leseraum in einfachem Vertrauen und Verlangen ihre Gedanken Gott zuwenden, ist es nicht ungewöhnlich, die äußeren Zeichen zu beobachten, die dann erscheinen, wenn der Christus zum individuellen Bewußtsein kommt. Wir sehen, wie sich ihr Ausdruck verändert, sobald ihre Auffassung von Gott und von der Beziehung des Menschen zu Ihm klarer wird. Sie legen ihre Zweifel, ihre Befürchtungen, ihren Groll ab. Ja, eine Heilung beginnt mit richtigem Denken und wird durch geistiges Verständnis, oder rechtes Wissen, erlangt.
Wir haben alle schon Fälle erlebt, in denen eine von uns gemachte beiläufige Äußerung ernster genommen wurde, als sie gemeint war. Eines Nachmittags kaufte eine Frau ein Vierteljahrsheft der Christlichen Wissenschaft für die folgenden drei Monate. Der Bibliothekar schlug die Seite mit den Themen für die Lektionen auf und bemerkte: „Ach ja, wir beginnen mit Gott.“ Die Frau ging ihrer Wege.
Als sie Monate danach wieder in das Lesezimmer kam, war sie sehr erfreut, den Bibliothekar zu sehen, und dankte ihm für seine hilfreiche Bemerkung. Er konnte sich weder auf die Frau noch auf die Bemerkung besinnen. „Aber erinnern Sie sich nicht“, rief sie aus, „Sie sagten:, Wir beginnen mit Gott‘.“ Sie fuhr dann fort und erzählte, daß sie sich seit Tagen bemüht hatte, ein Problem auszuarbeiten. Es hatte so ausgesehen, als könnte sie in diesem Fall den Schlüssel zum richtigen Denken nicht finden. Die Bemerkung des Bibliothekars gab ihr, was sie benötigte, und von dem Augenblick an wurde der Weg klarer und klarer, bis die Heilung vollständig war.
Unsere Bewegung wächst, das wissen wir. Vergrößert sich auch unsere Nützlichkeit für das Lesezimmer? Vor Jahren berichtete ein Artikel im Christian Science Sentinel von einem Fall, wo ein Kirchenmitglied gefragt wurde, ob seine Kirche wachse. Er zögerte, bevor er die Frage beantwortete, aber dann sagte er zuversichtlich: „Natürlich wächst sie, denn ich selbst wachse.“ Wir tragen zur Heilarbeit im Lesezimmer bei, wenn wir den Menschen als das Gleichnis des Geistes sehen, als das Bild der Liebe, die zusammengesetzte Idee Gottes, die bewußte Identität des Seins — niemals unordentlich, ohne Inspiration, sündig, schläfrig oder selbstsüchtig. Wenn wir die falsche Auffassung vom Menschen verwerfen und uns an die Wahrheit über Gott und Seinen Ausdruck halten, wachsen wir aus den Vorurteilen, Begrenzungen und persönlichen Unzulänglichkeiten heraus, denen wir keinen Einlaß in die Lesezimmertätigkeit gewähren dürfen.
Sind Sie nicht auch der Meinung, daß ein Verständnis von der allumfassenden, göttlichen Liebe das ist, was alle unsere Besucher am meisten brauchen? Können wir nicht alle, die ihre sterblichen Annahmen — Enttäuschung, Hoffnungslosigkeit, Müdigkeit, Krankheit und Sünde —, in unsere Lesezimmer bringen, damit sie geheilt werden, darauf hinweisen, daß die Christliche Wissenschaft [Christian Science] den auferstandenen Christus offenbart, die Wahrheit, die hinreichend ist, um alle menschlichen Nöte zu stillen?
Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.... Kann auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? ... Zieh zuvor den Balken aus deinem Auge und siehe dann zu, daß du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest! — Lukas 6:36–42.
