Haben Sie jemals daran gedacht, welche Freude im Gesang liegt? Mary Baker Eddy, die geliebte Entdeckerin und Gründerin der Christlichen WissenschaftChristian Science; sprich: kr'istjǝn s'aiǝns., schreibt: „Das Lied der Christlichen Wissenschaft ist:, Arbeite — arbeite — arbeite — wache und bete.' " Botschaft an Die Mutterkirche für das Jahr 1900, S. 2; Sie sagt nicht: „Mühe dich — mühe dich — mühe dich — ängstige und sorge dich", sondern: „Arbeite". Und sie sagt uns, daß diese Arbeit ein Lied sei, nicht ein den Atem raubender, enttäuschender, erschöpfender Vorgang, sondern ein Lied, ein Anerkennen von Gottes Allgegenwart, Allmacht, Allwissenschaft, so freudig und stark und rein, daß es eins wird mit Offenbarung und zur Demonstration führt.
Wenn wir die Gelegenheiten und Aufgaben betrachten, die Gott für uns als Christliche Wissenschafter vorsieht, wollen wir uns fragen, was es wirklich heißt, ein Christlicher Wissenschafter zu sein. Es gibt tatsächlich keine höhere Berufung. Es ist nicht genug, ein Geschäftsmann, eine Ehefrau, eine Mutter, ein Musiker oder ein Rechtsanwalt zu sein, der oder die ein Christlicher Wissenschafter ist. Das Prinzip fordert, in erster Linie ein Christlicher Wissenschafter zu sein, ein Christlicher Wissenschafter, der ein Geschäftsmann ist, eine Christliche Wissenschafterin, die eine Ehefrau, eine Mutter ist, und so weiter. Das ist ein erheblicher Unterschied! Die Christliche Wissenschaft kann keinen zweitrangigen Platz in unserem Leben einnehmen. Vierundzwanzig Stunden täglich ein Christlicher Wissenschafter sein ist eine Vollbeschäftigung und wird in jeder Laufbahn zu Anerkennung und Erfolg führen. Es gibt jedoch keinen abgekürzten Weg. Alles, was wir tun, muß zur Ehre Gottes geschehen, nicht zur eigenen Befriedigung.
Ein Christlicher Wissenschafter sein bringt wundervolle Voraussicht, schnelles Erfassen mit sich. Es fordert von uns, den wahren Beweggrund zu erkennen und den falschen zu verwerfen. Wer wirklich ein Christlicher Wissenschafter ist, macht jede Situation zu einer Gelegenheit, die Christliche Wissenschaft zu demonstrieren, die Allheit des Guten und die Nichtsheit des Bösen zu beweisen.
Heute scheint in der Welt größerer Widerstand gegen die Geistigkeit zu herrschen als je zuvor. Je mehr der Irrtum die Gegenwart der Wahrheit fühlt, um so mehr haßt er. Aber der Christliche Wissenschafter fürchtet sich nicht. Er demonstriert Selbsterkenntnis, eine Kenntnis von seiner wahren Selbstheit als Gottes Bild und seine Kenntnis von dem, was in seiner menschlichen Auffassung vom Selbst berichtigt und ausgetilgt werden muß. Und er akzeptiert jede Herausforderung als eine Gelegenheit, Gott zu verherrlichen, indem er seine Überlegenheit über Sünde, Krankheit und Top für sich und für die Welt beweist.
Es ist die Forderung der Stunde, daß wir uns einem tieferen Verständnis von der Christlichen Wissenschaft widmen. Wir haben kaum begonnen, die Unermeßlichkeit der Wahrheit zu berühren, die in unseren Lehrbüchern — der Bibel und Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift von Mary Baker Eddy und ihren anderen Werken — enthalten ist. Die geringste Abweichung vom Prinzip ist ein Ablassen von der Wissenschaft. Daher müssen wir mittels dieser Lehrbücher zu dem reinen Urquell gehen und in Demut, Dankbarkeit und Liebe über ihnen beten, uns in sie vertiefen, sie in uns aufnehmen.
Geistige Ideen entfalten sich ständig. Geistiges Verständnis ist niemals schablonenhaft. Wir können nicht an vorgefaßten, begrenzten Ansichten über die Wissenschaft festhalten, sondern müssen die Wahrheit in zunehmender Herrlichkeit und Macht sich in unserem Bewußtsein entfalten lassen. Wir müssen jedoch bedenken, daß ein exaktes Verständnis nicht aus verfälschten Schriften oder Veröffentlichungen erlangt wird — aus welcher Quelle sie auch stammen mögen —, die eine höhere Offenbarung für sich in Anspruch nehmen als die, die in den letzten Ausgaben der veröffentlichten Schriften unserer Führerin zu finden ist. Die göttliche Offenbarung, die in diesen Schriften enthalten ist, ist vollständig und endgültig. Der Meister wies warnend darauf hin, daß der Weg gerade und schmal ist. Fürwahr, „das Lied der Christlichen Wissenschaft ist:, Arbeite — arbeite — arbeite — wache und bete.' " Aber dieses Lied wird getragen und begleitet von den herrlichen Harmonien, den Tiefen und Höhen des geistigen Seins.
Der Apostel Petrus beschrieb die Berufung eines Christlichen Wissenschafters, als er sagte: „Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Wohltaten des, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht." 1. Petr. 2:9;
Mrs. Eddy definiert in ihrer Weisheit die falsche wie auch die richtige Betätigung der Christlichen Wissenschaft. Hätte sie ihre große Entdeckung allein in der Sprache der absoluten Wahrheit hinterlassen, ohne den Irrtum aufzudecken, der die Menschheit täuscht, und ohne uns zu zeigen, wie er zu überwinden ist, so wäre ihr Werk unvollständig gewesen, und die Bewegung, die sie gründete, hätte sich nicht behaupten können. Mrs. Eddy befähigt uns, uns selbst zu erkennen und uns gegen die aggressiven Suggestionen des Bösen zu schützen, die so heimtückisch am Werk sind, daß sie oft als unser eigenes Denken erscheinen.
Um die Malpraxis aufzudecken und zu handhaben, ist es nötig, daß wir die wahre Ausübung verstehen. Die richtige Ausübung ist auf das Verständnis und die Nutzbarmachung des göttlichen Gesetzes gegründet, wodurch die Gegenwart, Macht und Allheit des einen Gemüts, Gottes, demonstriert wird. In der richtigen Ausübung gibt es nicht zwei Mächte, Materie und Gemüt, sondern nur eine: Gemüt.
Mrs. Eddy sagt: „Die Christlichen Wissenschafter können nicht eifrig genug wachen, ihre Türen nicht fest genug verriegeln und nicht inbrünstig genug zu Gott um Erlösung von den Ansprüchen des Bösen beten. Wenn sie das tun, werden sie böse Einflüsterungen zum Schweigen bringen, deren Machenschaften aufdecken und ihrem verborgenen Einfluß auf das Leben der Sterblichen Halt gebieten." Vermischte Schriften, S. 114; Während wir in Demut und Liebe arbeiten, wachen und beten, müssen wir das Falsche ausrotten und am Guten festhalten. Es ist nicht genug, dies hin und wieder zu tun. Es muß täglich geschehen. Der Psalmist sagte: „Der Herr hat des Tages verheißen seine Güte, und des Nachts [in den dunklen, dunklen Stunden] singe ich ihm." Ps. 42:9 (n. der engl. Bibel);
Jesus begegnete den gleichen trügerischen Mächten des Bösen, die uns versuchen möchten, und meisterte sie, und er hinterließ uns sein Beispiel als Richtschnur. Kaum war die Taufe vorüber, jene wunderbare Erfahrung, die seine Gottessohnschaft bestätigte, so wurde er, wie Matthäus berichtet, vom sterblichen Gemüt in die Wüste geführt. Vierzig Tage und vierzig Nächte fastete er — verwarf er das Zeugnis der materiellen Sinne. Dreimal versuchte ihn der Teufel. Die erste Einflüsterung war: Bist du Gottes Sohn, so benutze deine geistige Macht, um die Sinne zu befriedigen. Aber Jesus wies dies zurück.
Die zweite Einflüsterung war: Bist du Gottes Sohn, so zeige deine geistige Macht auf eine materiell aufsehenerregende Weise. Aber Jesus wies dies zurück. Die dritte aggressive Suggestion war: Du hast all diese Macht; benutze sie zur Selbstverherrlichung. Diesmal argumentierte Jesus nicht mehr mit dem Irrtum; er wies ihn kurz und bündig mit dem Befehl von sich: „Hebe dich weg von mir, Satan." Matth. 4:10; Darauf „traten die Engel zu ihm und dienten ihm". Nicht ein einziges Mal ließ er sich dazu verleiten, diese Einflüsterungen für seine eigenen Gedanken zu halten. Das ist der Grund, warum er der Versuchung nicht unterlag.
Lukas berichtet, daß Jesus bei einer Gelegenheit, als er in der Synagoge lehrte, auf sein Wirken als auf den verheißenen Messias hinwies. Da standen seine Zuhörer auf und stießen ihn zur Stadt hinaus, in der Absicht, ihn vom Rande des Berges hinabzustürzen. Aber sein gewohntes Wachen und Beten identifizierte ihn so mit der Geistigkeit, daß sie ihn nicht einmal sehen konnten, und er ging mitten durch sie hinweg.
Bei einer anderen Gelegenheit wollten sie ihn mit Gewalt zum König machen. Aber Jesus ließ sich nicht durch Volksgunst täuschen. Er zog sich allein auf einen Berg zurück. Das ist es, was auch wir tun müssen. Oft ging er nach einer aufsehenerregenden Heilung oder einem leidenschaftlichen Angriff des sterblichen Gemüts für sich allein auf einen Berg, um zu beten. Das war sein Schutz und der Schutz für seine Arbeit. Jesus schützte stets seine Arbeit.
Im Zusammenhang mit dem entsetzlichen Ereignis der Enthauptung Johannes des Täufers erzählt uns Matthäus, daß Jesus, als er davon hörte, sich in eine einsame Gegend zurückzog. Aber die Menge folgte ihm, und unverzüglich heilte er ihre Kranken und speiste er die Fünftausend. Dann ließ er die Menge und seine Jünger von sich und ging wiederum auf einen Berg, um zu beten. Diese Fälle und viele andere veranschaulichen, wie Jesus das Böse oder den tierischen Magnetismus handhabte, anstatt sich von ihm handhaben zu lassen. Stets arbeitete und wachte und betete er. Gebet war sein Schutz.
Unsere geliebte Führerin tat dasselbe. Aus ihren Biographien erfahren wir von vielen Angriffen des Bösen, den vielen Wechselfällen, durch die sie ging, um die Sache der Christlichen Wissenschaft aufzurichten und uns die Offenbarung zu bringen. Indem sie von einer der schwersten dieser Prüfungen spricht, weist sie auf den Segen hin, der darin lag. Mögen wir alle die Gnade besitzen, in jedem Angriff des tierischen Magnetismus nur einen Segen zu sehen!
Damit wir den Segen beanspruchen können, muß unser Denken ebenso geistig und rein sein wie das ihre. Der Gedankenpfeil ist harmlos, wenn nicht unser eigenes Denken ihn mit Widerhaken versieht. Daher muß unsere Handhabung des tierischen Magnetismus bei uns selbst beginnen. Sie muß mit einer Demut wie auch mit einer geistigen Klarsichtigkeit beginnen, die nicht nur bereit ist, den Irrtum im eigenen Denken zu erkennen und auszurotten, sondern dies auch wirklich tut. Solange die Materie und das Böse und die Furcht für uns wirklich sind, solange menschlicher Ehrgeiz, persönlicher Gewinn, persönliche Herrschsucht, Haß, Sinnlichkeit, Rivalität und Eigenliebe für uns wirklich sind, gehen wir auf den tierischen Magnetismus ein, anstatt ihn zu überwinden.
Es war die reine Geistigkeit im Denken unseres Meisters, die ihn schützte und ihm zum Sieg verhalf. Es war die selbstlose geistige Liebe seiner treuen Nachfolgerin, unserer geliebten Führerin, die sie feststehen und triumphieren ließ. Beide beteten unaufhörlich: „Nicht mein, sondern dein Wille geschehe!" Luk. 22:42;
Die Christlichen Wissenschafter sind die einzigen Menschen in der Welt, die wissen, wie das Böse zu handhaben — auf seine Nichtsheit zurückzuführen ist. Und die ständige Bemühung des tierischen Magnetismus geht dahin, sie dies vergessen zu lesen, sie einzuschläfern und sie versuchen zu lassen, den Irrtum mit weltlichen Waffen zu handhaben. Wir können das Böse nicht überwinden, sei es in unseren persönlichen Angelegenheiten oder in unseren Zweigkirchen, indem wir zu Keulen und Steinen greifen. Der Christliche Wissenschafter überwindet das Böse durch Gebet.
Der Irrtum ist nicht immer mit der ersten Verneinung überwunden. Wir müssen täglich für uns beten. Und wie? Vor allem, indem wir uns Zeit zu gebeterfülltem, stillem Studium nehmen. Wenn wir wirklich danach verlangen, werden wir die Zeit erübrigen, und dann werden wir feststellen, daß sich unser Leben so regelt und klärt, daß Zeit dafür da ist.
Bei der Arbeit für uns selbst müssen wir tief und ernst darüber nachdenken, was Gott ist. Wir müssen Ihn verstehen lernen, Ihn lieben und unsere Einheit mit Ihm erkennen. Wir müssen die geistige Natur unseres Seins beanspruchen. Dann werden wir alles, was aggressive mentale Suggestion uns einzureden versuchen mag, als falsch aufdecken und erkennen, sei es Arbeitslosigkeit, Entmutigung, Mangel, Einsamkeit, Selbstverdammung oder Verdammung anderer; sei es Sinnlichkeit, Wollust, Krankheit oder Furcht vor dem Tode — all die zahllosen Lügen vom Leben in der Materie. Wir müssen in der Geistigkeit zu dem Punkt heranwachsen, wo sich der Gedanke ganz natürlich Gott zuwendet und in Ihm verweilt — wenn wir des Nachts erwachen, wenn wir am Tage unserer Arbeit nachgehen.
Unsere tägliche metaphysische Arbeit darf nie schablonenhaft werden. Die sich entfaltenden geistigen Ideen sind lebendig und frisch. Wir haben gesehen, wie Jesus sich immer wieder zurückzog, um zu beten; Mrs. Eddy tat dasselbe, und beider Heilarbeit war von augenblicklicher Wirkung. Wir müssen es auch so machen. Geistigkeit ist nicht zweitrangig. Sie fordert, daß wir etwas für sie aufgeben. Unsere gegenwärtig noch schwache Demonstration der Christlichen Wissenschaft zeigt, welch ungeheures geistiges Wachstum in unserem Denken vor sich gehen muß.
Ein Punkt, auf den Mrs. Eddy großen Nachdruck legt, ist in ihren Worten zu finden: „Die Christlichen Wissenschafter betrachten es als einen wesentlichen Punkt, daß die Annahmen der Sterblichen die Waagschale des Seins moralisch und physisch entweder in der rechten oder der falschen Richtung bewegen. Daher stellt sich ein Christlicher Wissenschafter niemals mental oder hörbar auf die Seite von Sünde, Krankheit oder Tod." The First Church of Christ, Scientist, and Miscellany, S. 146; Sie fährt fort: „Er legt das ganze Gewicht seines Denkens, seiner Zunge und Feder in die göttliche Waagschale des Seins — auf die Seite der Gesundheit und Heiligkeit." Das sterbliche Gemüt neigt dazu, in Gedanken und im Gespräch der falschen Seite das Wort zu reden, aber Geschwätz und Wiederholung des Irrtums sind kein Teil der Christlichen Wissenschaft. Der Christliche Wissenschafter legt sein ganzes Gewicht auf die Seite Gottes, des Geistes, und trägt „das Lied der Christlichen Wissenschaft" stets in sich.
Der einzige Heiler ist die göttliche Liebe. Laßt uns beten, daß diese Liebe in unserem Herzen wohne. Unsere Arbeit, die Christliche Wissenschaft zu demonstrieren, muß mit großer Liebe fortgeführt werden. Wir brauchen Liebe in unseren Kirchen, Liebe in unserer Ausübung, Liebe in uns selbst. Nichts sonst heilt; nichts sonst wird den geistigen Hunger stillen, den Fremdling zu unseren Kirchen ziehen und die Probleme der Welt lösen.
Paulus schrieb sehr richtig: „Die Waffen, mit denen wir kämpfen, sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, zu zerstören Befestigungen. Wir zerstören damit Anschläge und alles Hohe, das sich erhebt wider die Erkenntnis Gottes, und nehmen gefangen alle Gedanken unter den Gehorsam Christi." 2. Kor. 10:4, 5.
